Antonio Rizzello, Reto Suri, Cyrill Geyer, Jonas Mueller und Daniel Manzato::
Antonio Rizzello und Lukas Grauwiler::
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Torhueter Daniel Manzato in Aktion::
Torhueter Daniel Manzato::
Daniel Manzato und Stacy Roest::
Andreas Camenzind, Daniel Manzato und Michel Riesen::

Spielbericht-Archiv

Flyers in Playoff-Form

Die Lakers verlieren ihr vorletztes Qualifikationsrunden-Heimspiel deutlich mit 0:5. Die Kloten Flyers präsentieren sich laufstark wie eh und je, aber auch abgeklärt, effizient und hochkonzentriert. Zu keinem Zeitpunkt gewähren sie den Lakers, sich in Szene zu setzen oder gar ins Spiel zu finden.

Manzato2Der mit einer B-Lizenz ausgestattete Verteidiger Ronny Keller feierte heute seinen "diesjährigen" Einstand im Lakersdress und durfte an der Seite von Derrick Walser verteidigen. Defender und Vorderleute mussten auch gleich Schwerstarbeit verrichten, denn Kloten legte los wie die Feuerwehr. Nach nur eineinhalb Minuten hatten die Flyers vier Mal aufs Lakerstor geschossen und Goalie Manzato geprüft, erst danach gab's ein Break von Thibaudeau, der jedoch vehement bedrängt nicht zum Abschluss kam. Als in der 4. Minute Stancescu auf die Strafbank musste, schien die Zeit für die Lakers gekommen, ins Spiel zu finden, doch da wenig später auch Grauwiler in die "Coolbox" verbannt wurde, blieb es bei diesem Vorhaben.

In der 8. Minute schaltete Kloten noch einen Gang höher und schnürte die Lakers in deren Drittel ein, doch Bieber (allein im Slot) und Liniger (der Stancescus Pass nicht verwerten konnte und den Puck über das linke Toreck hob) vergaben beste Einschusschancen. In der 14. Minute sendeten die Lakers ein Lebenszeichen: Murray hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt und Lemm lanciert, doch Rüeger war auf dem Posten. Auch Adrian Wichser konnte mit seinem Handgelenkschuss nach 16 Minuten den Klotener Goalie nicht überraschen. Als Liniger in der 17. Minute zum 0:1 traf, war der Bann gebrochen. Nur 39 Sekunden später liefen Nylander und Bodenmann im 2-gegen-1 Richtung Lakerstor, doch der lachende Dritte war Marcel Jenni. Er  war im Rückraum mitgelaufen, schaltete am schnellsten und verwertete zum 0:2. Harry Rogenmoser nahm ein TimeOut.

Im zweiten Drittel spürten die Zuschauer auf den Rängen den Einsatzwillen der Lakerscracks, die zunächst ein gutes Powerplay aufzogen und sich danach auch in den Zweikämpfen bissiger präsentierten. Und dennoch blieben die Flyers reaktionsschneller, aufmerksamer, zielstrebiger. Mitte des zweiten Drittels hatten Hürlimann (im Nachsetzen) und Brendl (mit einem Scharfschuss am linken Toreck vorbei) den Anschlusstreffer auf der Kelle. Besser machten es die Gäste nach 32 Minuten: Hollenstein führte die Scheibe durch die neutrale Zone, setzte auf der linken Seite Stancescu in Szene, der kurz nach Überquerung der blauen Linie Stürmer Liniger suchte ... und fand. Die Nummer 41 der Klotener erzielte das 0:3. Der Rest des Mittelabschnitts verlief ohne weitere Highlights. Auch als Derrick Walser auf der Strafbank sass (35'), kam keine Gefahr mehr auf.

Vier Minuten lang schenkten sich die beiden Teams im letzten Drittel nichts, dann brillierten die Flyers im Tic-Tac-Toe-Stil und einem herrlichen Treffer zum 0:4. Jenni schloss die Direktkombination über DuPont und Nylander ab und verdeutlichte, dass sich sein Team bereits in Playoff-Form befindet. Auf Seiten der Lakers präsentierte sich einzig Daniel Manzato als "Fels in der Brandung" - ohne seine Saves hätten die Flyers heute ihren Torhunger nie gestillt. Nach 48 Minuten verpasste Rizzello die grosse Gelegenheit, Flyers-Torhüter Rüeger den Shutout zu verderben. Doch er vergab ebenso wie Suri nach 53 Minuten, der mit einem Break in Unterzahl scheiterte. Der Ex-Lakers Niklas Nordgren stand dem nicht nach, vergab 50 Sekunden später zwei Mal völlig freistehend und fand in Manzato seinen Meister.

Den Endstand besorgte Yannick Herren in der 59. Minute, als er den Puck per Backhander ins rechte Toreck schoss - 0:5.

Schon morgen gibt's ein weiteres - das letzte - Aufeinandertreffen der Flyers und Lakers. Spielbeginn in der Kolping Arena ist 15.45 Uhr. Die Lakers werden mehr in die Waagschale werfen müssen, als "nur" einen starken Goalie Manzato (Spieler des Tages) und Kampfgeist.

 

Rapperswil-Jona Lakers - Kloten Flyers 0:5

Tore Rapperswil: Fehlanzeige

Zuschauer in der Diners Club Arena: 3'843

 

 

Spielverderber Gottéron

Fribourg Gottéron entführt drei Punkte aus der Diners Club Arena. Dank Toren von Hasani, Cadieux und Plüss besiegt der Tabellendritte die Rapperswil-Jona Lakers. Für das Heimteam trifft "nur" Nils Berger, während seine Mannschaftskollegen vor allem im Startdrittel beste Torgelegenheiten auslassen.


Huet siegtDie Lakers starteten furios, deckten Gästetorhüter Cristobal Huet mit sage und schreibe sieben Schüssen binnen drei Minuten ein. Die Zuschauer erfreuten sich an den tollen Kombinationen, dem schnellen, zielstrebigen Spiel der Heimmannschaft. Im ersten Powerplay nach sieben Minuten war das Gästetor schon zum zweiten Mal verschoben - in höchster Not. Da nach einer Minute Powerplay auch Jordy Murray auf der Strafbank Platz nehmen musste, kam Gottéron zu seinen ersten guten Torchancen: ein Schlagschuss von Hasani und einen Schuss von Beni Plüss ans Aussennetz. Nach elf Minuten kämpfte sich Brendl mit Glück, aber auch dank seiner Hartnäckigkeit, bis vors Tor von Huet ... der bei seiner Abwehraktion das Gehäuse wieder aus den Angeln hob. Nach 15 Minuten setzte Rizzello seinen Handgelenkschuss flach links neben das Tor und während einer angezeigten Strafe hämmerte Brendl die Hartgummischeibe an die Torlatte.

Das Heimteam hatte sich längst ein Tor verdient - aber es fiel nicht. Auch im folgenden Powerplay blieben die Lakers am Drücker. Sie erarbeiteten sich die Chancen (im wahrsten Sinne des Wortes), zum Beispiel durch Murray, der mit einem Hechtsprung den Puck zum Mitspieler schob, damit sie nicht aus dem Angriffsdrittel rutscht.

 

Im Stile einer Spitzenmannschaft

Fribourg verdeutlichte im zweiten und dritten Abschnitt den Unterschied zwischen einem Spitzenteam "und anderen". Da ist zum einen Torhüter Huet, der mit einem "Stellungsspiel wie aus dem Lehrbuch" die Stürmer zur Verzweiflung bringt und mit seiner Ruhe nicht nur souverän wirkt. Und da sind die Vorderleute, die auf sich bietende Möglichkeiten lauern und gnadenlos zuschlagen.

Die erste Chance des Mitteldrittels vergab Benjamin Plüss, der frei von halblinks seinen Schuss abfeuern konnte. Manzato hielt. Nach 25 Minuten zögerte Stacy Roest auf der anderen Seite zulang ... vergeblich hatte er auf eine Regung des Goalies gewartet, um ihn dann zu überlisten. Huet tat ihm den Gefallen nicht. Die Lakers überstanden nach 27 Minuten bravourös ein Powerplay der Gäste, die letzten 25 Sekunden davon, indem sie die Scheibe im Drittel der Fribourger hielten - klasse. In der 30. Minute "ging Gamache an der blauen Linie der Lakers verloren", unbedrängt zog er ins Drittel. Seinen Schuss blockte Manzato, doch den Abpraller verwertete der mitgelaufene Hasani. Da war sie die klare Chance - und sie wurde genutzt.

Wenige Sekunden später hatte Rapperswils Loïc Burkhalter eine ebenso deutliche Torgelegenheit. Doch der Lakersstürmer brachte die Scheibe nicht ins Tor, schaute ungläubig Richtung Himmel ... und Gottérons Goalie schickte ihm noch irgendwelche (leider nicht mitgehörte) Worte nach - psychologische Kriegsführung.

Und weitere zwei Minuten verdeutlichten den Unterschied: Nach 38' verpasste Reid nach exzellenter Vorarbeit von Murray das 1:1, während eine Minute später Fribourgs Cadieux einfach mal von der verlängerten Torlinie aus in die Beine von Manzato schoss - und der Puck ins eigene Tor abgelenkt wurde. 0:2.

 

Paukenschlag und die schnelle Antwort

Nils Berger traf nach 62 Sekunden im Schlussabschnitt in den Torwinkel - ganz nach dem Geschmack seiner Kameraden und auch der Zuschauer. Doch Fribourgs Antwort liess nicht lange auf sich warten. Sandy Jeannin scheiterte mit seinem Schussversuch, doch Beni Plüss stand goldrichtig und vollendete zum 1:3. Wer weiss, wie die Partie verlaufen wäre, wenn das 1:2 für längere Zeit Bestand gehabt hätte. Oder wenn den Lakers schon im ersten Drittel ein, zwei Tore geglückt wären.  Oder wenn der heute lauffreudige und wie immer schussgewaltige Pavel Brendl nicht zwei Mal die Umrandung, sondern ins Tor getroffen hätte. Aber wer lebt schon im Konjunktiv ... Die Lakers stehen ein weiteres Mal mit leeren Händen da - trotz 6-gegen-4 in der letzten Spielminute, als man ohne Goalie doch noch die Wende schaffen wollte.

 

Rapperswil-Jona Lakers - HC Fribourg Gottéron 1:3

Tore Lakers: Nils Berger (42', Brandon Reid, Andreas Camenzind)

Zuschauer: 3'723 Zuschauer in der Diners Club Arena

Strafen: 2 x 2 Minuten gegen die Lakers, 5 x 2 Minuten gegen Gottéron

Foto: Hockeypics.ch, Thomas Oswald (c)

Davos ist Leader

Der HC Davos erklimmt mit einem 5:1-Sieg über Rapperswil-Jona die Tabellenspitze. Je ein Doppelschlag zu Beginn und gegen Ende des Mittelabschnitts bringt die Hausherren auf die Siegerstrasse. So endet der Saisonvergleich zwischen dem HCD und den Lakers Unentschieden - jedes Team feierte drei Erfolge.

hcd lakers_66942Klare Vorzeichen. Mit einem Sieg wollte der HC Davos die Tabellenführung übernehmen. Eine Niederlage wäre die vierte in Folge gegen Rapperswil-Jona gewesen, das sich zuletzt acht Punkte (4:3, 5:4 n.P., 4:2) gegen den HCD erkämpfte. Sogar beim letzten Heimsieg der Bündner entführten die Lakers einen Punkt (2:1 n.V. am 22. Oktober).

Headcoach Harry Rogenmoser vertraute Daniel Manzato, der auch gleich nach vier Minuten Marhas' Schuss nach herrlichem Doppelpass mit Grossmann entschärfen musste. Wenig später konnten die Lakers im Powerplay agieren (Jan von Arx war von Schiedsrichter Michael Küng in die Kühlbox verbannt worden), doch die vier Davoser verteidigten geschickt, überstanden die zwei Minuten schadlos. Man merkte den Lakers das in den letzten Direktduellen getankte Selbstvertrauen an, das Startdrittel gestalteten sie tatsächlich "auf Augenhöhe". Auch wenn Sykora nach acht Minuten Manzato zu einem weiteren sehenswerten "Save" zwang - die Direktabnahme von Aurelio Lemm (11') war nicht weniger gefährlich. Und auch Lukas Grauwiler (14') und Brandon Reid (14') hatten das 0:1 auf der Kelle. Den ersten Treffer der Partie erzielten dann aber doch die Hausherren: Gregory Sciaroni nutzte einen "Rebound" vor Manzato zur Davoser Führung (Guerra und Marha hatten die Vorarbeit geleistet). Die Lakers beeindruckte der Treffer nicht. Suri lancierte Wichser, der die Scheibe haarscharf verpasste. In buchstäblich letzter Sekunde des Startdrittels hatte der Davoser Taticek das 2:0 auf dem Schläger, scheiterte mit seinem Break jedoch an Daniel Manzato.

 

Paukenschlag oder Knock-Out?

Nach 27 Sekunden im 2. Drittel hämmerte Reto von Arx den Puck spektakulär ins Tor und wenig später hing die Scheibe schon ein drittes Mal im Netz - Josef Marha hatte Manzato mit einem Schlenzer überwunden - 3:0, Doppelschlag für Davos, 31 Sekunden zum Vergessen. Ein Sonntagsschuss wie der von "RvA" ist nicht zu verhindern, doch den Fokus darf Rogenmosers' Team nicht verlieren. Der Headcoach nahm ein TimeOut, der miserable Start ins Mitteldrittel lieferte den berechtigten Grund für eine Standpauke. Und er nahm Manzato vom Eis, wechselte Jonas Müller ein. Der BackUp der Lakers startete gut, parierte Taticek's Schlagschuss. Brandon Reid fand in Leonardo Genoni seinen Meister (24') und Reto Suri setzte seinen Schuss ans Aussennetz. Nach 26 Minuten gelang den Lakers endlich ein Treffer, ein "Bully-Goal": Schlitzohrig "tunnelte" Antonio Rizzello den HCD-Goalie. Das Bully hatte Hürlimann für sich entschieden.

Trotzdem entschied der Favorit die Partie noch im zweiten Drittel für sich. In Unterzahl scheiterte der Davoser Dario Bürgler zwei Mal an Jonas Müller. Auch den Direktschuss von Taticek (34') parierte der Torhüter ausgezeichnet, doch nach 35 Minuten erzielte Sciaroni als Krönung eines Hochgeschwindigkeitskonters seinen zweiten Treffer zum 4:1 (35'). Dario Bürgler erhöhte gar auf 5:1 (39'), hatte aber auch - weil unbedrängt - wenig Mühe, um dieses Tor zu erzielen. Nach 40 Minuten hatte Davos die Partie zu seinen Gunsten entschieden.

 

Ganz schön kalt in Davos

Benjamin Neukom scheiterte ganz allein vor Genoni (der mit der Schulter abwehren konnte). Sykora, von Arx & Co. prüften Jonas Müller. Auch Sejna (für Davos), Roest und Burkhalter (für Rapperswil) versuchten ihr Schussglück. Doch das Feuer war erloschen, die Partie im kalt-winterlichen, meterhoch verschneiten Davos (vor der Arena zeigte das Thermometer -10.2 Grad!) mochte die Zuschauer nicht mehr erwärmen. Sieben Minuten vor Schluss stahl Jonas Müller dem heranstürmenden Petr Sykora die Show und verhinderte einen Shorthander. In den Schlussminuten traf Jordy Murray auf Zuspiel von Brandon Reid nicht und Lukas Grauwiler verpasste in seinem Jubiläumsmatch (350. NLA-Partie) eine "Hundertprozentige".

Die Lakers kehren diesmal mit leeren Händen aus Davos zurück. Das Team wird alles tun, um in den letzten Partien der Qualifikationsrunde wieder die Form zu finden, mit der man das "Nahziel Klassenerhalt" verwirklichen kann.

Zwei freudige Nachrichten des Tages haben wir abschliessend doch noch: Zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere stand Rapperswil's Youngster Sandro Spinner auf dem Matchblatt - weiterer Beweis für die hervorragende Nachwuchsarbeit am Obersee.

Die Lakers gaben am Rande der Partie bekannt, dass sie nach Patrick Parati (Verteidiger, La Chaux-de-Fonds), Ronny Keller (Verteidiger, HC Thurgau) und Lukas Meili (Torhüter, GCK Lions) für weitere drei Spieler eine B-Lizenz gelöst haben. Noël Guyaz (Verteidiger, SC Langenthal), dessen Mannschaftskollege Mike Wolf (Stürmer) und Marco Vogt (Stürmer, EHC Olten) könnten, sobald ihre Teams die NLB-Saison beenden, für die Lakers auflaufen. Die offizielle Medienmitteilung dazu gibt's im Laufe des morgigen Vormittags auch hier auf www.lakers.ch.

Die Lakers treffen am Freitag vor heimischem Publikum in der Diners Club Arena auf ein weiteres Spitzenteam, den HC Fribourg Gottéron. Matchbeginn ist (wie gewohnt) 19.45 Uhr.

 

HC Davos - Rapperswil-Jona Lakers 5:1

Tore für die Lakers: Antonio Rizzello (26', Hürlimann)

Strafen: 2 x 2 Minuten für Davos, 1 x 2 Minuten für Rapperswil-Jona Lakers

Lakers ohne Maurer, Siren, Welti, Brendl, Riesen, Thibaudeau, Walser; 350. NLA-Partie von Lukas Grauwiler, 25. von Nicolas Marzan

Zuschauer in der Vaillant Arena Davos: 4'364

Foto: Thomas Oswald, hockeypics.ch (c)

 

Biel zittert sich zum Sieg

Rapperswil-Jona verliert das Heimspiel gegen Biel mit 1:3. Antonio Rizzello trifft in seinem 350. Spiel für die Lakers zum zwischenzeitlichen Ausgleich, dennoch entführen die Gäste drei für den weiteren Strichkampf immens wichtige Punkte.

Haas gg ManzatoDie zwei Auftaktminuten der Partie zwischen Rapperswil-Jona und Biel versprachen einen unterhaltsamen Eishockeyabend. Doch Reids' Schuss nach 22 Sekunden, der "Antwort" von Biels Spylo (der die Lücke zwischen Gmür und Niinimaa fand und aus der Nahdistanz an Manzato scheiterte) und Wichsers Geschoss rechts neben das Gästetor blieben die Highlights der ersten zehn Minuten.

Dem EHC Biel war die Nervosität anzumerken, die Angst vorm Verlust des 8. Tabellenplatzes. Genf hatte am letzten Spieltag zu Biel aufgeschlossen, gewann am heutigen Abend auch souverän gegen Langnau (4:0). Die Gäste in der Diners Club Arena vermochten keinen Druck aufs Lakerstor auszuüben, nicht einmal im Powerplay. Nach knapp elf Minuten hatten die Heimfans den Torschrei auf den Lippen, doch Roests Gewaltschuss aus dem Zentrum wurde abgefälscht. Auf der anderen Seite zögerte Lauper zu lang und schoss oben links am Tor vorbei.

Szenenapplaus erntete der erste Lakers-Block, der sich spät im ersten Drittel für lange Zeit im Bieler Verteidigungsdrittel festgesetzt hatten, Murray jedoch aus spitzem Winkel die Aktionen nicht krönend abschloss. Die Lakers hatten mehr vom Spiel, waren Herr der Lage, agierten aufsässig. Biel lauerte auf "Big Points" ... und profitierte prompt nach 17 Minuten von einem Fehlpass der Lakers im Aufbauspiel. Mit Tempo fuhren drei Bieler Stürmer aufs Tor zu, Bordeleaus perfekten Pass in den Slot versenkte Gaëtan Haas zum 0:1. In der letzten Minute des Startdrittels musste Biels Torhüter Berra drei Mal zupacken, Roest und Reid vergaben Grosschancen.

 

Heimkehrer Benjamin Neukom

Vier Minuten lang geschah nichts, (mal abgesehen davon, dass Biels Truttmann geschickt "ausgehebelt wurde und sich die Lakersverteidiger Geyer und Geiger mehrfach ins  Offensivspiel bis in den Slot einschalten konnten), dann setzte Suri im Mittelabschnitt ein Zeichen und checkte den Bieler, der sich kurz zuvor an Büsser regelwidrig vergangen hatte. Die Kollegen verstanden das Signal. Vor allem die Reihe mit dem Jubilar Antonio Rizzello (350 Lakers-Partien in der NLA) und Hürlimann brachte die Bieler Verteidigung in Bedrängnis. Und als dann noch "Heimkehrer" Beni Neukom die tolle Vorarbeit für Rizzellos Ausgleichstor geleistet hatte (26'), glaubte das jubelnde Publikum an die Spielwende.

Drei Minuten später traf Andreas Camenzind im Powerplay nur den Pfosten und Suri scheiterte - obwohl perfekt von Grauwiler lanciert - an Reto Berra. Auf der anderen Seite trafen auch Beaudoin und Gossweiler nicht (34'). Wieder unterstrich Neukom seinen Anspruch auf einen Platz im Lakerskader, setzte sich auf engstem Raum durch, scheiterte aber auch an der "Lebensversicherung der Bieler", Reto Berra.

Wie schon im ersten Drittel, ging Biel wieder kurz vor der Pause in Führung. Kparghai hielt einfach mal aus der Entfernung drauf und Beaudoin fälschte ab - 1:2.

 

Präzision fehlt

Das schnelle präzise Passspiel und hohe Tempo in den Offensivaktionen der Lakers während der letzten Wochen, wollte heute nicht gelingen. Einige Pässe wurden abgefangen, andere Pucks versprangen und landeten "im Fuss" oder gar im Rücken. Biel spielte verhalten und abwartend, gewährte den Lakers zwischen der 44. und 46. Minute beinahe zu grosse Spielanteile. Die Lakers bissen sich im Drittel der Gäste fest, hielten einmal sogar zu dritt (während die anderen wechselten) gegen fünf Bieler den Puck in der Zone. Als dann Rizzello, Geiger und Reid binnen weniger Sekunden drei Grosschancen hatte, unterbrach Biels Trainer Schläpfer die Druckphase mit einem TimeOut. Kurz danach verpasste Spylo mit seinem Solo die Entscheidung, ebenso erfolglos versuchten sich Reid (47) und Hürlimann (49'). Dafür, dass die Partie auf Messers Schneide stand, tat sich in den letzten zehn Minuten relativ wenig. Nach einem Timeout der Lakers und der Herausnahme von Goalie Manzato traf Biels Truttmann in der letzten Minute ins leere Tor zum 1:3.

 

Für Biel geht der Kampf um die Playoffs also weiter. Morgen kommt's zum direkten Duell mit dem schärfsten Konkurrenten HC Genf-Servette. Die Lakers sind morgen spielfrei, reisen am kommenden Dienstag nach Davos.

 

Rapperswil-Jona Lakers - EHC Biel 1:3

Tor für die Lakers: Antonio Rizzello (26', Stacy Roest)

Zuschauer in der Diners Club Arena: 3'897

Strafen: 2 x 2 Minuten für die Lakers, 1 x 2 Minuten für Biel

Lakers ohne Maurer, Welti, Walser, Brendl, Riesen, Siren

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

Tag der Jugend in Les Vernets

 

Mit den beherzt auftretenden Junioren Marco Thaler, Cedric Hüsler und Harrison Koch verdienen sich die Lakers trotz einer 1:4-Niederlage beim HC Genf Servette ein grosses Kompliment. Sie halten die über weite Strecken ausgeglichene Partie lang offen, zollen erst spät dem Kraftaufwand Tribut. Den Match entscheiden Randegger und Simek mit einem Doppelschlag acht Minuten vorm Spielende.

marzan Ohne neun (!) Stammkräfte reisten die Rapperswil-Jona Lakers zum Auswärtsspiel nach Genf. Die Liste verletzter bzw. angeschlagener Spieler verlängerte sich im Vergleich zum Vorabend um drei weitere Namen: Thomas Büsser, Adrian Wichser und Janne Niinimaa. Und Headcoach Harry Rogenmoser machte "aus der Not eine Tugend": die hervorragende Jugendarbeit der Lakers ermöglichte es, mit Cedric Hüsler als Stürmer im 1. Block, Harrison Koch an der Seite von Suri und Grauwiler und Marco Thaler als Defender gleich drei Junioren in die Partie zu schicken.

Nach sechs Minuten wanderte Stefan Hürlimann (fürs Haken gegen Morris Trachsler) auf die Strafbank. Shorthanded zog Stacy Roest auf Tobias Stephan zu, doch Servettes Goalie liess sich (an seinem 28. Geburtstag noch) nicht bezwingen. In der zweiten Powerplayminute fand Genf die perfekte Formation, aber noch ohne Torerfolg. Den feierte John Fritsche kurz nach Ablauf der Strafe, indem er einen Pothier-Pass in den Slot "fliegend" spektakulär verwertete. 

Die Hausherren hatten sich ohnehin einiges vorgenommen für die "Partie der wohl letzten Playoff-Chance." Mc Sorley's Team rangiert auf Platz 9. Der Abstand zum EHC Biel betrug vor dem Match sieben Punkte.

Plötzlich wieder Ruhe in der Halle

Dem Publikum gefiel der ingesamt beherzte und mutige Auftritt der Heimmannschaft. Auch Vampola und Fata kamen zu Torchancen, scheiterten aber am Schlussmann der Lakers, Daniel Manzato. Die prächtige Stimmung beendeten die Lakers in der 13. Minute: Nicolas Thibaudeau traf zum überraschenden 1:1, profitierte dabei von der "freundlichen Unterstützung" des Genfers Trachsler, der den Schuss von hinterm Tor (!) mit dem Schlittschuh ins Goal beförderte. Und als zwei Minuten später Thibaudeau die Chance bekam nachzulegen, aber genauso wie Youngster Harrison Koch in der 16. Minute vergab, war "Ruhe in Les Vernets". Schade, dass zwei Minuten vor Drittelende die Genfer doch wieder in Führung gehen konnten - Rico Fata überwand Daniel Manzato mit einem Schuss ins hohe Eck.

Wegen eines Fouls mit Verletzungsfolge an Petr Vampola schickte Schiedsrichter Prugger Reto Suri "zum Duschen" (5 Min. plus Spieldauerdisziplinarstrafe). Von nun an "fehlten" zehn Stammkräfte. Doch die Lakers wehrten sich, die Akteure auf dem Eis kämpften und spielten tapfer weiter.

Mit der exzellenten Möglichkeit, den Match zu entscheiden, startete Genf mit viereinhalbminütigem Powerplay ins Mitteldrittel. Doch Pothier, Bezina und Fata vergaben allerbeste Chancen. Manzato und seine Vorderleute brachten die Hausherren zur Verzweiflung. Und kaum war die Unterzahl unbeschadet überstanden, spielten die Lakers nach vorn, setzten Genf sogar unter Druck. Die Moral erinnerte stark an das Auftreten der Mannschaft am Vorabend gegen Lugano. Einmal rettete Gautschi für den bereits geschlagenen Torhüter Stephan vor der Torlinie, um ein Haar hätte Rapperswil-Jona erneut ausgeglichen. Die Vorstösse der "jungen Wilden" machten richtig Spass, vor allem Thibaudeau war kaum zu bremsen, die Elite-A-Youngster "standen ihren Mann". So fielen im zweiten Drittel keine Treffer mehr, die Lakers blieben dran.

Das Zwischenergebnis von 21:9 Torschüssen spiegelte die Kräfteverhältnisse nicht korrekt wider. Denn mehr "Qualität" hatten die initiierten gefährlichen Torszenen der Servettiens nun wirklich nicht, im Gegenteil. Die Lakers befanden sich längst auf Augenhöhe. Auch das letzte Drittel begann mit einem optischen Übergewicht (mehr Scheibenbesitz) für Genf, doch die Torchance von Loïc Burkhalter nach 48 Minuten "hatte es in sich". Tobias Stephan war bereits geschlagen, aber die Hartgummischeibe kullerte knapp am Tor vorbei.

KO per Doppelschlag

Erst acht Minuten vorm Ende schossen die Hausherren mit einem Doppelschlag den Sieg heraus. Flurin Randegger und Juraj Simek trafen innert 38 Sekunden zum 3:1 und 4:1. Und da war sie wieder, die Genfer Kulisse. Das Publikum feierte die "Magerkost" und den angesichts der Vorzeichen so zu bezeichnenden "Pflichtsieg" des Heimteams überschwänglich. Servette wahrte die "letzte Chance auf die Playoffs". Der Rapperswiler Fananhang freute sich, trotz der Niederlage eine tapfer kämpfende Mannschaft und aufstrebende Youngster gesehen zu haben, denen die Zukunft gehört.

  

HC Genf Servette - Rapperswil-Jona Lakers 4:1

Tor für die Lakers: Nicolas Thibaudeau (13'),

Zuschauer: 6'918 Zuschauer in Les Vernets Genève

Strafen: 2 x 2 Minuten plus 5 plus Spieldauerdisziplinarstrafe (gegen Suri) für die Lakers, 2 x 2 Minuten für Genf Servette

Lakers ohne Maurer, Welti, Walser, Brendl, Riesen, Siren, Wichser, Büsser, Niinimaa

Foto: hockeypics (c) "Nicolas Marzan - einer der jungen Wilden aus dem Lakersnachwuchs"

 

Dritter Sieg im dritten Heimspiel

Die Rapperswil-Jona Lakers gewinnen auch das drittes Heimspiel 2012. Nach Erfolgen über Davos und Ambri, schlagen sie den HC Lugano und schicken Larry Huras' Team mit 4:2 nach Hause. Im ersten Drittel brennen die Lakers ein Eishockeyfeuerwerk ab und begeistern 4'601 Zuschauer mit einer grandiosen Leistung. Früh erzielen Sandro Gmür, Adrian Wichser und Stacy Roest die Treffer zum 3:0, ins "empty net" trifft Reto Suri. 

Grauwiler gg LuganoMeist erkennt man schon nach wenigen Minuten, welches Team die bessere Tagesform, den grösseren Siegeshunger hat. Heute ahnten die Zuschauer nach wenigen Sekunden, dass die Lakers ein weiteres Mal mit unbändigem Willen den Match gewinnen wollen. 13. Sekunde: Roest nimmt in einer 2-auf-1-Situation den Schuss. 36. Sekunde: Zweiter Warnschuss für Gästetorhüter Benjamin Conz, der zwanzig Zeigerticks später schon wieder parieren muss.

Lakers-Kapitän Cyrill Geyer sprach nach Spielende von einem "optimalen Startdrittel", es war das wohl beste der laufenden Saison. Denn nach drei Minuten fasste sich Brandon Reid ein Herz, zog mit Tempo hinterm Tor der Luganesi durch, der Puck gelangte zu Sandro Gmür, der die Hartgummischeibe mit fulminanter Direktabnahme in die Maschen hämmerte. Die Gäste wurden auch in den Folgeminuten regelrecht überlaufen, kamen nicht nur einen, sondern zwei Schritte zu spät. Die Lakers konnten den Puck "aus den Kurven" holen, mit Direktpässen das Spiel verlagern, einfach "zaubern".

In der achten Minute deckten Hürlimann und Suri den Gästetorhüter mit Schüssen ein und Roest  traf zum Glück für Lugano nur den Schlittschuh von Florian Blatter. Schon zu diesem Zeitpunkt wäre ein Zwei-Tore-Vorsprung gerechtfertigt gewesen. Nach zehn Minuten gewann Wichser ein weiteres Bully in der eigenen Zone gegen Bednar, den schnellen Vorstoss der Lakers mit einer weiteren grossen Abschlusschance "vereitelte" Conz, profitierte aber auch vom Glück, das sein Gehäuse aus der Verankerung gesprungen war. Erst nach elf Minuten musste Lakersgoalie Jonas Müller einen Schuss von Rintanen entschärfen. Bis zur 13. Minute leistete sich Lugano fünf (!) Icings. Auf der anderen Seite checkte Dominik Schlumpf jenseits aller Regeln Lukas Grauwiler kopfvoraus in die Bande, die angezeigte Strafe und 6-5-Überzahl nutzten die Lakers zum 2:0. Adrian Wichser lenkte den  von der Bande abprallenden Puck Richtung Tor und Conz beförderte die Scheibe mit dem rechten Bein selbst ins Goal. Zwei Minuten später war das Gehäuse der Gäste erneut verschoben. Die Luganesi brachten nichts auf die Reihe, einen der wenigen Abschlussversuche verzog Rintanen, der gleich um zwei Meter links oben am Tor vorbeizielte. Anders die Lakers: Sie jubelten ein drittes Mal, nachdem sich Murray durchgetankt und der Postfinance Topscorer Stacy Roest am rechten Pfosten mit dem zweiten Nachschuss Erfolg hatte. 3:0 und die Gäste wussten, "wer Herr im Haus ist".

HCL-Coach Larry Huras erlöste Benjamin Conz und beorderte BackUp Alex Caffi ins Tor (allerdings nur für den Rest des 1. Drittels, danach kam Conz wieder). Caffi deckten Loïc Burkhalter und Andreas Camenzind (heute erneut Verteidiger) gleich mit Schüssen ein. Wichser und Suri überbrückten per Doppelpass die neutrale Zone und kreierten eine weitere gefährliche Lakers-Aktion.

 

Spätes Erwachen

Der HC Lugano startete verbessert ins zweite Drittel, doch bis zur Spielmitte hatten Rintanen, Bednar & Co. nichts zu bestellen. Strafen gegen Suri (2+2 Minuten) sowie Kienzle (2) und Julien Vauclair verlagerten das Spiel mal auf die eine, dann auf die andere Seite. Der erste Lugano-Treffer durch Brady Murray (er lenkte einen Kienzle-Schuss ab) fiel "aus dem Nichts", doch glich er einem Weckruf an sein Team (31'). Denn in den Folgeminuten geriet Jonas Müller mehr und mehr ins Rampenlicht, auch wenn im Penaltykilling nach 33 Minuten Roest und Niinimaa mit ihrer Pass-Staffette für "stierkampfarenenübliche Olé-Olé-Rufe" sorgten. Das Rapperswiler Publikum war begeistert, die Stimmung prächtig, Sunrise-Kurve und Sitzplatztribünen feuerten ihr Team an.

 

Lugano dreht auf

Es begann ein Sturmlauf der Gäste, doch die Lakers-Verteidigung schien gewappnet für den End-Fight. Zwar konnten Domenichelli und der erst vor zwei Tagen verpflichtete Brett McLean auf Seiten des HCL einige Male "schalten und walten", aber die Lakers zeichneten sich durch Kampfkraft und hohe Konzentration aus. Nur einmal verloren sie einen der Stars des HC Lugano im Slot - und der netzte zum 3:2 ein (Brett McLean, 46'). Die Lakers eroberten viele Rebounds, griffen auch auf das Glück des Tüchtigen zurück, denn im Penaltykilling nach 48 Minuten rettete zwei Mal der Pfosten. Für Entlastung sorgten Wichser, dessen Break spät abgefangen wurde und Berger, der mit einem Slapshot Conz bezwingen wollte. Während der temporeichen Schlussphase verlor so mancher die Übersicht, selbst Schiedsrichter Rochette bemerkte in einer Szene nicht, dass zwei Cracks aneinandergeraten waren und am Boden liegend "rauften". Das Spiel lief weiter, doch den Gästen gelang der Ausgleich nicht mehr. Wie schon gegen Ambri, traf ein Laker in buchstäblich letzter Sekunde sogar noch ins leere Tor der Gäste - 4:2. Standing Ovation, Ehrenrunden des gesamten Teams und eine Laola für Stacy Roest, Best-Player-Preise für das Brüderpaar Jordy (Lakers) und Brady (Lugano) Murray. Und das Debut für einen weiteren Elite-A-Junior Harrison Koch. Eishockeyherz, was willst Du mehr?

Morgen reisen die Lakers zum HC Genf-Servette.

 

Rapperswil-Jona Lakers - HC Lugano 4:2

Tore Lakers: Sandro Gmür (3', Brandon Reid, Stacy Roest), Adrian Wichser (13', Lukas Grauwiler), Stacy Roest (17', Brandon Reid, Jordy Murray), Reto Suri (60', empty net).

Zuschauer: 4'601 Zuschauer in der Diners Club Arena

Strafen: 6 x 2 Minuten gegen die Lakers, 4 x 2 Minuten gegen den HC Lugano

Lakers ohne Maurer, Welti, Walser, Brendl, Riesen, Siren

Foto: Hockeypics.ch, Thomas Oswald (c) "Grauwiler schneller als Nodari"

SCB siegt gegen bärenstarke Lakers

Mit stark dezimiertem Aufgebot leisten die Lakers dem SC Bern grosse Gegenwehr und unterliegen nur knapp mit 2:3. In der Postfinance Arena erzielen Brandon Reid und Stacy Roest  herrliche Treffer. Andreas Camenzind hilft in der Verteidigung aus, doch das "echte Debüt" feiert Cedric Hüsler. Der Youngster greift zum ersten Mal in einem NLA-Match ins Geschehen ein und stürmt zwischenzeitlich an der Seite von Rizzello und Hürlimann.

Stacy zeigt_wo_es_langgehtOh weh. Die Nachrichten zu Spielbeginn trieben Sorgenfalten in die Stirn: Die Lakers traten beim SC Bern ohne Derrick Walser, Pavel Brendl (beide mit Verdacht auf Adduktorenverletzungen) und Janne Niinimaa (Rückenbeschwerden) an. Siebenfach dezimiert (auch Maurer, Siren, Riesen und Welti fehlten) legte sich das Team mächtig ins Zeug, um dem "angezählten" (sechs Niederlagen in sieben Spielen), aber immer favorisierten SC Bern Paroli zu bieten.

 

Hüsler feiert NLA-Einstand

Die Lakers hielten sich bis zur 11. Minute unbeschadet. Dann traf Philippe Furrer im Powerplay und brachte den SC Bern mit 1:0 in Front. Die 2-Minuten-Strafe hatte sich Nicolas Thibaudeau eingehandelt - und da auch eine Disziplinarstrafe verhängt wurde, beorderte Coach Rogenmoser Cedric Hüsler in die Sturmformation mit Rizzello und Hürlimann. Der Elite-A-Junior feierte damit seinen ersten NLA-Einsatz "on ice". Respekt! Der Youngster bejubelte mit seinen Mannschaftskollegen wenig später das 1:1 durch Brandon Reid. Der "quirlige 55er" überwand SCB-Goalie Bührer und rief bei den anspruchsvollen Zuschauern erste Unmutsbekundungen hervor. Je einen Assistpunkt erhielten Jordy Murray und Stacy Roest. Letzterer hatte den ersten Schuss abgefeuert, den Bührer abprallen liess. Von links schoss dann der aufmerksame Brandon Reid in die Maschen.

 

Torjubel ohne Tor, Penalty, Pfiffe

Bern erhöhte nach der ersten Pause den Druck, die erneute Führung zeichnete sich ab. Dann traf Scherwey, doch die Referees Stricker und Baluska (Gastschiedsrichter aus der Slowakei) hatten die Partie zuvor unterbrochen. Sie entschieden auf Penalty, doch der junge Joël Vermin fand in Daniel Manzato seinen Meister. Anders Ryan Gardner - der hochgewachsene Center erzielte im zweiten Powerplay das zweite SCB-Tor. Die "Berner Eishockeywelt" war für wenige Minuten wieder "in Ordnung", das Publikum unterstützte die Angriffsbemühungen lautstark, das 3:1 lag in der Luft. Doch die Fahrlässigkeit und vor allem die Verspieltheit der Berner bestraften Antonio Rizzello und sein Passabnehmer Stacy Roest: Der Postfinance-Topskorer der Lakers erzielte in der Postfinance-Arena das 2:2. Die Bären bissen sich die Zähne aus. Die dezimierten Lakers, bei denen übrigens Camenzind als Verteidiger auflief, waren einfach nicht abzuschütteln, aufsässig und frech, ein verschworenes Team.

 

Enge Partie

Wieder zeichnete sich ein knappes Endresultat ab. Die bisherigen Saisonduelle gewann zwar alle drei der SC Bern, aber nie mit mehr als zwei Toren Unterschied (3:1, 5:3, 2:1). Bern enttäuschte auch am heutigen Abend seine Zuschauer. Immer mehr der 15'000 Fans brachten ihren Unmut mit Pfiffen zum Ausdruck. Gegen das Tabellenschlusslicht erwarteten sie einen klaren Sieg. Je näher die Schlusssirene rückte, umso mehr schmeichelte den Lakers das 2:2, denn Bern versuchte wirklich alles, einen Punktverlust zu vermeiden. Und dennoch: Der Auftritt der Lakers zeugte von grosser Moral. Toll, wie Headcoach Rogenmoser dieses Team führt und alles daran setzt, dass die Mannschaft im Kollektiv agiert, einer für den anderen einsteht und nie aufgibt.

Drei Minuten und zwölf Sekunden vor Ende der Partie trafen die Berner dann doch noch. Die Headschiedsrichter sahen sich zunächst die Videoaufnahmen an, denn sowohl Manzato wie auch seine Mitspieler waren sicher: dieses "Kick-Tor" darf nicht zählen! Es wurde doch gewertet - 3:2 für Bern, Torschütze Christoph Bertschy. In der verbleibenden Zeit bot sich leider keine Grosschance zum nochmaligen Ausgleich. Gardner und Plüss (der auch noch stolperte) trafen das leere Tor nicht.

Den Lakers gebührt Respekt für die grosse Gegenwehr und den beherzten Auftritt in Bern, auch wenn man dem Gegner wieder die Punkte überlassen musste.

 

SC Bern - Rapperswil-Jona Lakers 3:2

Tore Lakers: Brandon Reid (16', Stacy Roest, Jordy Murray), Stacy Roest (32', Antonio Rizzello)

Zuschauer: 15'843 Zuschauer in der Postfinance Arena

Strafen: 6 x 2 Minuten plus 10 Minuten (Disziplinarstrafe gg Thibaudeau) plus 1 Strafschuss gegen die Lakers, 4 x 2 Minuten plus 10 Minuten (Disziplinarstrafe gg Furrer) gegen SC Bern

Foto: Hockeypics.ch, Thomas Oswald (c) "Stacy lacht wieder"

"Immer einen Schritt schneller"

Mit 5:3 gewinnen die Rapperswil-Jona Lakers ihr Heimspiel gegen den HC Ambri-Piotta. Dass die Gäste selbst im Schlussabschnitt noch auf einen Punktgewinn hoffen können, verdanken sie einzig ihrem Torhüter Nolan Schaefer, der zwei Penalties abwehrt. Die Lakers agieren 40 Minuten lang bärenstark, gewinnen nahezu alle Zweikämpfe, erarbeiten sich Torchancen und sind jederzeit den "einen, aber entscheidenden Schritt schneller".

lakersAmbri

Die ersten beiden Saisonduelle hatten die Lakers mit 4:2 für sich entschieden, es waren die Highlights des ansonsten mühsamen Saisonstarts. Dem HC Ambri-Piotta schmerzten diese Niederlagen, denn ansonsten eilte das Team von Coach Constantine von Sieg zu Sieg, befand sich lange Zeit auf Playoff-Kurs ... und wäre dies wahrscheinlich immer noch, wenn da nicht die Matches gegen Rappi-Jona wären.

Auch heute Abend hatten die Leventiner das Nachsehen. Zu dominant traten die Lakers im Mittel- und Schlussabschnitt auf. Die Gäste hatten "nichts zu bestellen". Der bis kurz vor Schluss mögliche Punktgewinn hätte - das bestätigt selbst Ambris Stürmer Raffainer im Interview nach der Schlusssirene - den Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

 

Stille Wasser sind tief

In den ersten drei Spielminuten gaben beide Teams je einen Warnschuss ab, danach probierten es Ambris Perrault per Slapshot und Murray mit einem Sololauf. Die sechs Auftaktminuten vergingen wie im Flug - Schiedsrichter Mandioni und seine Linesmen mussten kein einziges Mal unterbrechen. In der 8. Minute erwischte Nils Berger, sonst einer der ruhigsten Spieler im Team der Lakers, den Torhüter der Gäste eiskalt und versenkte den zweiten Torschuss der Lakers im Gehäuse hinter Nolan Schaefer - 1:0. "Ein Tor gibt Selbstvertrauen, dann kann man vielleicht in Zukunft mal was probieren", analysierte er nüchtern im Interview nach Spielende mit Istvan Nagy von Radio Central.

Als kurz darauf Loïc Burkhalter einen Niinimaa-Schuss abfälschte, erntete auch der Center Szenenapplaus von den Rängen.

Im Gegenzug probierte es Demuth von halblinks, doch Manzato hielt seinen Kasten sauber. Niinimaas Befreiungsversuch nach 14 Minuten brachte ihm eine Strafe ein: Puck über die Plexiglasscheibe - Spielverzögerung - 2 Minuten. Der HCAP nahm das Geschenk dankend an und erzielte im Powerplay das 1:1 durch Trunz.

Die "Antwort" liess nicht lang auf sich warten. Wieder traf Nils Berger. Mit Übersicht und "abgezockt" erzielte der Flügelstürmer das Tor aus unglaublich spitzem Winkel. Die "Nummer 81" lupfte den Puck über Schäfer ins Tor und wurde prompt vom Sturmlinienpartner  und heutigen "Dauerbrenner" Burkhalter bejubelt. Klasse gemacht, die Zuschauer kamen wieder voll auf ihre Kosten.

 

Ambri bleibt dran

Sechs Minuten lang bot der Mittelabschnitt keine Highlights ... ausser einem 90 Sekunden währendem Powerplay der Lakers, das keines war (24'/25'). Als die Gäste den Puck einfach nicht aus der Verteidigungszone befördern konnten, agierten die Lakers nicht in Überzahl. In der 27. Minute hatte Thibaudeau selbst und auch die Zuschauer den Torschrei auf den Lippen, vergab aber seinen Schuss nach toller Vorarbeit von Antonio Rizzello. Als die Referees Joel Perrault in die Coolbox schickten, schien die Chance für die Lakers gekommen, sich abzusetzen. Doch Ambri's Julian Walker lauerte auf einen Fehlplass von Derrick Walser an der blauen Linie ... und zog mit seinem Break allen auf und davon. Per Shorthander traf der "91er" zum 2:2.

Wenige Sekunden nach Ablauf der Strafe "rehabilitierte" sich Unglücksrabe Walser und erzielte die erneute Lakersführung zum 3:2 (29'). Lukas Grauwilers Schlenzer ging übers Tor (30'), Doppeltorschütze Berger hatte für ein Mal Abschlusspech, obwohl er von Burkhalter mustergültig bedient wurde (32'), in Wichsers' Schuss von der blauen Linie hielt Reto Suri die Kelle rein und fälschte ab (33'), ein Powerplay verstrich ungenutzt, nach Ablauf der Strafe verpassten Suri (der wieder abfälschte) und Grauwiler (mit Buebetrickli) die 2-Tore-Führung. Und es ging weiter im Minutentakt. Murray brachte Brendl in Szene, der mit seiner Direktabnahme scheiterte (38').

Im Schlussabschnitt vergab zunächst Büsser (42') eine Einschussmöglichkeit, dann auch Burkhalter (44'). Die Gäste hatten stets das Nachsehen, verloren Zweikämpfe en mass, nichts wollte den Tessinern gelingen. Das 4:2-Powerplaytor durch Jordy Murray war folgerichtiger Ausdruck der Überlegenheit. Jordy hatte mal wieder zu einem kleinen Sololauf durch "Slalomstangen" angesetzt und den Goalie unten rechts "erwischt". In der 47. und 48. Minute überschlugen sich die Ereignisse. Erst wurde Grauwiler, dann Brendl bei ihren Breaks im letzten Moment regelwidrig gestoppt, vergaben aber beide ihre Penalties - und das, obwohl vor allem der zweite Schütze Pavel Brendl frenetisch angefeuert wurde.

Nach 56 Minuten rächte sich die mangelhafte Chancenverwertung. Denn der HC Ambri-Piotta kam noch einmal auf 3:2 heran, Kobachs Schuss von der blauen Linie fand den Weg ins Netz, vermutlich abgelenkt von Noreau. Plötzlich gab's doch noch vier Minuten Tempohockey a la Ambri zu sehen, die Gäste erwachten wieder, setzten sich auch im Drittel der Lakers fest (vier Bullies). Endlich gelang die Befreiung ... und Aurelio Lemm schob in allerletzter Sekunde den Puck ins "empty net" der Gäste.

Morgen gastieren die Lakers beim SC Bern, der heute den SCL Tigers unterlag.

 

Rapperswil-Jona Lakers - HC Ambri-Piotta 5:3

Tore Lakers: Nils Berger (8', Derrick Walser), Nils Berger (17'; Loïc Burkhalter, Aurelio Lemm), Derrick Walser (29'; Stacy Roest, Jordy Murray), Jordy Murray (46', Loïc Burkhalter, Pavel Brendl), Aurelio Lemm (60')

Zuschauer: 4'881 Zuschauer in der Diners Club Arena

Strafen: 1 x 2 Minuten gegen die Lakers, 3 x 2 Minuten plus zwei Strafschüsse gegen Ambri-Piotta

Foto: Hockeypics.ch, Thomas Oswald (c)

Lieblingsgegner Davos - Lakers gewinnen erneut

Vor der tollen Kulisse von 5'424 Zuschauern bezwingt Rapperswil-Jona ein weiteres Mal den HC Davos, diesmal mit 4:2. Die Lakers legen den Grundstein für den umjubelten Sieg in den ersten zwei Spielabschnitten, die sie mit 1:0 und 3:2 gewinnen. Den Sturmlauf der Gäste im Schlussdrittel übersteht das Heimteam mit grossem Kampfgeist, dem Glück des Tüchtigen und einem überragenden Torhüter Daniel Manzato. Es ist der dritte Lakers-Triumph  in Serie über den amtierenden Meister. Grauwiler und Wichser sammeln je zwei Assistpunkte. Geyer, Geiger, Suri und Roest feiern Torerfolge.

Penalty SuriGestern Abend absolvierte Cyrill Geyer sein 600. NLA-Spiel, heute feierte er mit dem 500. Einsatz im Dress der Rapperswiler NLA-Mannschaft das zweite Jubiläum binnen 24 Stunden. Der Lakerskapitän beschenkte sein Team und sich selbst - mit dem wichtigen und herrlichen Treffer zum 1:0 nach 13 Minuten. Geduldig hatten seine Teamkollegen im Powerplay den Puck in der Zone der Davoser behauptet, drei Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Marha verwertete Geyer die Vorarbeit von Lukas Grauwiler und Adrian Wichser.

Dabei waren doch die Gäste wie aufgedreht ins Spiel gestartet, allein Taticek mit zwei gefährlichen Torschüssen in der ersten Minute, Joggi aus spitzem Winkel (3') und Guerra mit drei Schüssen (einer davon landete am Aussennetz, 4') verdeutlichten den Siegeswillen des HCD.

Womöglich sass auch noch die "Schmach" der beiden Niederlagen in den letzten Vergleichen tief. Und dennoch: Auch die Lakers sannen heute auf Wiedergutmachung, waren sie doch gegen Kloten und Zürich mit zwei Niederlagen schlecht ins neue Jahr gestartet.

Harry Rogenmosers Truppe agierte wesentlich aggressiver, kompakter im Defensivverhalten und hochkonzentriert in der Spielauslösung. Die Lakers leisteten sich praktisch keine Puckverluste in der neutralen Zone. Die Davoser benötigten nach dem 1:0 einige Minuten, um wieder ins Spiel zu kommen, waren sichtlich konsterniert. Jordy Murray und Pavel Brendl hätten zum Abschluss ihrer tollen Einzelaktionen (17'/19') gut und gern auf 2:0 erhöhen können.

First Goal as a Laker: Marc Geiger

Das blieb dem Spieler vorbehalten, der vom HC Davos Anfang Dezember zu den Lakers gewechselt war: Marc Geiger. Sein Schuss von der blauen Linie fand den Weg in die Tormaschen (22'). Die Zuschauer feierten seinen schönen Treffer, der den Glauben nährte, dem Meister erneut eine Niederlage zufügen zu können. Als LakersGoalie Daniel Manzato in der 23. Minute keinen Big- sondern Monstersave auspackte und seinen Namen im Sprechchor von den Rängen hörte, war das wie Balsam auf seine Seele. Der spätere Spieler des Abends bot über 60 Minuten eine herausragende Leistung. Die Paraden im Mittelabschnitt sollten nicht seine letzten sein.

Dass Manzato in der 28. Minute für einmal hinter sich greifen musste, war nicht seine Schuld, sondern vielmehr der Verdienst der Ausnahmekönner Guggisberg und Marha. Letztgenannter erzielte den brillant herausgespielten Treffer. Davos wollte gleich nachsetzen, lief aber nur 39 Sekunden nach dem Anschlusstreffer ins offene Messer. Robin Grossmann konnte den auf HCD-Goalie Genoni losstürmenden Reto Suri nur regelwidrig bremsen. Der Topskorer der Lakers verwertete den fälligen Penalty mit einer "brutalen Selbstverständlichkeit" (28'), wie auch das tolle Foto von Thomas Oswald (hockeypics.ch) beweist. Und als in der 30. Minute das Rapperswiler "Urgestein und Idol" Stacy Roest nach spektakulärem Solo und einen Schuss auf Genonis Fanghandseite auf 4:1 erhöhte, glich die Diners Club Arena einem Tollhaus. Wie stolz können die Spieler auf dieses Publikum sein! Und was wäre nur in Rappi los, wenn dieses NLA-Team einmal auf Playoff-Plätzen rangieren würde...

Letztes Drittel: Nichts für schwache Nerven

Zurück zum Spiel. HCD-Trainer Arno DelCurto reichte das bunte Treiben seiner Jungs, er nahm nach dem 4:1 ein TimeOut. Noch im 2. Drittel verkürzten die Davoser durch Sciaroni auf 4:2, dennoch war deren Verunsicherung spürbar.

Mit brachialem Druck und laufintensivem Forechecking setzten die Gäste im Schlussabschnitt alles auf eine Karte. Auch die acht Bullygewinne im Verteidigungsdrittel der Lakers sprechen eine deutliche Sprache: Davos nur noch im Vorwärtsgang. Forster (mit Pass auf Sieber und eigenem Abschlussversuch), Guggisberg (Pfostenschuss), Marha und Sykora mit einigen Slapshots strapazierten das Glück. Doch dieses war 'den Tüchtigen hold'. Die kompakte Lakersdefensive hielt, vor allem der Slot wurde sauber gehalten und verteidigt, Davos musste viel "aussen herum" spielen. Und die Lakers vertrauten auch auf Daniel Manzato, der mal im Spagat, mal liegend, aber stets souverän alle Versuche der Bündner vereitelte. Als in der 54. Minute Marc Geiger auf die Strafbank musste, war klar: Bestehen die Lakers in diesem Penaltykilling, dann "war's das wohl". Zwei Mal Stacy Roest und vor allem Sandro Gmür, der drei Zweikämpfe gegen Reto von Arx für sich entschied und den Puck einmal in höchster Not aus der Zone schiessen konnte, verdienten sich Szenenapplaus.

Die gestern noch gescholtenen Lakers bewiesen ihrem Heimpublikum, dass die tollen Matches im Dezember keine Eintagsfliegen waren. Mit Kompaktheit, Einsatzbereitschaft und grossem Kampf gelang erneut ein Sieg über einen zweifellos starken Gegner.

 

Rapperswil-Jona Lakers - HC Davos 4:2

Tore Lakers: Cyrill Geyer (14', Wichser, Grauwiler); Marc Geiger (22', Grauwiler, Wichser), Reto Suri (28', Penalty); Stacy Roest (30', Lemm, Walser)

Zuschauer: 5'424 Zuschauer in der Diners Club Arena

Strafen: 4 x 2 Minuten gegen die Lakers, 3 x 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe (Bürgler) gegen Davos

Foto: Hockeypics.ch, Thomas Oswald (c)

Aufbauhilfe für Zürich

In einer über weite Phasen schwachen NLA-Partie unterliegen die Rapperswil-Jona Lakers bei den ZSC Lions mit 2:4. Doppeltorschütze Mark Bastl und Thibaut Monnet mit drei Assists heissen die herausragenden Akteure des Abends. Bei den Lakers erweckt nur die 4. Linie den Eindruck, die "Dezember-Form" konserviert zu haben. Stefan Hürlimann erzielt einen sehenswerten Treffer.

HürlimannVor 7'503 Zuschauern benötigte das Heimteam 6 Minuten und 38 Sekunden, um mit 1:0 in Führung zu gehen. Zürich hatte zuvor ein erfolgreiches Penaltykilling bestritten, in dem die Lakers zwar vier  gefährliche Schüsse auf Flüeler abfeuerten, die grösste Chance aber das Lions-Quartett hatte, als nach einem Tambellini-Break der mitgelaufene Andres Ambühl den Pass nicht verwerten konnte. Das Tor fiel nach einem Puckverlust im Lakers-Aufbauspiel, das Geschenk nahm Monnet knapp vor der blauen Linie dankbar an, passte auf die andere Seite zu Bastl, der den Puck direkt in die Tormaschen schoss.

Im Powerplay gefälliger

Patrick Bärtschis Geschoss ging am langen Toreck vorbei (8'), gegenüber verzog auch Pavel Brendl, der heute auffallend oft den Abschluss suchte - aber ebenso oft scheiterte. Als der Zürcher Domenico Pittis in die Coolbox geschickt wurde, erkämpften sich die Lakers zwei tolle Torchancen. Die erste vergab Lukas Grauwiler, der zulang gezögert hatte. Wenige Sekunden später zog die Nummer 14 der Lakers direkt ab, doch Lukas Flüeler hielt den Schuss. Apropos 14 - genau so viele Sekunden vor Drittelende verpasste Stacy Roest die grösste Ausgleichschance aus kurzer Distanz.

Schneller Rückschlag

Wie schon am Dienstag, wurden die Lakers auch am heutigen Abend mehrmals "kalt erwischt". Im zweiten Drittel legten die Hausherren nach nur 34 Sekunden nach. Steve McCarthy erhöhte auf 2:0. Als nur wenig später Stefan Hürlimann die schnelle Antwort gelang und zum 2:1 traf, schien die Gelegenheit gekommen, die Partie zu kippen. Der Center der 4. Linie - von Rizzello lanciert - "legte" sich den Puck auf die linke Kelle und überraschte Flüeler mit einem Handgelenkschuss.

Doch Zürich blieb gefährlich. Der starke Topscorer Jeff Tambellini trug den Puck immer wieder durch die neutrale Zone, initiierte mehrere 2-auf-1-Breaks. Die Lakers agierten jetzt zwar gefälliger, doch da sie allein zwischen der 30. und 38. Minute drei Strafen einzogen, überliessen sie den Lions die Spielkontrolle. Für Zürich hätten Kenins und Monnet treffen können, ein wirklich gefährliches Powerplay zogen die Lions aber nie auf. Sie mussten sich gar Pfiffe von den Rängen gefallen lassen, als Hürlimann eine Shorthander-Gelegenheit hatte. Die Lakers kämpften - keine Frage. Kapitän Geyer hechtete in einen Querpass, Stacy Roest behauptete frech die Scheibe im Drittel der Zürcher (alles in Unterzahl). Später feuerte Brendl ein weiteres Geschoss aufs Tor des ZSC ab, traf Flüelers Maske, der sichtlich benommen erstmal eine kleine Verschnaufpause benötigte (39').

Weiteres Strafen-Sammeln

Rapperswil-Jona präsentierte sich auch im letzten Drittel zu passiv, die Lions waren reaktionsschneller, druckvoller, aggressiver. Zwar sass als erster Blindenbacher auf der Strafbank, kurz danach aber wieder ein Laker. Cyrill Geyers Strafbankaufenthalt nutzten die Hausherren für zwei gefährliche Abschlüsse durch Kenins, blieben ansonsten wieder ungefährlich. In der 49. Minute traf ein Zürcher mit der Kelle Nicolas Thibaudeau im Gesicht, doch die zwei Sekunden zuvor angezeigte Strafe wurde gegen Hürlimann ausgesprochen. Wieder waren die Lakers gezwungen, viel Kraft ins Unterzahlspiel zu investieren. Und tatsächlich boten sich den Lions zusehends mehr Lücken: Murphy, Pittis, Bärtschi, Tambellini - jeder "durfte jetzt mal" Manzato prüfen. Ein Tor gelang aber erst, als beide Teams vollzählig auf dem Eis waren - 53. Minute, 3:1, Mark Bastl. Die Partie schien gelaufen.

Die letzte Chance

Für Aufregung sorgte ein ungeahndeter Bandencheck gegen Jordy Murray, der nach Rückkehr auf die Spielerbank seinen Handschuh wutentbrannt "ins Eck feuerte". Nach 57 Minuten und 21 Sekunden schickten die Schiedsrichter Zürichs Geering auf die Strafbank - fast wider Erwarten bot sich den Lakers doch noch eine "letzte Chance". Das Powerplay war druckvoll, im Tohuwabohu vor Flüeler wollte die Scheibe aber nicht über die Linie. Das gelang erst, als die Zürcher wieder vollzählig waren, die Spieluhr aber nur noch 34 Sekunden anzeigte (Loic Burkhalter). Jetzt nahm Coach Rogenmoser ein Timeout, setzte dann nach gewonnenem Bully alles auf eine Karte und Manzato eilte zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Lions erkämpften sich den Puck in der eigenen Zone, lancierten den lossprintenden Tambellini, der sechs Sekunden vorm Ende ins leere Tor zum Endstand traf.

Die Lakers haben in den ersten zwei Partien des Jahres nicht zur ihrer Form gefunden, mit der sie im Dezember den Fans viel Freude bereitet hatten. Morgen im Heimspiel gegen Davos wird das Team über sich hinauswachsen und vor allem fokussierter auftreten müssen, um zu bestehen.


 

ZSC Lions - Rapperswil-Jona Lakers 4:2

Tore Lakers: Stefan Hürlimann (22, Rizzello, Walser); Loïc Burkhalter (60'; Brendl, Roest)

Zuschauer: 7'503 im Hallenstadion

Strafen: 4 x 2 Minuten gegen Zürich, 5 x 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona

Foto: Hockeypics.ch, Thomas Oswald (c)

Blitzstart Kloten

Rapperswil-Jona verliert am Dienstag Abend mit 2:6 vor 5'364 Zuschauern in der Kolping Arena Kloten. Nach acht Minuten und 39 Sekunden ist die NLA-Partie  "gelaufen". Zu diesem frühen Zeitpunkt liegen die Flyers dank eines effizienten Blitzstarts mit 4:0 in Front. Ergebniskosmetik betreiben Sandro Gmür und Antonio Rizzello, das zweite und dritte Drittel endet jeweils 1:1.

Bieber und Manzato"Hätte, wenn und aber" zählt nicht. Die Kloten Flyers, die am Spengler Cup enttäuschten, betrieben vor heimischem Publikum Wiedergutmachung. Sie profitierten dabei jedoch von unglaublichen fünf Minuten. Erst versenkte "Altmeister" Marcel Jenni den Puck im Tor der Lakers (3'), erwischte Jonas Müller mit dem zweiten Abschlussversuch im kurzen Eck. Zwei Minuten später behauptete am anderen Ende des Rinks Reto Suri den Puck, passte dann zu Janne Niinimaa an die blaue Linie, dessen Geschoss um Zentimeter das Ziel verfehlte. Und in der 6. Minute lupfte Brandon Reid gar den Puck am bereits geschlagenen Rüeger, aber auch am Tor vorbei.

Wie im falschen Film

Niinimaa kassierte die erste Strafe, Kloten benötigte 12 Sekunden bis zum 2:0 - gegen den Slapshot von Santala war Müller machtlos. Weitere 55 Sekunden danach schoss Klotens Liniger am Tor vorbei, doch den von der Bande zurückprallenden Puck drosch Roman Wick in die Maschen. LakersCoach Rogenmoser nahm ein TimeOut, aber nur zwei Minuten später trafen die Hausherren zum 4:0 - der Ex-Laker Niklas Nordgren erzielte das kuriose Tor. Nach einem hohen Schlenzer von Bieber reagierte der Schwede am schnellsten.

Die Lakers ersetzten Müller durch Daniel Manzato.

Zwei weitere Distanzschüsse von Niinimaa, ein Hammer von Brendl und ein Schuss aus spitzem Winkel von Berger blieben erfolglos, zwei Abschlussversuche von Adrian Wichser wurden geblockt, das Drittel endete 4:0. Wahnsinn. Im Radio-Interview nach Spielende sprach Klotens Roman Wick von einer "verdienten schnellen 4:0-Führung". Neutrale Matchbesucher fragen sich, womit. Auch ein 2:2 wäre nicht "unverdient" gewesen.

Von diesem Auftakt und Glück (des Tüchtigen) zehrten die Flyers während der gesamten verbleibenden Spieldauer. Keine Frage, dass sich die Hausherren aufs Verwalten des Vorsprungs beschränkten. Doch genauso wenig, wie sich die Lakers die Frage des Warums stellen durften, so spielte auch später keine Rolle, warum die Flyers letztlich nur ebenbürtig waren. Die Lakers gewannen die Schussstatistik des zweiten Drittels mit 11:6, Jordy Murray traf nur den Torpfosten, Lemm scheiterte bei seinem Alleingang an Rüeger. Die einzige für Stimmung in der Halle sorgende Szene des Mittelabschnitts prägten Duvie Westcott und Nic Thibaudeau. Sie lieferten sich einen Faustkampf, nachdem der Lakersstürmer Rache für eine Aktion gegen Manzato nehmen wollte. 31 Sekunden hatten die Lakers noch zu überstehen, da kassierte Rizzello die nächste (sehr harte) Strafe. Das Powerplay dauerte 39 Sekunden, da schickten die Schiedsrichter auch Derrick Walser in die Kühlbox - 1:21 Minuten Powerplay 5-gegen-3 für Kloten. Bieber erzielte backhanded am rechten Pfosten das umjubelte 5:0, shorthanded (in Unterzahl) traf aber auch der mitgelaufene Sandro Gmür für die Lakers.

Der Unterschied

Im Schlussdrittel mussten beide Goalies je zwei Mal zupacken, Manzato in der 45. Minute gar mit einem BigSave abwehren. Im Powerplay trafen die Lakers zum dritten Mal die Torumrandung (49', Brendl), Hürlimann und Rizzello trafen anschliessend aus kurzer Distanz nicht, Murrays Geschoss verfehlte das Ziel.

Wieder zeigten sich die Flyers kaltschnäuziger und trafen 15 Sekunden vor Ende eines Powerplays zum 6:1 - that's the difference. So schön der One-Timer von Rizzello zum 6:2 auch war (Passgeber Hürlimann und Geyer), das Tor war nur Ergebniskosmetik.

Bei den Lakers fehlten Niki Siren, Andreas Camenzind, Marco Maurer, Michel Riesen (alle verletzungsbedingt), Stacy Roest wurde nicht aufgeboten; während der Partie schied auch Marc Welti verletzungsbedingt aus. Thomas Büsser wurde nach Thibaudeaus Ausscheiden als Stürmer eingesetzt.

Die Lakers bestreiten diese Woche zwei weitere schwere Aufgaben: Am Freitag gastieren sie im Hallenstadion beim ZSC, am Samstag treffen sie vor eigenem Publikum auf den HC Davos.

 

Kloten Flyers - Rapperswil-Jona Lakers 6:2

Tore Lakers: Sandro Gmür (36'; Wichser, Geiger), Antonio Rizzello (59'; Hürlimann, Büsser)

Zuschauer: 5'364 in der Kolping Arena

Strafen: 3 x 2 Minuten plus 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Westcott) für Kloten, 5 x 2 Minuten plus 5 Minuten plus 10 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Thibaudeau) für Rapperswil-Jona

Foto: Hockeypics.ch, Thomas Oswald (c) "Auch heute Hauptakteure: Matthias Bieber und Daniel Manzato"

Tigers ziehen den Kopf aus der Schlinge

Den Rapperswil-Jona Lakers bleibt das grösste Weihnachtsgeschenk verwehrt. In einer unterhaltsamen und vom Heimteam über weite Strecken dominierten NLA-Partie gewinnen die Gäste aus Langnau mit 5:3. Dabei spielten die SCL Tigers doch zumindest zwei Drittel lang wie der nächste Träger der "roten Laterne".

grauwiler gestopptKann ein NLA-Team, das über 80 % der Zweikämpfe verliert, in der Schuss-Statistik nicht knapp, sondern haushoch unterlegen ist, einen "geschenkten" 2:0-Vorsprung verspielt und läuferisch dem Gegner gnadenlos unterlegen ist, drei Punkte einfahren? Ja, es kann.

Die SCL Tigers lieferten heute Abend den Beweis dafür ab. Trotz eines Blitzstarts - dem 1:0 nach rekordverdächtigen neun Sekunden und dem erneuten Torerfolg im zweiten Abschlussversuch nach sechs Minuten, präsentierten sich die Gäste aus Langnau wie das künftige Tabellenschlusslicht. Denn der "Noch-Träger" der roten Laterne, die Rapperswil-Jona Lakers, dominierten die Partie vor 4'623 Zuschauern ab dem Moment, wo Coach Rogenmoser mit seinem Timeout (nach Langnaus' zweitem Tor, einem "Bully-Goal") seinen Jungs noch mehr Adrenalin eingeimpft hatte.

Die Körpersprache der LakersCracks war deutlich: Sie wollten die Laterne weiterreichen, der Gegner hatte Angst davor, sie überreicht zu bekommen. Derrick Walser tanzte zwei verduzte Langnauer an der blauen Linie aus, feuerte dann einen Schuss auf Esche ab (10'), Sekunden später klatschte der Puck zum ersten Mal (heute drei Mal!) an den Pfosten des Gästetores. Mit der gefühlten 10. Chance gelang den Lakers das hochverdiente erste Tor nach elf Minuten durch Reto Suri.

Mit für die Langnauer zu schneller Kombination über Walser, Suri und Rizzello gelang beinahe der Ausgleich, doch Jörg Reber rettete in höchster Not - allerdings regelwidrig. Folgerichtig gab's zwei Minuten Strafe und ein begeisternd herausgespieltes 2:2 - erneut durch Suri. Erst spät im 1. Drittel musste Manzato eingreifen und gegen Pelletier retten, doch das Spiel der Lakers erfreute die Zuschauer, die rhythmisch klatschten. Als sich Simon Moser die zweite Langnauer Strafe eingehandelt hatte, spielten Burkhalter, Brendl und Walser mit der Tigers-Verteidigung Katz und Maus.

Im zweiten Drittel kassierte erst Lakers-Stürmer (und heute erstmals Postfinance-Topskorer) Stacy Roest eine Strafe, doch das Urteil eines Zuschauers "Die Tigers haben das Powerplay aber wirklich nicht erfunden" drückte fachkompetent aus, wie die Kräfteverhältnisse auf dem Eis verteilt waren. Nach 26 Minuten schlossen die Lakers die vierte (!) 2-auf-1-Situation mit dem 3:2 ab. Roest hatte Jordy Murray bedient, der Puck rutschte dem verduzten Robert Esche über die Linie. Suri's Gewaltschuss aus acht Metern fischte der Langnauer Goalie mit der Fanghand herunter (27'), nach 32 Minuten zischte der Schuss von Burkhalter Zentimeter am Gehäuse vorbei. Schiedsrichter Popovic sperrte Welti für zwei Minuten aus, die Lakersdruckphase war für kurze Zeit unterbrochen. Warum aber das Foul an Lukas Grauwiler, der vorm Tor der Tigers nach erfolgreichem Dribbling von den Beinen geholt wurde (siehe Bild von Thomas Oswald), keine Strafe nach sich zog, bleibt ein Geheimnis.

Maskottchen Leyki fragte zynisch in Anspielung einer vor wenigen Tagen veröffentlichten journalistischen Lakers-Kritik: "Sind wir nicht alle ein bisschen Desperados?" und der Verfasser traute seinen Augen nicht: Die Lakers spielen nicht wie ein Absteiger. Allzu deutlich war erkennbar, warum die Mannen von Coach Rogenmoser zuletzt den Favoriten Punkte abgetrotzt hatten. In Rapperswil schiesst nicht das Geld die Tore, sondern der Charakter. Und den hat das Team heute Abend erneut bewiesen. Und nicht genug der widerlegten Kritik: In der Drittelpause wurde die hervorragende Nachwuchsarbeit der Lakers geehrt - Pascal Kaiser von Radio Zürisee moderierte die Scheckübergabe für den Sieger der Sanitas Challenge.

Zurück zum Spiel: Dass die Tigers heute dennoch als Sieger vom Eis gingen, verdanken sie a) einer riesigen Portion Glück, dass die Lakers nicht längst den "Weihnachts-Sack zu gemacht" hatten und b) zwei unnötigen und auch nicht alltäglich geahndeten Strafen gegen Geiger und Burkhalter zu Beginn des letzten Drittels. Beide Strafzeiten nutzten die Gäste zu zwei sogenannten "einfachen" Toren durch DiPietro und Bucher. Die nochmalige Antwort der Lakers durch die Abschlussversuche von Brendl (50'), Murray (53') und Grauwiler (56') blieb leider aus.

Dieser Spielbericht mag Schönschreiberei gleichen, doch in den bisherigen 35 Matches waren die Lakers in keiner derart überlegen geführten Partie ohne Punktausbeute geblieben. "Ein verrücktes Spiel" und "leider nicht die passende Antwort an all die, die uns den Erfolg nicht gönnen", hiess es anschliessend in der Supporter-Bar, wo zu später Stunde noch eine Schlagerparty stattfand. Die Niederlage wirft die Lakers nicht zurück. Das tolle Auftreten während der letzten Wochen lässt keine andere Schlussfolgerung zu, als dass die Fans und Freunde des Rapperswiler Eishockeysports im neuen Jahr noch viel Freude an ihrem Team haben werden. Auch im heutigen Match hatten sie diese: Neun Mal (!) gab's Szenenapplaus, jedes Powerplay wurde lautstark unterstützt. Auch nach dem 0:2 war vielen auf den Rängen klar, dass die Lakers zurückschlagen werden.

Rapperswil-Jona Lakers - SCL Tigers Langnau 3:5

Tore Lakers: Reto Suri (12.; Michel Riesen, Stefan Hürlimann), Reto Suri (15.; Adrian Wichser, Michel Riesen); Jordy Murray (26.; Stacy Roest)

Zuschauer: 4'623 in der Diners Club Arena

Strafen: 4 x 2 Minuten für die Lakers; 2 x 2 Minuten für die SCL Tigers

Foto: Hockeypics.ch, Thomas Oswald (c)

Der nächste Punktgewinn für die Lakers

Die Lakers erkämpfen sich auch beim hochfavorisierten EV Zug einen Punkt. Den 1:1-Ausgleich erzielt Derrick Walser im von Strafzeiten überfluteten Schlussdrittel. Durch den Punktgewinn wahrt das Team von Harry Rogenmoser die Chance, am Tag vor Heiligabend den heimischen Fans in der Diners Club Arena das schönste Weihnachtsgeschenk zu machen und die rote Laterne an die SCL Tigers abzugeben. Wer hätte das vor vier Wochen gedacht?

Lemm siegt_gegen_Zug

Harry Rogenmoser bot erneut Jonas Müller auf, verzichtete heute auf die Dienste von Pavel Brendl (der beim Spengler Cup für den HC Davos im Einsatz sein wird), das Ausländerquartett bildeten die Verteidiger Niinimaa und Walser sowie die Stürmer Roest und Reid. Sandro Gmür, der vorgestern seinen Vertrag bei den Lakers um drei Jahre verlängert hat, feierte ein "grosses Jubiläum", sein 500. (!) NLA-Spiel.

Beim EV Zug vertraute Trainer Doug Shedden Jussi Markkanen als Torhüter. Als "fünfter" Ausländer musste der Finne Esa Pirnes zuschauen.

Die Lakers starteten willensstark in die Partie, gewannen 8 der ersten 10 Zweikämpfe und zahlreiche Laufduelle. Folgerichtig kamen sie durch Lukas Grauwiler und Aurelio Lemm zu Torgelegenheiten. Die Hausherren konterten gefährlich, die grösste Chance der ersten zehn Minuten vergab Fabian Schnyder, der allein auf Goalie Müller zulief, aber verschoss (4'). Im ersten Powerplay des EVZ wehrten sich die Lakers erfolgreich. Eine Grosschance kurz nach Ablauf der gegen Grauwiler verhängten Strafe, vereitelte Jonas Müller mit einem BigSave gegen Josh Holden. Die Lakers spielten weiter munter mit, Gmür und Reid, die beide von ihren Mitspielern in Szene gesetzt wurden, prüften Jussi Markkanen (15'/17'). Walser's Slapshot verfehlte das Ziel (18'). Dennoch - die acht Torschüsse der Hausherren (Lakers zehn) waren zwingender, gefährlicher, so wie der von Björn Christen in der letzten Minute des 1. Drittels.

Zuerst wehrte Jonas Müller einen weiteren Abschlussversuch von Holden ab, liess dann aber den Verlegenheitsschuss vom Zuger Andreas Furrer aus der neutralen Zone passieren (22'). Der Ex-Rapperswiler lupfte den Puck mit der Rückhand Richtung Lakerstor, wo die Scheibe unglücklich und für Müller unkalkulierbar aufsetzte. Mit diesem "Überraschungs-Ei" gingen die Hausherren mit 1:0 in Führung. Zug wollte gleich nachlegen, doch die Lakersdefensive hielt ... und auch Goalie Müller blieb fokussiert.

Sechs Minuten später leistete sich Torschütze Furrer einen fatalen Fehlpass, den Suri abfing und Riesen lancierte. Dessen Schuss wurde aber geblockt. Nicolas Thibaudeau scheiterte zwei Mal an Markkanen. Insgesamt jedoch hatte der EV Zug das Spiel an sich gerissen. Die Chancen verloren an Qualität, dafür diktierte Doug Sheddens Ensemble das Spielgeschehen und -tempo. Kurz vor Drittelende liessen Jordy Murray und Stacy Roest im Vier-gegen-Vier (Christen und Niinimaa sassen auf der Strafbank) beste Ausgleichschancen aus. So blieb's beim 1:0 nach 40 Minuten.

Jonas Müller entzauberte Schnyder, Brunner und Casutt, die furios ins Schlussdrittel starteten (zu diesem Zeitpunkt lagen die SCL Tigers mit 3:0 gegen den HC Davos in Front; vgl. Schlussbemerkung). Sandro Gmür versuchte in seinem Jubiläums-Match mit zwei verdeckten Fernschüssen und toller Vorarbeit für Loïc Burkhalter Akzente zu setzen - leider (noch) ohne zählbaren Erfolg. Elf Minuten vorm Ende schafften die Lakers dann aber das 1:1 - im Powerplay 5-gegen-3. Torschütze Derrick Walser hatte von der blauen Linie abgezogen, Jussi Markkanens Shutout-Plan war dahin. Damien Brunner hatte sich im Fight mit Marc Geiger 2+2 Minuten eingehandelt, auch Yannick Blaser kassierte von Schiedsrichter Eichmann zwei Minuten. In der 49. Minute "erwischte" es Patrick Fischer, 86 Sekunden später aber auch Jordy Murray - und wegen seines Reklamierens gleich für den Rest der Partie (Spieldauerdisziplinarstrafe).

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, beide Teams suchten die vorzeitige Entscheidung. Berger, Thibaudeau, Suri und Burkhalter verlangten der Zuger Verteidigung alles ab. In der turbulenten Schlussphase wurde auch Adi Wichser in die Coolbox verbannt. Lindemann vergab freistehend eine "Hundertprozentige", bei einem Gegenstoss parierte Markkanen mit der Fanghand gegen Reto Suri. 44 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit schickte Eichmann Lukas Grauwiler auf die Strafbank, Zug''s Trainer Doug Shedden schwor sein Team während einem TimeOut auf das Powerplay ein. Auf der anderen Seite motivierte Harry Rogenmoser sein Team, zumindest den Punktgewinn zu sichern. Und tatsächlich - die Lakers erkämpften sich eine Verlängerung.

Nach 37 Sekunden sicherte Glen Metropolit dem Heimteam mit seinem Powerplay-Tor zum 2:1 den zweiten Punkt, die Lakers kehrten mit immerhin einem Zähler heim nach Rapperswil-Jona.

Zeitgleich erkämpfte sich der HC Davos (nach dem 0:3-Rückstand) ein 3:3 in Langnau, gewann dann auch noch das Penaltyschiessen. So erhalten Lakers-Kapitän Cyrill Geyer und seine Mannschaftskollegen am Freitag die (vor wenigen Wochen erträumte) Chance, den letzten Tabellenplatz zu verlassen. Ein Sieg im Heimspiel gegen die Tigers wäre das wohl schönste Weihnachtsgeschenk für alle Rappi-Fans.

Darum, liebe Freunde des Rapperswiler NLA-Teams: Auf in die Diners Club Arena! Freitag, 19.45 Uhr, Lakers vs SCL Tigers.

 

 

EV Zug - Rapperswil-Jona Lakers 2:1 n.V.

6'024 Zuschauer in der Bossard Arena, Zug

Tor für die Lakers: Derrick Walser (49.)

Strafen: 4 x 2 plus 10 Minuten (gegen Brunner) für den EV Zug, 5 x 2 plus 10 plus 20 Minuten (gegen Murray) für die Lakers

 

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

Die Nummer 1 am See sind WIR !

Rapperswil-Jona gewinnt nach dem gestrigen Husarenstreich auch das Zürichsee-Derby! Im brisanten Duell mit den ZSC Lions treffen die Lakers zwei Mal im Powerplay, Jordy Murray erzielt nach seinem gestrigen "Tor des Monats" ein Empty-Net-Goal zum 3:1-Endstand. Das Rapperswiler Publikum feiert die siegreiche Mannschaft und dessen Torhüter Jonas Müller.

Burkhalter trifft gg ZSC"Eishockey-Herz, was willst Du mehr?" fragten wir gestern nach dem Coup der Lakers in Fribourg. "Vielleicht einen Heimsieg gegen die ZSC Lions?"

4'011 Zuschauer waren heute Abend live dabei: Dem Sieg über den Meister (Davos) und dem Erfolg beim gestürzten Tabellenführer (Fribourg) folgten heute drei Punkte im Evergreen Lakers vs ZSC Lions. Da die Lakers letztes Wochenende auch Biel bezwungen hatten, stehen nun vier Siege aus den letzten fünf Partien zu Buche. Die Lakers sind wieder da!

Gegen Zürich stand Michel Riesen im ersten Powerplay dort, von wo er gestern seinen 250. NLA-Treffer erzielte - am langen Pfosten. Heute schoss er aus spitzem Winkel und die Hartgummischeibe fand unter gütiger Mithilfe von LionsGoalie Lukas Flüeler den Weg ins Tor - 1:0.

Im ausgeglichenen ersten Drittel konnte Jonas Müller, der heute erneut den Vorzug gegenüber Daniel Manzato erhielt, nicht überwunden werden. Aufmerksamen Beobachtern entging nicht, dass Domenico Pittis, im letzten Aufeinandertreffen noch kläglicher Verlierer der Bully-Duelle, heute nicht mehr "an den Punkt" beordert wurde.

 

Specialteam in Höchstform

So überraschend wie das 1:0 gefallen war, erzielte auch Blaine Down für Zürich den Ausgeichstreffer nach 28 Minuten. Im Powerplay fanden die Stadtzürcher nie eine entscheidende Lücke, obwohl sie dazu ausreichend Gelegenheit gehabt hätten. Die Lakers kämpften beherzt und engagiert, mit Selbstvertrauen und Geschick. Die Zürcher spielten harmlos, ernteten sogar ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen, als sie ihre Aktionen nicht abbrachen, obwohl der hart getroffene Cyrill Geyer am Boden lag. Nach 33 Minuten ahndete Schiedsrichter Rochette Blindenbachers' Halten, schickte aber auch den sich heftig beschwerenden Nicolas Thibaudeau auf die Strafbank - 10 Minuten wegen Unsportlichkeit. Im Powerplay traf Murray den Pfosten und schoss Sekunden später auch aus spitzem Winkel - Flüeler hatte erneut Glück, abgeprallt von seinem Schoner stoppte er im letzten Moment den Puck.

 

Mentale Stärke im Schlussdrittel

Die ersten Akzente im Schlussdrittel setzten die Lakers: Nach nur 40 Sekunden schob Brandon Reid nach einem unwiderstehlichen Solo den Puck am langen Pfosten vorbei. Auch Aurelio Lemm (44') probierte es "allein gegen alle", Wichsers' Vorlage verwertete Riesen leider nicht. Danach verflachte die Partie, den Cracks wurde bewusst, dass der nächste Fehler die Partie entscheiden könnte.

Andres Ambühl kassierte nach äusserst ungeschicktem Zweikampfverhalten die erste Strafe im Schlussabschnitt. Das rhythmische Klatschen der Zuschauer hatte gerade erst eingesetzt, da traf - hart bedrängt, aber entschlossen - Loïc Burkhalter zur erneuten Führung für die Lakers (siehe Foto von Thomas Oswald). Das 2:1 war das siebte (!) Überzahltor in den letzten fünf Spielen. Die Zürcher beraubten sich ihrer Chancen selbst. Denn auch Blindenbacher, der im 1-gegen-1 Reto Suri nur mit einem "Gesichtstreffer" stoppen konnte, kassierte wegen übertriebener Härte eine Strafe; die Zeit lief den Zürchern davon.

Erst in den letzten fünf Minuten übte der ZSC noch einmal Druck auf das Tor der Lakers aus. Doch Jonas Müller lief zur Hochform auf - er parierte glänzend die Schüsse von Bärtschi, Pittis, Tambellini und in der letzten Minute auch gegen Cunti. Drei Mal spielten die Lakers - Zürich hatte bereits den Goalie herausgenommen - den Puck an die linke Bande. Zwei Mal erwischte Jordy Murray die Scheibe nicht ... Icing. Im dritten Versuch aber doch! Der Stürmer mit der Rückennummer 28 zog auf und davon, nahm früh den Schuss ins leere Tor der Zürcher - Riesenjubel, Standing Ovations, Genugtuung bei den Fans und den sich beglückwünschenden Cracks auf dem Eis. Die Lakers sind das Team der Stunde, verkürzten den Rückstand am Tabellenende auf nur noch einen Punkt.

Michel Riesen, der das wichtige 1:0 erzielt hatte und Luca Cunti nahmen ihr Präsent als Spieler des Abends mit. Die Fans feierten auch Jonas Müller, der nach dem gestrigen Auftritt in Fribourg seinem Team erneut wertvolle Dienste geleistet hatte.

Am 20. Dezember geht's weiter: Auswärtsspiel beim EV Zug (den die Lakers im letzten Duell ebenfalls bezwangen) und am 23. Dezember zum "Vorweihnachts-Match" in der Diners Club Arena gegen die SCL Langnau Tigers.

 

Rapperswil Jona Lakers - ZSC Lions 3:1
Diners Club Arena, 4'011 Zuschauer
Strafen: 5 x 2 Minuten plus 10-Min-Disziplinarstrafe (Thibaudeau) für Rapperswil-Jona, 7 x 2 Minuten für Zürich
Tore für die Lakers: Michel Riesen (6', Adrian Wichser, Reto Suri), Loïc Burkhalter (49, Stacy Roest, Jordy Murray), Jordy Murray (60', Loïc Burkhalter)
Foto: (c) hockeypics.ch

Viereinhalb Minuten für die Geschichtsbücher

Die Lakers schlagen den Tabellenführer! In einem an Dramatik nicht zu überbietenden NLA-Fight stürzt Harry Rogenmoser mit seinen Jungs Fribourg Gottéron vom Ligathron. Die phänomenal aufspielenden Lakers holen mit drei Treffern in viereinhalb Minuten einen 1:3-Rückstand auf und gewinnen mit 4:3. Was für eine Moral!

Walser lachtVon Beginn an Schwerstarbeit für die Lakers: Nach nur 46 Sekunden schlich Janne Niinimaa enttäuscht über seine Aktion auf die Strafbank. Das sonst so gefürchtete Powerplay Gottérons kam gottseidank nicht auf Touren, es fehlte Präzision, zudem agierten die Lakers im Penaltykilling präsent und reaktionsschnell.

Das Team von Harry Rogenmoser kämpfte auch im 5-gegen-5 um jeden Meter Eisfläche, doch schon mit dem dritten Abschlussversuch gingen die Hausherren durch Sandy Jeannin in der 6. Minute in Führung. Das Team von Trainer Kossmann hatte nur eine kurze Anlaufzeit gebraucht. Die aufkeimende Spielfreude und Selbstsicherheit des Leaders begeistert das Fribourger Publikum ... und beeindruckt in diesen Wochen die Konkurrenz.

Nicht jedoch die NLA-Cracks der Lakers. Denn sie "antworteten" mit eigenen Offensivaktionen. Die grösste Torchance vergab Brandon Reid, der lanciert von Loïc Burkhalter die Hartgummischeibe neben das Tor setzte (10'). Zwischen der 8. und 12. Minute musste Cristobal Huet im Tor des Heimteams vier Mal zupacken, die Lakerschancen hätten reichen müssen, um auszugleichen. Als sich Gottérons Defender Ngoy die erste Strafe einfing (14'), feuerte erst Derrick Walser im Lakerspowerplay einen Schuss ab. Doch das 1:1 fiel nicht, die Lakers liefen zwei Mal Gefahr, einen Shorthander zu kassieren. Die schnellen Dubé und Gamache zwangen Jonas Müller zu Glanzparaden. Auch Sprungers' Schuss in der letzten Minute des ersten Drittels entschärfte Müller mirakulös mit der Fanghand.

 

Wie ein echter Leader

Kurz nach Wiederanpfiff schlug der Tabellenführer ein zweites Mal eiskalt zu. Julien Sprunger liess Lakersgoalie Müller keine Abwehrchance, nachdem er mit Jeannin einen sehenswerten Doppelpass gespielt hatte. Der Torschütze musste wenig später auf die Strafbank. In Überzahl (in der letzten Sekunde des Powerplays!) kamen die Lakers zum Anschlusstreffer. Es war ein Jubiläumstreffer, nämlich das 250. NLA-Tor von Michel Riesen. Congratulations Michel! Dem Treffer war eine tolle Kombination über Stacy Roest und Reto Suri vorausgegangen. Wieder stand Riesen dort, wo er es in all den Jahren seiner Karriere mit unzähligen Aktionen zu Ruhm gebracht hat - am langen Pfosten. 

Resultatmässig befanden sich die Lakers nicht auf Augenhöhe mit dem Leader, spielerisch auf jeden Fall. Sie setzten sich phasenweise im Drittel der Hausherren fest, Geiger feuerte von der blauen Linie zwei Mal ab, Grauwilers Geschoss ging übers Goal. Wichser, Riesen und Suri düpierten mehrfach die Verteidiger Gottérons, die sich im Dauerdruck nach einem Wechsel sehnten. Die Westschweizer wurden erst erlöst, als am Ende des zweiten Drittels Strafen gegen Grauwiler und Gerber ausgesprochen wurden.

Angestachelt startete Gottéron druckvoll ins letzte Drittel. Die Vorgabe ihres Trainers schien klar - möglichst schnell die drohende "Blamage" abwenden. Die Lakers zogen ihr Forechecking konsequent durch, wehrten sich mit Mann und Maus, auch im Penaltykilling, als Niinimaa zum zweiten Mal in der Coolbox sass. Birbaum und Heins koordinierten das Überzahlspiel des Heimteams, jedoch ohne zählbaren Erfolg. Auch Gamache zögerte zu lang und überwand Jonas Müller nicht (47'), genauso wenig wie Sandro Brügger (51').

 

Historisches Schlussdrittel - "Wahnsinns-Moral"

Sieben Minuten vor Schluss schien der Bann gebrochen und Christian Dubé traf zum 3:1. Das ausverkaufte Haus feierte die vermeintliche Vorentscheidung. Doch da hatte Gottéron die Rechnung ohne die Lakers gemacht. Rappi antwortete noch einmal ... mit einem Gewaltschuss von Derrick Walser. Der Defender feuerte den Puck in die Maschen, Huet besass nicht den Hauch einer Abwehrchance (55'). Der hochverdiente Anschlusstreffer war Auftakt sechs geschichtsträchtiger Minuten: Burkhalter zwang den Heimgoalie zu einer Glanzparade, Thibaudeau knallte den Puck an den Pfosten und Jordy Murray erzielte das sensationelle 3:3. Der quirlige Stürmer lief "Coast-to-Coast", spielte dabei drei Gegenspieler und letztlich auch Goalie Huet aus.

Und als ob das nicht genug wäre ... mit dem nächsten Schuss aufs Fribourg-Tor, genau 11 Sekunden später, traf Captain Cyrill Geyer zum 3:4 - eine Minute und 14 Sekunden vor Schluss. Der seit Wochen in Bestform agierende Torhüter Huet sah in dieser Szene "alt" aus. Die Sensation war perfekt! Und übrigens: Die Lakers sind "back": Drei Siege in vier Spielen, darunter gegen Topteams wie den amiterenden Meister Davos und den Tabellenführer Fribourg.

Eishockeyherz, was willst Du mehr? Vielleicht morgen einen Heimsieg gegen die ZSC Lions?

 

HC Fribourg Gottéron - Rapperswil Jona Lakers 3:4
 
BCF Arena ausverkauft, 6'800 Zuschauer
Strafen: 3 x 2 Minuten für Fribourg, 3 x 2 Minuten für die  Rapperswil-Jona
Tore für die Lakers: Michel Riesen (24', Reto Suri, Stacy Roest); Derrick Walser (55'; Jordy Murray); Jordy Murray (59'); Cyrill Geyer (59'; Derrick Walser, Michel Riesen)

 

 

 

 

2:3 gegen clevere Genfer

Die Rapperswil-Jona Lakers verpassen den dritten Sieg in Serie und unterliegen dem HC Genf Servette mit 2:3. Die Gäste aus der Westschweiz fügen dem Schlusslicht eine bittere Niederlage zu, denn Paul Savary und Rico Fata treffen "short-handed", also in Unterzahl, während die Lakers mehrfach vor dem gegnerischen Tor "sündigen".

 

Niinimaa kämpftDie Gäste aus Genf warfen schnell ihr läuferisches Können in die Waagschale, um das Spiel an sich zu reissen. Nach nur drei Minuten traf Vukovic das leere Tor nicht. Loïc Burkhalter setzte sich - wenn auch nach Empfinden des Headcoaches regelwidrig - zur Wehr und weckte mit der Aktion sein Team auf. Denn sowohl im darauf folgenden Penaltykilling als auch danach erkämpften sich die Lakers die besseren Torchancen: Doch weder Antonio Rizzello mit seinem Break (4'), Michel Riesen mit einer Direktabnahme (10'), Sandro Gmür mit einem Slapshot von der blauen Linie (14') noch Adrian Wichser (auf Pass von Reto Suri, 16') bezwangen Gästegoalie Tobias Stephan.

Einzig in der 12. Minute deckten Trachsler, Rivera und Simek Daniel Manzato mit Schüssen ein. Im ersten Powerplay für Rapperswil brachte Brandon Reid die Lakers mit 1:0 in Front - ein herrlicher Treffer, schon herausgespielt und kniend mit einem platzierten Schuss abgeschlossen (nicht nur wegen dieses Tores, sondern auch seiner Dauerpräsenz über die gesamte Spieldauer wurde Reid zum Spieler des Abends gewählt).

Es sollte aber das einzige für das Heimteam erfolgreiche Überzahlspiel des Abends bleiben. Denn bei der zweiten Gelegenheit nach 24 Minuten, deutete sich schnell das Unheil an: Erst kam Sämi Friedli zu einem gefährlichen Break für die Genfer und nur wenige Sekunden später auch Paul Savary. Servettes Topskorer liess sich nicht zwei Mal bitten und schob backhanded den Puck flach ins lange Eck - 1:1. Exakt zwei Minuten und vier Sekunden später schickte Bezina mit einem (Laser-)Steilpass durch die Mitte den heute sehr spielfreudigen Morris Trachsler auf die Reise, der den Puck zum 1:2 in die Maschen schoss.

In der 31. Minute - dieses Mal Unterzahl für Rapperswil - überlief Brandon Reid zwei Gegenspieler und legte quer auf den mitgelaufenen Jordy Murray, der seine erste ausgezeichnete Torchance vergab. Kurz vor Drittelende lag der Puck einige Male einschussbereit vor dem Genfer Tor, doch im Gestochere und harten Kampf vor Torhüter Stephan brachten die Lakers die Hartgummischeibe einfach nicht über die Linie.

Das Schlussdrittel prägten zunächst wieder die Genfer mit "Schwerstarbeit in den Zweikämpfen", sie erstickten das Aufbauspiel der Lakers konsequent. Wertvolle Minuten verstrichen. Zwischen der 46. und 49. Minute verbuchten beide Teams einige Torchancen, die grössten vergaben Niinimaa (Slapshot), Wichser aus kürzester Distanz und Rizzello (von Thibaudeau lanciert). Die aufkeimende Druckphase der Lakers unterbanden die Gäste auf spezielle Art: Gleich acht Spieler standen nach 49:32 Minuten gleichzeitig auf dem  Eis - logischerweise sprach Schiedsrichter Küng eine Bankstrafe aus. Gleich in der ersten Szene des Powerplays zischte der Puck am Stock von Adrian Wichser und damit auch am leeren Tor vorbei, dann klemmten die Genfer die Scheibe an der Bande ein ... sage und schreibe 25 Sekunden lang, ohne dass der Schiedsrichter eingriff. Verständlich, dass vor allem Riesen heftig reklamierte. Doch keine Minute später lancierten die Gäste einen Konter, bei dem Savary von links auf den vor dem Tor lauernden und freistehenden Rico Fata passte. Der Ex-Bieler schoss den Puck in den Torwinkel - 1:3 und zweiter Shorthander.

Die Lakers kämpften, allerdings ohne zwingenden Druck aufs Gehäuse der Gäste auszuüben. Walser Schuss nach toller Vorarbeit von Suri (55') blieb zunächst der einzige "Antwort-Versuch", eine Minute vor Schluss "fiel der Puck dann doch noch rein": Wichser hiess der Torschütze, Suri und Riesen die Assistenten. Das 2:3 fiel jedoch zu spät, um Genf noch einmal zu gefährden.

Im nächsten Heimspiel treffen die Lakers am Samstag auf die ZSC Lions, Spielbeginn 19.45, Diners Club Arena. Tags zuvor gastiert Trainer Rogenmoser mit seinem Team beim HC Fribourg Gotteron.

Rapperswil-Jona Lakers - HC Genf Servette 2:3

Tore für die Lakers: Brandon Reid (18., Loïc Burkhalter, Derrick Walser); Adrian Wichser (59., Reto Suri, Michel Riesen)
 
Strafen: 3 x 2 Minuten für die Lakers, 4 x 2 Minuten für Servette
Lakers ohne Welti, Maurer, Camenzind, Siren, Hartigan, Roest
3'423 Zuschauer
 
Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)
 
 
 

"Weil's so schön ist ..." - Sieg in Biel

Einen Tag nach dem Heimsieg über Meister Davos gewinnen die Lakers auch in Biel. Nach torlosen 40 Minuten erzielt Kapitän Cyrill Geyer im letzten Drittel das Game-Winning-Goal zum 0:1. Während das verwöhnte Bieler Publikum bei der Schlusssirene pfeift, jubelt der Rapperswiler Anhang ausgelassen.

Geyer jubeltDie Lakers "erledigten ihren Job" zunächst sehr gut, verteidigten kompakt. Der gestern (in Genf) siegreiche EHC Biel erspielte sich keine zwingende Torchance, auch nicht im ersten Powerplay nach neun Minuten. Auf der anderen Seite sorgte Stefan Hürlimann gleich im Anschluss an seinen Strafbankaufenthalt für Furore: Seinen ersten Schuss setzte er noch zu hoch an (11'), eine Minute später traf Derrick Walser von rechts nur das Aussennetz, während Hürlimann im Slot die Bieler Verteidiger zu Schwerstarbeit zwang.

Das erste Drittel verging wie im Flug, das Schiedsrichtergespann Andreas Koch und Stephane Rochette mit den Linesmen Gilles Mauron und Michael Tscherrig musste selten unterbrechen. Biels' Bordeleau schoss sechs Sekunden vor Drittelende den Puck aus der eigenen Zone übers Plexiglas - zwei Minuten wegen Spielverzögerung.

Wie gestern beim Sieg über den Meister Davos zogen die Lakers sogleich ein druckvolles Powerplay auf. Leider scheiterten Murray und Roest am glänzend aufgelegten Bieler Torhüter Berra. Als hätten die Hausherren Anschauungsunterricht genommen - sie agierten ihrerseits im zweiten Powerplay nach 25 Minuten (die Strafe fasste Pavel Brendl) ebenfalls zielstrebiger. Bordeleau und Zyuzin prüften Daniel Manzato, den Druck nahmen sich die Bieler jedoch selbst: Tschantré kassierte wegen Beinstellens die nächste Strafe. 

Im ingesamt ruppigen und oft unterbrochenen zweiten Drittel nahmen die Lakers nach 31 Minuten richtig Fahrt auf, erspielten sich hochkarätige Torgelegenheiten: Auf Pass von Riesen vergab Suri die Lakersführung (31'), kurz darauf auch Antonio Rizzello, dem kurz im allerletzten Moment der Puck versprang; Biel's Goalie war bereits ausgespielt (32'). Im Dauerdruck der Lakers verloren zwei Bieler ihren Stock, doch auch in dieser Szene gelang das 0:1 nicht (34'). Endlich erwachte das Publikum, unterstützte das "schwächelnde Heimteam". Die Lakers blieben selbst in doppelter Unterzahl (nach 37 Minuten verhängte Schiedsrichter Koch eine Strafe gegen Murray, exakt eine Minute später auch gegen Niinimaa) gefährlich und besassen beim Break von Stacy Roest, der den Puck dem mitgelaufenen Loïc Burkhalter überliess, die grosse Chance zum "shorthanded goal".

In der 42. Minute fiel endlich das erlösende 0:1. Kapitän Cyrill Geyer überwand Reto Berra und beendete dessen Hoffnung auf den siebten Saison-Shutout. Geyer nutzte den Pass von Michel Riesen und drosch den Puck hoch ins kurze Toreck. Biel rannte in der Folgezeit an, zündete aber erst in den Schlussminuten den Turbo: Sieben Minuten vor Schluss vergab Marco Truttmann seine Chance zum Ausgleichstor, scheiterte aber am gut postierten Daniel Manzato. Als auch Marc Wieser und Ahren Spylo am Lakersgoalie scheiterten, war der Lakerssieg perfekt.

Schon in zwei Tagen bestreiten die wiedererstarkten Lakers ihr nächstes Heimspiel und hoffen auf zahlreiche Unterstützung der Fans gegen den HC Genf Servette (DI, 6. Dezember, Spielbeginn 19.45, Diners Club Arena).

 

EHC Biel - Rapperswil-Jona Lakers 0:1

Tor für die Lakers:  Cyrill Geyer (42.)
 
Strafen: 2 x 2 Minuten für die Biel, 4 x 2 Minuten für die Lakers
Lakers ohne Welti, Maurer, Camenzind, Siren, Hartigan, Reid
4'864 Zuschauer
 
Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)
 
 
 

Meister-Besieger! Rappi schlägt Davos

Diese Mannschaft lebt! Mit einer tollen kämpferischen Leistung, Effizienz im Torabschluss und dem sprichwörtlichen Glück des Tüchtigen schlagen die Rapperswil-Jona Lakers den amtierenden Meister mit 5:4 nach Penaltyschiessen. Gegen den HC Davos triumphiert Harry Rogenmoser mit seinem Team zum zweiten Mal in Serie.

 

suri schlgt_genoniDer HC Davos wird den Pfostenschüssen von Dario Bürgler in der 57. Minute und von Matthias Joggi (in Overtime) nachtrauern und auf die eindeutige Schuss-Statistik im Schlussdrittel (12-5) verweisen. Doch diese Fakten schmälern den verdienten Lakers-Sieg in keinster Weise.

Der Erfolg der Heimmannschaft ist alles andere als geklaut: Über weite Strecken der Partie boten die Lakers nicht nur Paroli - angesichts der zwischenzeitlichen 4:1-Führung hätten sich die Gäste nicht beschweren können, die Heimreise mit leeren Händen anzutreten.

Minutenlang tasteten sich beide Teams ab, doch was die Eishockeycracks fortan auf dem Eis darboten, begeisterte die 4'897 Zuschauer in der Diners Club Arena. Erst prüfte die Top-Sturmreihe Murray-Burkhalter-Brendl zwei Mal Leonardo Genoni im Gästetor. In der fünften Minute zog Sejna, an der blauen Linie lanciert, allein aufs Lakerstor zu, doch Manzato wehrte mit der Schulter seinen Schuss ab. Sykora erzielte kein "Bully-Goal" (6'). Sejna wusste sich gegen den Wirbelwind Brandon Reid nur mit unfairen Mitteln zu wehren (Beinstellen), was die Lakers sofort mit dem 1:0 bestraften. Michel Riesen erzielte den Treffer von links, zuvor waren im guten Powerplay Niinimaa und Suri erfolglos geblieben. Was sich Fabrizio Mayolani in der 10. Minute bei seiner Aktion gegen Brandon Reid auch immer gedacht hat, Schiedsrichter Massy schickte den Übeltäter "zum Duschen" (5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe). Nach nur 43 Sekunden schlug Reto Suri mit dem 2:0 zu. Er überwand Genoni auf dessen Fanghandseite (siehe Foto).

Dass der Davoser Sykora zwei Minuten später Pavel Brendl auf der rechten Seite entwischt war und per Shorthander zum 2:1 traf, stellte den Spielverlauf bis dahin völlig auf den Kopf. Da die Lakers aber hochkarätige Chancen ausliessen und selbst im 5gegen3 (für 1:44 Minuten) erfolglos blieben, Brendl und Suri im Slot zwei Abpraller nur um Zentimeter neben das Tor setzten (15'), das "Trickli" von Rizzello nicht zum dritten Tor führte (17'), Brendls waffenscheinpflichtiger Schussversuch am Bein eines Verteidigers "landete" und Genoni mit der Fanghand spektakulär gegen Suri rettete (18'), ging's mit der knappen Führung in die Pause.

Mit noch intensiveren Zweikämpfen und harten In-Fights starteten die Kontrahenten ins Mitteldrittel. Nach 26 Minuten verfehlten Suri (lanciert von Geiger) und Riesen (auf Pass von Suri) haarscharf das Gehäuse der Davoser. Mit seinen Tempogegenstössen blieb der Meister stets brandgefährlich, doch kaltschnäuziger präsentierten sich die Lakers: Rizzello, der sich auf der linken Seite durchgesetzt hatte, suchte und fand Nic Thibaudeau, der zum 3:1 abschloss. Als sich Janick Steinmann die nächste Davoser Strafe eingefangen hatte, krönte (der inzwischen ärztlich versorgte) Brandon Reid seine tolle Leistung mit einer filigranen Vorarbeit zum 4:1 durch Jordy Murray.

Der HC Davos schlug nur eine Minute später zurück: Dario Bürgler erwischte Daniel Manzato mit einem Schuss ins hohe kurze Eck. Die Gäste sahen ihre Chance gekommen, die Lakers mental zu verwunden, zogen das Tempo in den Folgeminuten noch einmal an. Sejna traf prompt zum 4:3 - folgerichtig nahm LakersCoach Rogenmoser ein TimeOut. Tatsächlich beendete er damit die Druckphase der Bündner. Die Lakers überstanden mit Bravour ein Unterzahlspiel und verzeichneten beim Break von Burkhalter eine weitere Torchance. Dennoch kam Davos zum 4:4 nach 39 Minuten - wieder jubelte der überragende Petr Sejna.

Im Schlussdrittel fingen sich die Lakers drei Strafzeiten ein, zwei davon, weil Schiedsrichter Massy sechs Feldspieler auf dem Eis gesehen hatte. Mit Bravour überstand das Heimteam die Druckphasen der Davoser. Zwei Mal rettete Manzato mirakulös: Erst mit der Fanghand (den von Sejna abgefälschten Schuss) und dann beim spektakulären Volley-Abschluss-Versuch von Sykora. Beinahe wären die Lakers erneut geschlagen gewesen: Bürglers Schuss (57') klatschte nur an den Pfosten. Ein HCD-Sieg wäre unverdient gewesen, Rapperswil hätte für den betriebenen Aufwand längst als Sieger feststehen müssen.

Auch in der Verlängerung schenkten sich die beiden Teams nichts. Zwei Mal scheiterte Marc Geiger für die Lakers, auf der anderen Seite vergaben Joggi (Pfosten) und Sykora 18 Sekunden vor dem Ende alleinstehend vor Manzato.

Im Penaltyschiessen verzückten Reto Suri und Brandon Reid mit spekakulär verwandelten Penalties die Zuschauer und sorgten dafür, das der Zusatzpunkt den Lakers gutgeschrieben wurde. Der Sieg ist nicht nur für die Moral der Spieler von unschätzbarem Vorteil. Selbst die Kids auf der Tribüne - einige begleitet von Klassenkameraden, die HCD-Fans sind - feierten die Genugtuung ausgelassen. Drei neue Lakers-Fans - die treuesten Anhänger von Derrick Walser - waren per Flugzeug aus Berlin angereist, um dem Spiel beizuwohnen ... und feiern nun einen Sieg über den Meister. "Machbar ist, was wir uns zutrauen". Folgt morgen ein weiterer Sieg in Biel?

Rapperswil-Jona Lakers - HC Davos 5:4 n.P.

Tore für die Lakers:
Riesen, Suri, Thibaudeau, Murray
 
Strafen: 4 x 2 Minuten für die Lakers, 3 x 2 Minuten für Davos plus 5 plus SD gg Mayolani
Lakers ohne Welti, Maurer, Camenzind, Siren, Hartigan, Roest
4'897 Zuschauer
Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)
 
 
 

Ohne Lohn: 2:4 in Lugano

Den Rapperswil-Jona Lakers bleibt das Pech treu. Ein anderes Fazit nach Ende der in Lugano mit 2:4 verlorenen Partie wäre einfach nur ungerecht. Denn die Lakers fighteten, gaben trotz herber Rückschläge nie auf. Insbesondere im Mitteldrittel wurden die Cracks von Coach Rogenmoser weit unter Wert geschlagen.

brady murrayZum 77. Mal in ihrer NLA-Geschichte standen sich am Dienstag Abend Lugano und Rapperswil-Jona gegenüber. Die Lakers hofften darauf, ein kleines Jubiläum zu feiern und den 25. Sieg einzufahren.

Ausser mit einem Nachschuss von Jordy Murray nach sieben Minuten und bei der Offensivaktion von Derrick Walser kurz vor der ersten Pause konnten die Lakers Heimgoalie Benjamin Conz zunächst nicht in Bedrängnis bringen. Aber auch die Hausherren vermochten es nicht, Akzente zu setzen, agierten über weite Strecken des ersten Drittels harmlos. Der HCL profitierte von einer Strafe gegen Niinimaa nach 13 Minuten, um im Powerplay das wichtige 1:0 zu erzielen. Steve Hirschi setzte sich im Slot durch und schoss den Puck nach einer Drehung um die eigene Achse ins Lakerstor. Jonas Müller besass keine Abwehrchance.

Den Lakers fehlen Erfolgserlebnisse. Die Niederlagen gegen Bern und in Ambri erstickten das zuvor beim Auswärtssieg in Davos getankte Selbstvertrauen. Auch Lugano ging am vergangenen Wochenende zwei Mal als Verlierer vom Eis, in Davos gar mit 0:4. Larry Huras' Starensemble wollte sich gegen die Lakers auf keinen Fall die Blösse geben, tat es zwischenzeitlich aber doch.

Stefan Hürlimann verwertete den exzellenten Pass von Stürmerkollege Antonio Rizzello leider nicht (23'). Doch die Aktion schien der Auftakt in eine starke Lakersphase zu sein: Wenig später hämmerte Pavel Brendl ansatzlos den Puck per Handgelenkschuss ins Lugano-Tor - 1:1. Der Tscheche bewies in beeindruckender, für den Gegner furchteinflössender  Manier seine Vollstreckerqualität (25'). Für wenige Minuten schien das Selbstbewusstsein zurückgekehrt, die folgenden Aktionen der Lakers zeugten davon.

Doch der HCL "antwortete" gnadenlos und kaltschnäuzig: Dario Simion mit einer Direktabnahme von rechts und Raffaele Sannitz brachten Lugano innert 1:45 Minuten mit 3:1 in Front (29'/31'). Der "mentale Holzhammer" zeigte wenig Wirkung. In der 33. Minute hatte Brendl mit seinem nächsten Geschoss einfach nur Pech (oder Conz Glück), genauso wie Jordy Murray, der im Powerplay eine gute Torgelegenheit ausliess (39') und Michel Riesen, der mit seinem Gewaltschuss die Maske des HCL-Goalies traf (40'). Die Lakers kämpften mutig weiter. Völlig konträr zum Spielverlauf hatte Lugano das zweite Drittel mit 2:1 für sich entschieden.

Das Heimteam nahm sich für den Auftakt ins letzte Drittel vor, "den Sack schnell zuzumachen". Das Vorhaben misslang, zu gross war der Respekt vor den Gästen. Im Powerplay (42' gegen Brady Murray) schossen die Lakers aus allen Lagen - und selbst in Unterzahl (45', Strafe gegen Reto Suri) erkämpften sie sich hochkarätige Torchancen. Erst scheiterte Walser, brachte den Puck in der gleichen Aktion erneut in den Slot, wo Stacy Roest leider vergab und nur den Pfosten traf.

Es kam, wie es kommen musste. Besser gesagt, wie es kommt, wenn man Tabellenletzter ist: Lugano traf nach 50 Minuten zum 4:1. Jordy Murrays' älterer Bruder Brady erzielte das Game-Winning-Goal für Lugano, assistiert von Daniel Steiner und Oliver Kamber. Mit weiterhin grossem Kampf gelang den Lakers nur noch das 4:2, eine "Gemeinschaftsproduktion" von Stefan Hürlimann und dem Torschützen Nicolas Thibaudeau. Das Herausnehmen von Jonas Müller und auch die letzten Aktionen der Lakers in der Schussminute blieben erfolglos.

Am kommenden Samstag empfangen die Lakers den zuletzt besiegten HC Davos und reisen einen Tag später nach Biel.

 

HC Lugano - Rapperswil-Jona Lakers 4:1

 
Tore für die Lakers:
Brendl (A: Roest, Murray); Nicolas Thibaudeau (A: Stefan Hürlimann, Antonio Rizzello)
 
Strafen: 4 x 2 Minuten für Lugano, 1 x 2 Minuten für Rapperswil-Jona
Lakers ohne Welti, Maurer, Camenzind, Siren, Hartigan, Reid
3'114 Zuschauer in der Resega
Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c) Sieger im Bruderduell: Brady Murray
 
 
 

Niederlage in der Valascia

Mit einem Schachzug wenige Minuten vor Spielende gewinnt der HC Ambri-Piotta das Duell mit den Lakers. Beim 3:1 agieren beiden Teams lange Zeit auf Augenhöhe. Ein ungenutztes doppeltes Überzahlspiel der Rapperswiler und ein eiskalter Gegenschlag von Ambri entscheiden die Partie zugunsten der Hausherren.

Nolan SchaeferEgal wie ... heute musste ein Sieg her. Die Lakers wussten, dass es in der Valascia am Sonntag Nachmittag keinen Schönheitspreis zu gewinnen gilt, sondern "nur" drei für die Moral ungemein wichtige Punkte.

Die Starting Six der Lakers - heute Reto Suri, Brandon Reid, Lukas Grauwiler, Derrick Walser, Nicolas Marzan und Goalie Daniel Manzato, setzte in ihrem zweiten Turn nach vier Minuten den ersten Akzent des Spiels. Die gefällige Kombination über Suri und Reid führte aber nicht zum Torerfolg. Überhaupt kreierten beide Teams über weite Strecken wenig zwingende Torchancen. Zu viel stand auf dem Spiel.

Im ausgeglichenen ersten Drittel legte die Lakers Wert darauf, die "Stimmungs-Mannschaft" Ambri-Piotta nicht ins Spiel kommen zu lassen. Das gelang auch, ausser den Vorstössen von Inti Pestoni und einem Lattentreffer von Bianchi verbuchte das Heimteam keine Torchancen.

Ins Mitteldrittel starteten die Lakers aggressiver und zielstrebiger, ohne jedoch das kompakte Defensivspiel aufzugeben. Auffallend stark präsentierte sich Pavel Brendl, der seine Mitspieler mehrfach lancierte. In dieser Verfassung bereichert der Tscheche die Lakersoffensive. Nach 27 Minuten packte Manzato einen BigSave gegen Botta aus und parierte dessen Schuss aus kurzer Distanz. Auf der anderen Seite trafen die Lakers glücklich zum 0:1, denn Derrick Walsers' Schuss von der blauen Linie lenkte Roman Schlangenhauf ins eigene Netz. Leider wurde Ambri-Torhüter Nolan Schaefer (Bild) nur in dieser Szene überwunden.

Und das, obwohl Ambri weiter harmlos blieb, auch in zwei Powerplays wollte nichts Zählbares gelingen. Später, nach fünf Minuten im Schlussdrittel, brachte Youngstar Inti Pestoni dann doch die Valascia in Stimmung: Das Zuspiel von Hofmann verwertete er per Handgelenkschuss zum Ausgleichstor. Ambris Defender Kutlak und Kobach fingen sich in der 48. Minute eine Strafe ein, jedoch verstrich das 74 Sekunden dauernde doppelte Überzahlspiel der Lakers ohne Torerfolg. Das Heimteam kämpfte - angetrieben vom "erwachten" Publikum - aufopferungsvoll, Ambris Topscorer Noreau traf den Pfosten.

Kurz nach der überstandenen Unterzahl nahm HCAP-Trainer Kevin Constantine ein TimeOut. Seine "Jungs" nutzten den Impuls: keine zwei Minuten später traf Pestoni zum  2:1 - kurios, aber vielumjubelt. Im Getümmel vor Manzato hatte Pestoni den Puck so getroffen, dass er im hohen Bogen ins Netz flog. Die Partie war gekippt, den Lakers lief nun die Zeit davon. Ihr Aufbäumen wurde schnell und jäh gestoppt: Daniele Grassi machte mit dem 3:1 (58'), seinem ersten NLA-Treffer überhaupt, den Sack zu.

HC Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona Lakers 3:1
 
Tor für die Lakers: Walser
 
Strafen: 3 x 2 Minuten für die Lakers, 3 x 2 Minuten für HCAP
Lakers ohne Welti, Maurer, Camenzind, Siren, Hartigan, Roest
4'125 Zuschauer in der Valascia
Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)
 
 

Lakers 3 Bern 5

Der SC Bern gewinnt mit 5:3 in der Diners Club Arena. Die "Mutzen" feiern den Sprung an die Tabellenspitze. Auf Seiten der Lakers überzeugen der dreifach skorende Pavel Brendl und Doppeltorschütze Loïc Burkhalter, aber die erhoffte Überraschung bleibt aus.

Doppeltorschtze BurkhalterDie Vorfreude auf die Partie Lakers gegen Bern war gross, mit Spannung wartete das Rapperswiler Publikum auf die ersten Auftritte der neuverpflichteten Janne Niinimaa und Pavel Brendl. Mit dem beim Auswärtssieg in Davos getankten Selbstvertrauen wollten die Lakers einen weiteren Coup landen. Doch im heutigen Vergleich mit dem neuen NLA-Leader zogen sie den Kürzeren.

Die wenigen Akzente im ereignisarmen Startdrittel setzten die Gäste aus Bern. Byron Ritchie nutzte die erste Torchance nach nur sechs Minuten. Eigentlich schien die Situation bereinigt, doch ein Fehlpass der Lakers hinterm dem eigenen Tor nahm Dumont auf und lancierte den Torschützen Ritchie, der Daniel Manzato zum 0:1 überwand.

Das schnelle 0:2 im zweiten Spielabschnitt, erzielt von Ivo Rüthemann, der das sehenswerte Zusammenspiel mit Plüss und Neuenschwander abschloss, brachte die Berner auf die Siegerstrasse, obwohl die Partie doch eng blieb. Die Lakers kämpften sich immer wieder, wenn die Berner mit zwei Toren führten, heran - drei Mal. In der 30. Minute bediente die tschechische Neuerwerbung der Lakers Pavel Brendl den in der Mitte heranstürmenden Loïc Burkhalter mit einem Zuckerpass. Und der Center mit der Nr. 80 lies SCB-Goalie Bührer gekonnt aussteigen - 1:2. Kurz darauf nutzten die Gäste ihr zweites Powerplay zum 1:3, Philip Furrer drosch den Puck von der blauen Linie ins Lakerstor. In der 37. Minute gab's ein Déja vu: Wieder bediente Brendl, dieses Mal auf der rechten Seite durchgebrochen, seinen Sturmpartner Burkhalter, der zum 2:3 traf. Es war Burkhalters 150. Skorerpunkt für die Lakers (in 276 Spielen).

Wie schon im ersten Drittel, so mussten die Lakers auch im Schlussabschnitt nach sechs Minuten einen Gegentreffer hinnehmen. Die Paradeformation der Berner hatte wieder zugeschlagen. Ritchie, Dumont und Deruns drückten der Partie ihren Stempel auf. Und dennoch: Die Lakers waren nicht abzuschütteln. In der 54. Minute keimte zum dritten Mal Hoffnung auf. Burkhalter mit einem "Steal" und schnellem Pass auf Brendl war Initiator des Anschlusstores zum 3:4 (Burkhalters 250. Assist seiner NLA-Karriere). Der Tscheche erzielte den Treffer mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit - keine Abwehrchance für Bührer.

Erst zwei Minuten vorm Ende entschied Dumont mit dem 3:5 die Partie während einer gegen die Lakers angezeigten Strafe. Bern trat am heutigen Abend wie ein Spitzenteam auf und gewann verdient. Die Lakers hoffen, das Sonntagsspiel beim HC Ambri-Piotta erfolgreicher bestreiten zu können.

 

Rapperswil-Jona Lakers - SC Bern 3:5
 
Tore für die Lakers: Burkhalter (2) und Brendl
 
Strafen: 3 x 2 Minuten für die Lakers, 3 x 2 Minuten für den SC Bern
Lakers ohne Welti, Maurer, Camenzind, Siren, Hartigan, Reid
4'223 Zuschauer in der Diners Club Arena
 
 

 

Siegen ist soooo schön! Davos 3, Lakers 4

Die Rapperswil-Jona Lakers gewinnen ihr Auswärtsspiel beim HC Davos mit 4:3. Mit grosser Moral und während des zweiten Drittels zurückgekehrtem Selbstbewusstsein ringen sie Arno DelCurto's Team nieder, das nach fünf Minuten mit 2:0 führt. 3'071 Zuschauer bewundern den Kampfgeist der Lakers, die überraschend aber verdient als Sieger vom Eis gehen.

hcd lakers 66942Nach fünf Minuten und 24 Sekunden wähnten sich nicht nur die Torschützen Dario Bürgler und Petr Taticek auf der Siegerstrasse. Der HC Davos schlug eiskalt zu, nutzte zwei von drei Torgelegenheiten, die Gäste aus Rapperswil-Jona - ohnehin in sportlich prekärer Situation - schienen frühzeitig besiegt. Die Hausherren erspielten sich die Treffer kombinationssicher und mit hohem Tempo. Vor allem Taticek's 2:0 als Abschluss einer Traumkombination über Sykora und Reto von Arx kennzeichnete den optimalen Auftakt der Graubündner. Doch der HCD spielte nicht selbstsicher, sondern überheblich weiter.

Anders lässt sich die Fahrlässigkeit, gleich zwei Gänge zurückzuschalten, nicht erklären. Die weiteren 15 Minuten des ersten Drittels plätscherten vor sich hin - bis Michel Riesen an ehemaliger Wirkungsstätte 21 Sekunden vorm Pausentee den HCD bestrafte, einen Abpraller von Genoni nutzte und zum 2:1 traf.

In der 27. Minute belohnten sich die Lakers für ihr aggressiveres Spiel im zweiten Drittel und glichen die Partie aus. Wieder hiess der Torschütze Michel Riesen, der den nach einem Schuss von Geyer abprallenden Puck reaktionsschnell zum 2:2 einschoss. Davos zahlte der Lässigkeit Tribut und gab das Spiel völlig aus der Hand. Suri, wieder Riesen und Hartigan hätten gleich nachlegen können. Dies blieb Derrick Walser vorbehalten, der in doppelter Überzahl einen herrlichen Treffer zum 2:3 erzielte (32'). Gailland verpasste, nachdem er spektakulär von Roest lanciert wurde, gar das 2:4 (38'). Erst nach 39 Minuten kassierte Rappi die erste Strafe (gegen Suri) - ein ganz entscheidender Faktor am heutigen Abend.

Im letzten Drittel verbannte Schiedsrichter Karol Popovic früh Marc Geiger in die Coolbox und wenige Sekunden später auch Loic Burkhalter. Während 1:14 agierten die Davoser in doppelter Überzahl, das drückende Powerplay konnte nicht zum Torerfolg genutzt werden. Zwei Mal rettete Manzato in höchster Not. Der HCD fand in dieser Phase des Spiels in die Partie zurück. Josef Marha vergab in der 46. Minute eine "Hundertprozentige" und schoss links am Tor vorbei. In seinem nächsten Turn dribbelte er sich durch die Lakersverteidigung, traf bei seinem Abschlussversuch jedoch den Puck nicht. Die Davoser hatten ihre Dominanz der ersten Minuten wieder gefunden, allerdings gingen sie nun mit ihren Chancen höchst fahrlässig um.

In der 50. Minute parierte Daniel Manzato, jetzt immer mehr im Rampenlicht, einen gefährlichen Schuss von Taticek und Bürgler scheiterte mit seinem Buebetrickli. Nach 55 Minuten kamen die Lakers endlich zu einer guten Konterchance, Reto von Arx konnte Mark Hartigan nur unfair stoppen und kassierte eine 2-Minuten-Strafe. In Überzahl brachte Geyer den Puck in die Gefahrenzone, wo Brandon Reid zum vorentscheidenden 2:4 abfälschte. Adrian Wichser verbuchte seinen zweiten Punkt als Assistgeber. Zwei Minuten vor Schluss nahm Del Curto seinen Torhüter vom Eis. Da Walser auf die Strafbank musste, agierte Davos mit 6 gegen 4. Sejna traf 16 Sekunden vor der Sirene zum 3:4, doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr.

Die Lakers saugen das Gefühl des Sieges in sich auf. Das heutige Spiel unterstreicht den Stellenwert von Psychologie und mentaler Stärke im Sport. Davos verlor seinen Fokus durch die scheinbar sichere schnelle Führung und Rapperswil entzauberte den HCD mit grosser Moral und Disziplin.

HC Davos - Rapperswil Jona Lakers 3:4

Tore für die Lakers: Riesen (2), Walser und Reid

3071 Zuschauer in der Vaillant Arena

Bild: Michael Zanghellini/freshfocus

Lakers unterliegen Zürich

Michael Nylander bringt den ZSC in der 27. Minute auf die Siegerstrasse, wenige Sekunden vor Ende der Partie trifft Patrik Bärtschi zum 0:2 ins "empty net". Die Lakers wehren sich nach Kräften gegen die Niederlage, doch das Aufbäumen ist trotz hochkarätiger Ausgleichschancen im Schlussdrittel nicht von Erfolg gekrönt.

Riesen24

Vor 4'117 Zuschauern in der Diners Club Arena spielten die Kontrahenten Rapperswil-Jona Lakers und ZSC Lions im ersten Drittel verhalten, wenig risikofreudig. Kein Wunder. Die Lions reisten mit zwei Niederlagen im Gepäck an den Obersee, die Lakers besannen sich darauf, sich schadlos zu halten. Schon nach zwei Minuten bewahrte Marco Maurer sein Team mit einer Rettungsaktion auf der Torlinie vor einem Rückstand. Dennoch verdienten sich die Hausherren das Unentschieden nach 20 Minuten. Headcoach Harry Rogenmoser setzte den Ex-Zürcher Adrian Wichser an der Seite von Michel Riesen und Loic Burkhalter ein. Auch Marc Geiger, der erst am Vortag lizenziert wurde, präsentierte sich erstmals dem Heimpublikum.

Im zweiten Spielabschnitt brachte Zürichs schwedischer Spielmacher Michael Nylander seine Farben in Front, allerdings nahe an der Grenze zur Regelwidrigkeit. Der NHL-Veteran (über 900 Spiele) hatte sich vorm Tor mit einem Schubser Raum verschafft und die Hartgummischeibe dann ins Gehäuse hinter Daniel Manzato geschossen. Kurz vor Drittelende vergab Mark Bastl eine ausgezeichnete Torchance.

So aber schöpften die Lakers Mut, im letzten Drittel zurückschlagen zu können. Antonio Rizzello lancierte seinen Sturmpartner Stacy Roest, der den Lions-Goalie Lukas Flüeler leider nicht überwand. Knapp zwei Minuten später knallte Derrick Walser den Puck ans die Torumrandung. Zwischendurch fand Luca Cunti, bester Zürcher Spieler auf dem Eis, in Daniel Manzato seinen Meister. Als auch Reto Suri seinen Schuss über das Tor setzte, wenig später nach einem TimeOut Manzato zugunsten eines sechsten Feldspielers gewichen war, aber die Gäste nach nur 15 Sekunden ins leere Tor trafen, war die Partie gelaufen.

Morgen reisen die Lakers nach Davos und werden mit aller Macht versuchen, die Partie erfolgreicher zu bestreiten.

 

Rapperswil-Jona Lakers - ZSC Lions 0:2

Tore für die Lakers: keine

4'117 Zuschauer in der Diners Club Arena

Strafen: Lakers 7 x 2 Minuten, ZSC 3 x 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe gg Ambühl

Lakers 0 - Langnau 4

 

Das erste Saisonduell hatten die Lakers nur mit 1:2 im Emmental verloren, am heutigen Abend ziehen sie im Heimspiel gegen die Langnau Tigers mit 0:4 den Kürzeren. Robert Esche feiert einen Shutout. Die Zuschauer verabschieden die Rapperswil-Jona Lakers mit einem Pfeifkonzert in die Nati-Pause.

Rogenmoser und_SchmidDas erste Strohfeuer mit zwei gefährlichen Schüssen aufs Tor von Gästetorhüter Robert Esche war schnell erloschen. Nach vier Spielminuten kassierte Tim Bucher wegen Hakens die erste Strafe. Im Penaltykilling agierten die Lakers geschickt - ausser den Weitschüssen von Langnaus' Lüthi und Rytz gelang den Tigers gar nichts.Nach sieben Minuten konnte Büsser aus kurzer Distanz die Scheibe nicht im Tor der Gäste unterbringen (Vorarbeit Burkhalter), 30 Sekunden später ging der SCL in Führung. Vom zweiten Fehlpass hintereinander profitierte Simon Moser, der den freigelaufenen McLean anspielte. Der Kanadier traf zum 0:1.

Die Gäste  unterbunden das Break von Thibaudeau (10') und setzten einen gefährlichen Konter. Die 2-auf-1-Situation schloss Lukas Haas mit einem Buebe-Trickli ab, scheiterte aber mit viel Pech. Der Stadion-DJ legte "Ich muss nur noch kurz die Welt retten" von Tom Bendzko auf ... und das Maskottchen Leyki sorgte mit einem fulminanten Tanz inmitten einer Schulklasse für ein Lächeln der Zuschauer. Das Heimteam musste ein zweites Mal ins Penaltykilling (16', Maurer), wieder agierten die Tigers - zum Glück - äussert harmlos.

Ganz anders die Lakers. Als Gustafsson vom deutschen Schiedsrichter Brüggemann auf die Strafbank verbannt wurde, waren die Hausherren dem Ausgleichstreffer mehrfach um nur wenige Zentimeter nah. Die Pucks zischten nur so vorbei am Gehäuse von Robert Esche, allein Walsers (2x) und Suris Abschlussversuche wären einen Treffer wert gewesen.

Zur Beschreibung des weiteren Geschehens könnte man die Spielberichte der letzten Wochen kopieren: Riesen nutzte ein "Geschenk" von Stettler nicht (24'), im Gegenzug schob Claudio Moggi umringt von vier Lakers-Spielern den Puck ins Tor hinter Daniel Manzato - 0:2. Zwei Minuten später trafen Genazzi und McLean nur den Pfosten, aber auch als in der 28. Minute Hartigan sich in der gegnerischen Zone eine Strafe einhandelte, erkannte das Team den Ernst der Lage nicht. Dass ein 0:3 wahrscheinlich die Vorentscheidung bringen würde, lag doch auf der Hand. 16 Sekunden vor Ablauf der Strafe fiel das 0:3 durch Pascal Pelletier.

Das Bemühen der Lakers-Cracks war zweifelsohne erkennbar: Reid spielte von hinterm Tor den grandios kämpfenden Antonio Rizzello an, doch der Abschluss wollte nicht gelingen. Insgesamt aber erstarrten die Lakers in ihrer Verunsicherung, Langnau's dritter Treffer glich einem "Rien ne va plus".

Im Schlussabschnitt fanden die Lakers nicht ins Spiel zurück. In der Schlussminute besiegelte Adrian Gerber mit dem vierten Tor nicht nur die zweite Strafe gegen Hartigan, sondern auch den klaren 4:0-Sieg.

 

Rapperswil-Jona Lakers - SC Langnau Tigers 0:4

Strafen: 5 x 2 Minuten gegen die Lakers, 3 x 2 Minuten gegen die SCL Tigers

4'079 Zuschauer in der Diners Club Arena

Tore für die Lakers: Fehlanzeige

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

1:2 beim HC Genève Servette

 

Die Rapperswil-Jona Lakers verlieren auch den zweiten Saisonvergleich mit dem HC Genève Servette. In der Les Vernets Halle in Genf unterliegt das Schlusslicht knapp, aber "insgesamt verdient" mit 1:2.

Stacy jubelt_gg_GenfLakers-Trainer Harry Rogenmoser nahm seine ausländischen Cracks in die Pflicht: Er stellte Reid, Roest, Hartigan als Sturmtrio und Derrick Walser in der Verteidigung alle vier in einen Block.

Wieder trafen die Lakers auf ein sich im Aufwärtstrend befindliches Team: Der HC Genève Servette schlug in der letzten Runde Davos mit 4:0 und holte sich zuvor auch gegen Tabellenleader Fribourg zwei Punkte.

Da in der vergangenen Woche Andreas Camenzind (Hirnerschütterung) und Marc Welti (Leistenverletzung) "ausschieden", treten die Lakers an diesem Wochenende stark ersatzgeschwächt an. Auch die (Langzeit-)Verletzten Gailland, Murray und Siren können nicht mitwirken.

Das erste Duell mit den Genfern hatte Rapperswil vor eigenem Publikum am 2. Oktober mit 2:4 verloren - trotz zwischenzeitlichem Torjubel von Stacy Roest (Bild).

In den ersten Spielminuten der heutigen Partie agierten beide Teams verhalten, Taktik war Trumph. Die Lakers legten Wert auf eine solide Defensivarbeit, überstanden das frühe erste Powerplay der Gastgeber (Büsser, nach 34 Sekunden) genauso unbeschadet wie das zweite nach 10 Minuten. Genf war optisch überlegen, verbuchte mehr Spielanteile, kam aber kaum zu Abschlüssen - und wenn, dann mit ungefährlichen Fernschüssen. Nach 13 Minuten stoppte Jonathan Mercier unfair Brandon Reid, im Überzahlspiel leisteten sich die Lakers aber zu viele Scheibenverluste, um Gefahr ausüben zu können. Das ereignisarme erste Drittel neigte sich dem Ende zu, da kassierten Aurelio Lemm und Tim Bucher 2-Minuten-Strafen, im 3-gegen-5 überstanden die Lakers eine dann doch turbulente und prekäre Phase. Manzato rettete bravourös und ein Mal traf Bezina das leere Tor nicht. Servettes Coach McSorley nahm drei Sekunden vorm Ende des Drittels ein TimeOut. Seine Massnahme, bis dahin für eineinhalb Minuten Goalie Stephan zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis zu nehmen, konnte eher nachvollzogen werden, das TimeOut aber nicht. No risk, no fun. Big risk, no fun too.

Auch die 24 restlichen Sekunden der Strafe kassierten die Lakers zu Beginn des Mitteldrittels kein Gegentor. Daniel Manzato lief zur Höchstform auf, vereitelte kurz darauf auch die Grosschancen von Randegger und Savary. Nach 27 Minuten rettete gegen Roland Gerber der Pfosten, zwei Minuten später bediente Pothier seinen Teamkollegen Paul Savary, der im 1-gegen-1 Manzato überwand. Die Gastgeber hatten sich die Führung verdient, doch nur eine Minute später traf Michel Riesen zum 1:1-Ausgleich. Loic Burkhalter hatte als Krönung des eiskalten Konters den Puck für seinen Sturmpartner aufgelegt. Tobias Stephan im HCGS-Tor hatte keine Abwehrchance.

Kurz darauf verbannte Schiedsrichter Rochette Lakersstürmer Lukas Grauwiler und den Genfer Juraj Simek auf die Strafbank. Beflügelt vom Ausgleich kamen die Lakers immer wieder zu einzelnen vielversprechenden Aktionen und zwangen so die Gastgeber zu etwas mehr "Vorsicht". Genf spielte nicht mehr so druckvoll wie zuvor.

Nur 57 Sekunden nach Wiederanpfiff erzielte im dritten Abschnitt Rico Fata die erneute Servette-Führung. Er kam zwei Mal zum Abschluss, den ersten Versuch hatte Manzato noch abwehren können. Der "Schock" musste erstmal verdaut werden ... Fata erhöhte nach Vorarbeit von Morris Trachsler nach 45 Minuten gottseidank nicht auf 3:1. In der 48. Minute kamen die Lakers gefährlich vors Tor von Tobias Stephan. Reto Suri hatte sich ein Herz gefasst und war über die rechte Seite durchgebrochen. Im dichten Gedränge vorm Tor klärten die Servettiens in höchster Not. In der 52. Minute vergab Michel Riesen das 2:2 und haderte mit der vergebenen Grosschance - Tobias Stephan hatte mit einem BigSave den erneuten Ausgleich verhindert. Insgesamt taten sich die Lakers jedoch auch in der Schlussphase schwer. Im Aufbauspiel unterliefen zu viele Fehler. Eineinhalb Minuten vor Schluss "opferten" die Rapperswiler Goalie Manzato für einen 6. Feldspieler, der Ausgleich gelang nicht, auch nicht nach dem späteren TimeOut. Leider baut Servette mit dem Sieg den Vorsprung vor Rapperswil-Jona auf neun Punkte aus.

Die Lakers hoffen, dass morgen in der heimischen Diners Club Arena ein Sieg über die SCL Tigers gelingt, um mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspiel-Pause gehen zu können.

 

HC Genève Servette - Rapperswil-Jona Lakers 2:1

Strafen: 2 x 2 Minuten gegen Servettiens, 6 x 2 Minuten gegen die Lakers

6'523 Zuschauer in der Les Vernets Halle

Tore für die Lakers: Michel Riesen (31'; Loic Burkhalter)

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

Lugano war keine Reise wert

 

Ein Doppelschlag kurz vor dem Ende des 1. Drittels kehrt die Partie der Rapperswil-Jona Lakers beim HC Lugano. Das Heimteam spielt sich in einen Rausch. Rintanen, Bednar & Co. erzielen innert 12 Minuten fünf Treffer. Die Lakers verlieren in der Resega Lugano mit 2:7.

benjamin conzIn der 20 Runden "alten" NLA-Saison gewannen die Heimteams 42 % ihrer Spiele nach regulärer Spielzeit, 24 % der Partien gingen in die Overtime, 34 % der Begegnungen entschied das Auswärtsteam für sich. Die Lakers gewannen drei der letzten fünf Matches gegen den HC Lugano. Doch der heutige Gegner gewann 14 der letzten 19 Partien gegen Rapperswil-Jona. Bei Bet-at-home wurde das 4.9fache der Summe angeboten, die man heute auf einen Lakers-Sieg gesetzt hätte. Der neue Lugano-Coach Larry Huras feierte einen Top-Einstand im Tessin: - zwei Spiele, zwei Siege, null Gegentore. Und der HCL rüstet weiter auf: Am Vortag nahmen die Luganesi den 27jährigen kanadischen Defender Jordan Hendry als sechsten Ausländer unter Vertrag.

Lange Rede, kurzer Sinn: Lugano war haushoher Favorit.

In der Resega, der Heimspielstätte des HCL, entwickelte sich früh eine schnelle und abwechslungsreiche Partie. Jonas Müller im Lakers-Tor bestand die ersten Prüfungen gegen Rob Niedermayer und Mauro Jörg mit Bravour. Auch Flavien Conne überwand den Torhüter, dem Trainer Harry Rogenmoser sein Vertrauen und den Vorzug vor Daniel Manzato geschenkt hatte, aus kurzer Distanz nicht (8').  

Die Lakers agierten im für Auswärtsteams typischen Stil: nach Puckeroberungen schnelles Konterspiel, auch das Risiko eingehend, dass nicht jeder Pass ankommt. Nur wenn doch, dann brandgefährlich. Nach 9 Minuten und 22 Sekunden landete die Scheibe im Netz hinter Benjamin Conz, der desorientiert den Puck aus den Augen verloren hatte. Von der blauen Linie hatte Tim Bucher geschossen, der Puck blieb bei den sich im Slot befindenden Spielern - darunter Stefan Hürlimann, dem Torschützen - hängen, ... und kullerte irgendwie ins Netz. Schiedsrichter Brent Reiber gab nach kurzer Videoanalyse den Treffer.

Kurz darauf verbannte er Oliver Kamber auf die Strafbank, Jonas Müller verhinderte gegen Rintanen mit einer Glanztat den möglichen Shorthander. Das zweite Powerplay (15', gegen Domenichelli) gestalteten die Lakers gefährlicher, zielstrebiger, aber ohne weiteren Torerfolg. Kaum war Lugano komplett, traf der vorherige Strafbank-Sünder zum 1:1. Domenichelli überwand Müller mit einem präzisen Handgelenkschuss ins linke Toreck. Wieder gelang dem Lakers-Gegner keine zwei Minuten später ein weiterer Treffer, Daniel Steiner erzielte  das 2:1 (Hartigan hatte die Scheibe im eigenen Drittel verloren), die gute Ausgangssituation nach 10 Minuten war dahin.

Lugano legte zu Beginn des 2. Drittels nach, zog das Tempo an, setzte sich im Drittel der Lakers fest. Folgerichtig kamen Kostner, Nummelin und Romy zu hochkarätigen Einschussmöglichkeiten. Gegenüber bewährte sich Conz gegen Lukas Grauwiler beim ersten Lakers-Vorstoss im Mitteldrittel (25'). Luganos Rintanen und Bednar hatten das 3:1 kurz zuvor vergeben, einzig Jonas Müller hielt die Lakers im Spiel. Dann spielten die beiden Klasse-Stürmer den dritten Treffer doch heraus: Bei Rintanens "One-Timer" von der rechten Seite hatte Müller keine Abwehrchance (30'). Der Gegner hatte die "psychologisch günstige Situation" nach dem Doppelschlag am Ende des 1. Drittels genutzt, um die Partie mit einem Torfestival zu entscheiden. Rappi fand keine Mittel, um sich aus der Umklammerung zu lösen. Spätestens beim 4:1 nach 36 Minuten (wieder Rintanen) war "der Drops gelutscht", beim 5:1 nach 39 Minuten sass Büsser auf der Strafbank. Für die "brutalen" fünf Tore hatte Lugano auf die Sekunde genau 12 Minuten benötigt.

Petteri Nummelin erzielte das 6:1 (42') mit einem sehenswerten Slapshot. Stacy Roest betrieb mit dem zweiten Lakers-Treffer im Spiel 4-gegen-4 Ergebniskosmetik (50'). Domenichelli traf beim 7:2 zum dritten Mal - Hattrick.

 

HC Lugano - Rapperswil-Jona Lakers 7:2

Strafen: 3 x 2 Minuten gegen Lugano, 4 x 2 Minuten gegen die Lakers

3'466 Zuschauer in der Resega Lugano

Tore für die Lakers: Stefan Hürlimann (10'; Tim Bucher, Loic Burkhalter); Stacy Roest (50'; Brandon Reid, Derrick Walser)

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

 

 

 

 

Matchverlust in zwei Minuten

Wie sich die Bilder gleichen ... Wieder bietet Schlusslicht Rapperswil-Jona einem Spitzenclub Paroli. Wieder hält das Team von Coach Rogenmoser erfolgreich dagegen. Wieder verlassen die Lakers als Unterlegene das Eis, weil den Gästen aus Kloten ein Doppelschlag zu Beginn des letzten Drittels zum Sieg reicht.

lakers vs KlotenDer Klotener Topscorer Micki Dupont feuerte nach zweieinhalb Minuten einen ersten verdeckten Schuss aufs von Manzato gehütete Lakerstor ab. Keine Frage, der Tabellendritte wollte schnellstmöglich die gestrige Heimpleite gegen Bern (1:3) vergessen machen.

Zwar verbuchten auch die Lakers in der Anfangsphase eine Torgelegenheit, als Walser Reto Suri auf die Reise geschickt hatte und dieser im letzten Moment von Dupont am platzierten Schuss gehindert wurde (5'). Die Gäste erspielten sich jedoch zwingendere Torchancen, benötigten im ersten Powerplay prompt nur zwölf Sekunden bis zum 0:1 (Stancescu). Die Zuschauer hielten einige Male den Atem an, weil die Pucks nur wenige Zentimeter am Gehäuse von Manzato vorbei rauschten.

Die Lakers hielten dagegen: Rizzello schlenzte den Puck am langen Pfosten vorbei (9'). Suri bediente den mitgelaufenen Stacy Roest, der sich eine "Sekunden-Nervenschlacht" mit dem Klotener Goalie lieferte. Rappis Stürmer verzögerte lang, doch Rüeger blieb wie ein Fels stehen, bot dem Lakers-Stürmer keine Lücke an (14'). In Überzahl schafften die Lakers den Ausgleichstreffer. Loic Burkhalter (heute mit zwei Scorerpunkten) hämmerte die Hartgummischeibe fulminant ins Klotener Tor (17'). Der Jubel auf den Rängen war noch nicht verklungen, da gingen die Flyers erneut in Führung - äusserst unglücklich aus Lakers-Sicht, weil Polak's Schuss von Büsser's Stock abgefälscht wurde.

Zu Beginn des Mittelabschnitts verprügelte Nicolas Thibaudeau den Klotener Eric-Ray Blum - trotz Handicaps, denn er hatte den Helm verloren, sein Kontrahent nicht. Für den "Sieg nach Punkten" erhielt Thibaudeau Szenenapplaus, allerdings auch eine 2+2-Minuten-Strafe (wie auch Blum). In den Folgeminuten tankten die Lakers Selbstvertrauen: Reid vernaschte Westcott, Suri checkte Dupont, Klotens Winkler leistete sich einen Stockschlag gegen Reid, um dessen Break zu verhindern. In der 28. Minute lies Dupont seinem Frust, gegen Suri einige Male den Kürzeren gezogen zu haben, freien Lauf. Die beiden gerieten aneinander ... und nahmen für 2+2 bzw. 2 Minuten in der Coolbox Platz. Für 68 Sekunden agierten die Lakers in doppelter Überzahl, doch Roest (aus zu spitzem Winkel), Riesen, zwei Mal Hartigan und Burkhalter trafen nicht ins Schwarze. Der inzwischen verdiente Ausgleichstreffer gelang dann aber im 5-gegen-4. Im Gedränge vor Rüeger brachte Hartigan die Scheibe im Tor unter.

Nach Camenzinds Check von hinten (2+10 Minuten Strafe) agierten die Lakers routiniert und effizient, überstanden das Klotener Powerplay, das diese Bezeichnung letztlich nicht verdiente. In der 37. Minute rettete Manzato drei Mal bravourös, gegenüber scheiterte Maurer mit einem Trickli an Rüeger. Derrick Walser's zweiter Fehlpass in der eigenen Zone blieb zum Glück ohne Folgen.

Zu Beginn des Schlussdrittels klatschten sich die Lakers-Spieler noch zuversichtlich ab, wurden dann aber eiskalt erwischt. Der Puck befand sich noch in der neutralen Zone, da setzten zwei Cracks zum Wechsel an. Stancescu behielt die Übersicht und passte schnell auf Liniger, der zum 2:3 traf. Nur 56 Sekunden später profitierte Klotens Samuel Walser von einem Lakers-Puckverlust in der eigenen Zone - 2:4. 

Der Schock sass tief. Bis zur 57. Minute gelang den Lakers - abgesehen von einem Slapshot von der blauen Linie durch Maurer - nichts mehr. Erst dann musste Rüeger für einmal wieder die Fanghand ausfahren, um Thibaudeaus Schuss zu entschärfen. Den Vorsprung liessen sich die Klotener nicht mehr nehmen, sie schaukelten den Sieg, der bis zur 43. Minute stark gefährdet war, nach Hause.

 

Rapperswil-Jona Lakers - Kloten Flyers 2:4

4'019 Zuschauer in der Diners Club Arena

Tor für die Lakers: Loic Burkhalter (18', Michel Riesen); Mark Hartigan (30', Stacy Roest, Loic Burkhalter)

Strafen: 6 x 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe (A. Camenzind) für die Lakers, 8 x 2 Minuten für die Flyers

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

Lions effizienter als die Lakers

Im Hallenstadion erzielen die Lakers früh das 0:1 und bestimmen im ersten Drittel das Spielgeschehen. Schmeichelhaft gleichen die Hausherren kurz vor der Pause aus. Drei Lakers-Überzahlspiele bleiben ungenutzt, die Lions erzielen innert zwölf Minuten vier Tore und treffen zwei Mal im Powerplay. Die Effizienz und Torproduktion der Zürcher sind matchentscheidend. Der ZSC gewinnt 5:1 (1:1, 4:0, 0:0).

Hartley schreitDer Eishockeyabend begann doch so ausgezeichnet für die Lakers! Nach drei Minuten und 28 Sekunden der Auswärtspartie hatte Reto Suri den Puck im ZSC-Tor versenkt. Der Nationalspieler krönte damit die grandiose Vorarbeit - den Zuckerpass von Lukas Grauwiler.

Zürich zeigte sich beeindruckt. Nach sechs Minuten fing sich Michael Nylander die erste Strafe ein, in Überzahl agierten die Lakers aber umständlich und keineswegs torhungrig wie noch drei Tage zuvor gegen Zug. Schiedsrichter Koch verhängte gegen Domenico Pittis zwei weitere Strafen (14', 21'). Das Penaltykilling stellte die Zürcher vor keine grossen Probleme, mit geringem Aufwand hielten sie sich schadlos.

Und zwischendurch hatte der ZSC im psychologisch günstigsten Moment zugeschlagen: In der 19. Minute gelang nach einem Seeger-Schuss Jeff Tambellini in Abstaubermanier äusserst schmeichelhaft das 1:1.

 

Hätte, wenn und aber

Die Lakers hätten das erste Drittel klar gewinnen müssen. Wer weiss, ob es den in den letzten Wochen verwundbaren Lions gelungen wäre, sich in die Partie zurück zu fighten. So aber war der ZSC ins Match gekommen, ohne sich das wirklich erarbeitet zu haben.

Kurz nach Wiederanpfiff spielte Stacy Roest den Puck auf Lukas Grauwiler, der LionsGoalie Flüeler aussteigen liess, dann aber nur den Pfosten traf. Ab diesem Moment der (hochverdienten, aber) vergebenen Lakersführung dominierten die Lions mit einer ungeheuren Effizienz und Torproduktion. Erst profitierte Michael Nylander von einem Abpraller, drei Minuten danach erhöhte Patrick Geering auf 3:1; innerhalb von nur 12 Minuten nutzte Zürich seine zwei Überzahlspiele und schoss ein 5:1 heraus. Dabei traf Domenico Pittis doppelt und beruhigte mit den Toren seinen Trainer Hartley, der zuvor bei den Strafen gegen den Kanadier noch aufgebracht war (wie auf dem Bild oben). Auf der anderen Seite hatte Coach Rogenmoser nach dem vierten Gegentor ein TimeOut genommen und mit seiner (Nicht-)Ansprache die Spieler wachrütteln wollen.

Schon nach 40 Minuten konnte ein Spielfazit gezogen werden: Die Torausbeute der Lakers war zu gering, die des Gegners effizient. Ein Drittel lang dominierten die Lakers den Gegner klar, allerdings ohne daraus Kapital zu schlagen. Zürich dominierte das zweite Drittel und schoss dabei einen vorentscheidenden Vier-Tore-Vorsprung heraus. That's the difference.

Die Zürcher Schäppi (an den Innenpfosten), Bärtschi, Tambellini und Ambühl nutzten im unspektakulären Schlussdrittel ihre Torchancen nicht. Die Partie war längst entschieden, für die Lakers ging es um Schadenbegrenzung, für die Lions ums Kräfteschonen für die nächsten Aufgaben. Fünf Minuten vorm Ende bot sich die Gelegenheit zur Ergebniskorrektur, weil Geering für zwei Minuten auf die Strafbank verbannt wurde, doch auch im vierten Überzahlspiel der Lakers wollte kein Treffer gelingen.

ZSC Lions - Rapperswil-Jona Lakers 5:1

7'046 Zuschauer im Zürcher Hallenstadion

Tor für die Lakers: Reto Suri (4', Lukas Grauwiler, Thomas Büsser)

Strafen: 4 x 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 2 x 2 Minuten gegen die Lakers

Lakers ohne Gailland, Murray, Siren

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

Siiiiiiiieg über den EVZ

 

Endlich, endlich, endlich der Lohn für harte Arbeit! Die Rapperswil-Jona Lakers zwingen den EV Zug in die Knie und schicken Doug Shedden's Starensemble mit 4:2 nach Hause. Marco Maurer, Nicolas Thibaudeau, Mark Hartigan und Lukas Grauwiler heissen die Lakers-Torschützen einer mitreissenden Partie, die leider nur 3'374 Zuschauer sehen.

Lemm siegt_gegen_Zug"Zug war heute einfach fällig". Gegen Fribourg zogen die Lakers trotz engagierter Leistung mit 0:2 den Kürzeren, in Davos gelang ein Punkterfolg. Der dritte hochkarätige Gegner binnen vier Tagen schien dennoch nicht vorgewarnt. Womöglich wähnten sich die Zuger angesichts des 7:0-Heimerfolges im ersten Saisonduell mit den Lakers auch im Vorfeld der heutigen Partie als sichere Sieger.

Metropolit, Holden, Pirnes, Brunner & Co. hatten die Rechnung ohne die Lakers gemacht, denn die zeigten heute ihr vermeintlich bestes Saisonspiel. Früh dominierten die Hausherren das Geschehen. Rizzello (3'), Lemm, der sich aus der eigenen Zone über die gesamte Eisfläche durchtankte, den Gästetorhüter verlud und in höchster Not von einem Verteidiger gestoppt wurde (4'), Hürlimann und Geyer (5') zeigten früh, wer Herr im Haus ist. Auch bei Rizzellos Schlenzer-Pass, den Gmür beinahe ins Tor ablenken kann (7') und Grauwiler bei einem Sololauf (8') hätte gut und gern das 1:0 fallen können.

Auf der anderen Seite des Rinks entschärfte Daniel Manzato die Schussversuche von Lüthi (8'), der sich mit viel Glück "durchgewurschtelt" hatte, vom Ex-Laker Andreas Furrer (9') und den verdeckten Shot von Holden (11'). Erst im Powerplay strahlten die Gäste echte Torgefahr aus, doch mit vereinten Kräften überstanden die Lakers die 2-Minuten-Strafe gegen Roest.

Noch spektakulärer verlief jedoch das Powerplay der Lakers: Als Björn Christen auf der Strafbank sass, erkämpfte sich Walser einen im gegnerischen Drittel bereits verlorenen Puck zurück, legte quer auf Roest, der mit einem Gewaltschuss nur die Latte traf. Auch eine Minute vor der ersten Drittelsirene hätte das 1:0 fallen können, wenn nicht gar müssen: Hürlimann brachte Hartigan in Schussposition, der seinen Slapshot aber neben das Tor setzte.

Im 2. Drittel nahm die Partie richtig Fahrt auf, hüben und drüben erkämpften und erspielten sich die Kontrahenten Torchancen. Das Publikum feuerte die Lakers auch im zweiten Powerplay an - gegen Walser parierte Markkanen mit der Schulter in allerhöchster Not. Auch Geyer von der blauen Linie und Maurer im Slot hatten kein Abschlussglück. Szenenapplaus spendenten die Zuschauer Reto Suri, der mit einem Hechtsprung einen Pass aus der Verteidigungszone spielt und Grauwiler auf die Reise schickt. Auf beiden Seiten lösten Aktionen verfrühten Torjubel aus. Die Zuger feierten einen "Treffer", der keiner war, denn Manzato hatte den Puck am linken Pfosten unter sich begraben (30'). Riesen schloss den Doppelpass mit Burkhalter ebenso erfolglos ab, wie Thibaudeau sein Solo (32'). "Wer die Tore nicht macht ...".

Es kam wie so oft in den letzten Wochen: Die erste 2-auf-1-Situation vergab Metropolit noch kläglich für die Zuger, eine Minute später aber nutzte Fabian Schnyer die nächste Gelegenheit zum 0:1. Wieder waren die Lakers für ihren enormen Aufwand nicht belohnt worden uns ins Hintertreffen geraten.

An diesem Abend aber besannen sich Reto Suri & Co. auf eine schnelle Antwort: In Überzahl gelang nur drei Minuten später der Ausgleichstreffer. Marco Maurer lenkte den Puck aus kurzer Distanz ins Zuger Tor ab. Mitspieler Reto Suri konnte das kaum fassen, er schlug die Hände über dem Kopf zusammen. "Uuuuunglaublich. Nach gefühlten 30 Chancen endlich ein Torjubel." Die Lakers hatten einen riesigen Aufwand betrieben, um endlich den Gästegoalie zu überwinden. Nun war der Knoten geplatzt.

Und es kam noch besser: Nach herrlicher Vorarbeit von Lemm (der zum Spieler des Abends gewählt wurde), vollstreckte Nicolas Thibaudeau zum 2:1 - allein die Kombination war den Treffer wert.

Bei der Ehre gepackt kehrten die Zuger zum letzten Drittel aufs Eis zurück, gingen auffallend aggressiv in die Zweikämpfe - und zogen dennoch den Kürzeren. Zuerst erwischte es Rüfenacht, der von Schiedsrichter Prugger wegen "Unsportlichkeit" mit einer 10 Minuten-Strafe dizipliniert wurde, dann trafen die Lakers mit dem 3:1 auch noch ins Kämpferherz der Zuger. Dieses Mal legte der überragende Lemm für Mark Hartigan auf (45'). In Überzahl hätten die Hausherren die Partie entscheiden können, auch Roest (im späteren 4-gegen-4), der die Scheibe Markkanen hinterm Goal abgeluchst hatte, fand vorm leeren Tor keinen Passabnehmer.

Zehn Minuten vorm Ende fand der EV Zug doch ins Spiel zurück. Sven Lindemann nutzte einen Abpraller und schob links neben Manzato ein. Die restliche Spielzeit kämpften die Lakers wie Löwen, sie rissen das Publikum von den Sitzen, überstanden zwei Unterzahlspiele (z.B. musste Welti für einen Check von hinten gegen einen Zuger Stürmer auf die Strafbank; allerdings verhängte Schiedsrichter Prugger kurz zuvor gegen Markkanen, der Rizzello regelwidrig behindert hatte, keine Strafe). Maurer wurde von einem Schlagschuss getroffen, Zug spielte weiter, Metropolit nahm noch einmal Mass und schoss wieder den am Boden liegenden Lakersverteidiger an. Cyrill Geyer verletzte in einer turbulenten Szene vor Manzato's Goal. Die Zuschauer fieberten und litten mit.

Zug hatte seinen Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers geopfert. Die doppelte Unterzahl (4-gegen-6) überstanden die Lakers, wenig später zog Lukas Grauwiler auf der linken Seite auf und davon, nahm den aus der Gefahrenzone beförderten Puck auf und vollendete zum 4:2 ins empty net.

Zugs Lindemann analysierte, sein Team habe "viel zu viele Lakerschancen zugelassen" und sein Team habe "einfach zu spät angefangen zu arbeiten und viele Dinge richtig zu machen". Auf Seiten der Rapperswiler ist die Erleichterung gross. Endlich und zum Glück wurde das Team für eine grossartige Leistung mit Treffern und Punkten belohnt.

 

Rapperswil-Jona Lakers - EV Zug 4:2

3'374 Zuschauer in der Diners Club Arena

Tor für die Lakers: Marco Maurer (37', Reto Suri, Stacy Roest); Nicolas Thibaudeau (38'; Aurelio Lemm, Mark Hartigan); Mark Hartigan (45'; Aurelio Lemm, Marco Maurer); Lukas Grauwiler (60'; empty net)

Strafen: 4 x 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe (Welti) für die Lakers, 4 x 2 Minuten plus 20 Minuten Disziplinarstrafen (Brunner, Rüfenacht) für den EV Zug

Lakers ohne Reid, Gailland, Murray, Siren

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

Yes we can !!!

Die Lakers gewinnen mit einem willenstarken und couragierten Auftritt einen Punkt beim Rekordmeister HC Davos. Der historische Sieg gelingt nicht, weil Petr Sykora in der Overtime zum 2:1 trifft. "Himmelweite Unterschiede im Vergleich zum Vorjahr, was Qualität betrifft und auch Zusammenhalt in der Mannschaft", bescheinigen die Fachleute dem Team von Harry Rogenmoser.

Stacy zeigt_wo_es_langgehtDie Vorzeichen standen schlecht - vor knapp fünf Jahren, am 7. Januar 2007 gelang Rapperswil-Jona der letzte Sieg im Landwassertal und gewann damals sensationell mit 3:2. Heuer zählt der HC Davos erneut zum Spitzentrio der Liga, erbeutete bis dato 33 Punkte, während die Lakers in zuletzt acht Spielen nur ein Mal als Sieger vom Eis gingen. Davos siegte am Vortag mit 5:4 n.V. in Zug, die Lakers verloren in eigener Halle mit 0:2 gegen Fribourg Gottéron.

Dennoch - und wieder einmal - glich das Spiel überhaupt nicht einem Kampf David gegen Goliath. Im Gegenteil. Die Lakers agierten aus einer sicheren Verteidigung heraus, schalteten sehr schnell auf Offensive um, verzeichneten zunächst die weitaus besseren Torchancen und überraschten die Bündner ein ums andere mal. Im ersten Powerplay, als  Ramholt auf der Strafbank sass, vergab Topscorer Reto Suri die grösste Chance zur Führung. Der HCD fand erst nach Marco Maurers Coolbox-Aufenthalt (8') ins Spiel, nach zwölf Minuten (!) verbuchte der Rekordmeister seine erste Chance durch Guerra, der von Sciaroni in Szene gesetzt wurde, aber vergab. Leider scheiterte auch Nils Berger am HCD-Goalie Leonardo Genoni (14'). Als Mark Hartigan eine 2-Minuten-Strafe kassierte (15'), wehrten sich die Lakers gekonnt mit starkem Boxplay und reaktionsschneller Defensivarbeit. Zudem präsentierte sich Jonas Müller im Tor der Rapperswil-Jona Lakers als starker Rückhalt, strahlte Ruhe und Souveränität aus. Kurz vor Drittelende musste Thomas Büsser nach einem Zusammenprall mit Lukas Sieber verletzt vom Eis - nach Sirens' gestrigem Ausfall der nächste herbe Verlust in der Lakersdefensive. Auch wenn Davos mehr Spielanteile hatte - die Lakers waren dem Führungstreffer viel näher.

Im zweiten Abschnitt tauchte Petr Sejna früh und völlig allein vor Jonas Müller auf, vergab aber die bis dahin grösste Davoser Torchance. Zwei Minuten später ging der HCD mit einem Kontertor in Führung. Mustergültig passte Tim Ramholt auf Reto von Arx - der Altmeister liess seine läuferische Klasse aufblitzen, versenkte den Puck eiskalt zum 1:0 im Tor der Lakers. (23'). Nach 28 Minuten kassierte der Davoser Sciaroni eine Strafe, und während des Powerplays der Lakers fing sich Grossmann eine weitere ein - in 35 Sekunden 5-gegen-3 gelang das verdiente 1:1! Derrick Walser hämmerte die Scheibe von der blauen Linie in den Torwinkel - wunderschön und mitten in die Bündner Eishockeyseele (29'). Wenig später zischte Michel Riesens Schuss um Zentimeter an Genoni's Kasten vorbei. In der 32. Minute passte Mark Hartigan auf Aurelio Lemm, der den Puck schlitzohrig Richtung Tor ablenkte - Genoni parierte in höchster Not mit der Schulter. Rappi war längst ebenbürtig, die Zuschauer überrascht. So wie die Lakers spielt kein Tabellenschlusslicht!

Angetrieben von ihrem Coach Del Curto schalteten seine Cracks einen Gang höher, doch Dario Bürgler, Raphael Kuonen, Petr Taticek & Co. liessen bei hohem Tempo Präzision vermissen. Den "Rest" vereitelte Jonas Müller bravourös. So blieb das Score auch nach 40 Minuten ausgeglichen - 1:1, die Lakers schnupperten am historischen Auswärtserfolg.

Stacy Roest erkämpfte sich die Scheibe von Lukas Stoop, scheiterte aus spitzem Winkel aber an Genoni. Gegenüber zeigte auch Jonas Müller sein Können, brillierte mit der Fanghand gegen Marha. In der 49. Minute kassierte Torschütze Walser eine Strafe, Gott sei Dank agierten die Davoser äusserst harmlos und brachten nur einen Schuss aufs Lakerstor.

In der 52. Minute verletzte sich Marco Maurer bei einem Sturz am rechten Knie - der nächste Patient für unsere Physiotherapeuten Dirk de Proost und Rolf Schuhmann. Maurer biss nach kurzer Behandlung auf die Zähne und kehrte in der Schlussphase aufs Eis zurück.

Rapperswil-Jona kämpfte weiter um jeden Puck, es begann die heisse Schlussphase. Bei einem Break zog der Ex-Davoser Burkhalter allein auf und davon, verpasste aber das 1:2. Den Lakers klebt in diesen Wochen das sprichwörtliche Pech am Stock. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wehrte Jonas Müller den Schuss von Marha ab und vereitelte auch den Nachschuss von Bürgler. In den Schlussminuten hexte Müller die Lakers zum verdienten Punktgewinn, als Davos in Überzahl spielte und Marha, Sejna und Sykora enorm viel Druck ausübten.

In der Verlängerung zog Davos den Kopf aus der Schlinge und kam durch Petr Sykora zum 2:1-Siegtreffer. Zu Recht wurde Jonas Müller trotz des ärgerlichen Gegentreffers zum "Best Player" gewählt.

 
 

HC Davos - Rapperswil-Jona Lakers 2:1 n.V.

4'127 Zuschauer in der Vaillant Arena Davos

Tor für die Lakers: Derrick Walser (zum 1:1, A: Loic Burkhalter, Stacy Roest);

Strafen: 4 x 2 Minuten für Davos, 4 x 2 Minuten für die Lakers

Lakers ohne Reid, Gailland, Murray, Siren

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

9. Sieg in Folge für Gottéron

Die Rapperswil-Jona Lakers unterliegen auch dem HC Fribourg-Gottéron mit 0:2. Der Leader fährt den 9. Sieg in Folge ein, während Rapperswil am Tabellenende verharrt. Cristobal Huet feiert einen Shutout. Fribourgs Torhüter und Lakers-Defender Thomas Büsser sind die "Spieler des Abends".

Huet siegtNach nur zwei Minuten und elf Sekunden brachte der Tscheche Pavel Rosa das Gästeteam in Front. Aus kurzer Distanz konnte er den Puck, serviert von Michael Knöpfli ins Tor der Lakers schiessen. Wenig später setzte Abplanalp seinen Schuss nur knapp neben das von Daniel Manzato gehütete Goal.

Der Tabellenführer wähnte sich frühzeitig auf der Siegerstrasse, nahm die Partie zuweilen arg auf die leichte Schulter. So feuerten die Fribourger im ersten Überzahlspiel (6') nur einen einzigen Schuss auf Manzatos Gehäuse ab, Ngoy wischte an der blauen Linie über den Puck und Jeannins halbherziger Abschlussversuch konnte den Lakersgoalie nun wirklich nicht in Bedrängnis bringen.

Kaum war die Strafe gegen Welti abgelaufen, startete Büsser ein Break, wurde aber im letzten Moment abgefangen. Nach elf Minuten setzte Kapitän Cyrill Geyer ein Zeichen, checkte Botter vor der eigenen Spielerbank, doch dieser Impuls zeigte keine Wirkung. Gottéron tat weiter das Nötigste und kam durch Jeannin (der nach einem Abpraller das leere Tor verpasste, 13'), Rosa (19') und Gamache (19'), der eine 2-auf-1-Situation kläglich vergab, zu weiteren Torgelegenheiten. Auf Seiten der Lakers übten Lemm mit einem "Trickli" und Büsser, dessen abgefälschter Schuss als Bogenlampe Fribourgs Goalie Huet überraschte, Gefahr aus.

Früh im zweiten Abschnitt feuerte Reto Suri einen verdeckten Schuss auf Huet ab (22') und Camenzind zielte 10 cm über das Gästetor. Suri erkämpfte sich herrlich einen Puck im gegnerischen Drittel, wurde aber von Schiedsrichter Massy zurückgepfiffen und erhielt für die Aktion eine 2-Minuten-Strafe. In Unterzahl gelang Burkhalter die "Aktion des Abends", legte nach einem Break quer auf den mitgelaufenen Stacy Roest - Huet konnte mit den Schonern gerade noch abwehren. Benny Plüss leistete sich ein Frustfoul gegen Maurer, wurde aber nicht gebüsst. Fribourg blieb auch im zweiten Powerplay blass.

In der 28. Minute liess Loic Burkhalter den Fribourger Abplanalp "alt aussehen", scheiterte mit seinem Schuss jedoch an Cristobal Huet, dem späteren "Mann des Abends". Welti - von Roest gut in Szene gesetzt - und Michel Riesen, der von Rizzello mustergültig bedient wurde, verpassten den Ausgleichstreffer. Als nach 36 Minuten die Lakers zum ersten Mal in Überzahl agierten, sprang nur ein Suri-Schuss (vorbei am langen Pfosten) und die Chance durch Aurelio Lemm heraus, der im Slot gekonnt abgefälscht hatte. Gegenüber verpasste Botter einen Shorthander.

Im Schlussabschnitt verbuchten erneut die Lakers die erste Torchance. Nach toller Hereingabe von Burkhalter und einem Schuss von Riesen blieb der Puck für eine Sekunde frei vorm Gottéron-Tor liegen, wurde dann aber von einem Verteidiger aber aus der Gefahrenzone befördert. Eine Kombination zwischen Hartigan und Thibaudeau brachte auch keinen zählbaren Erfolg - der Winkel war zu spitz und Fribourgs Torhüter auf dem Posten (46'). Im Gegenzug entschied Cédric Botter die Partie. Aus kurzer Distanz hatte er Daniel Manzato überwunden. Der Videobeweis brachte endgültig Klarheit - 0:2.

Zwar verblieb ausreichend Zeit, doch die Lakers hatten dem nichts mehr entgegen zu setzen. Hürlimann startete noch ein vielversprechendes Solo und liess den Puck für Marco Maurer liegen, doch auch der Verteidiger scheiterte mit seinem Slapshot an Huet.

In der letzten Minute leistete sich Fribourgs Jeannin noch eine Tätlichkeit gegen Maurer (Stockschlag auf den Arm), doch auch nach einem TimeOut und im 6-gegen-4 gelang den Lakers kein Torerfolg.

 
 

Rapperswil-Jona Lakers - Fribourg Gottéron 0:2 

4'111 Zuschauer in der Diners Club Arena

Strafen: 2 x 2 Minuten für die Lakers, 3 x 2 Minuten für Gottéron

Lakers ohne Reid, Bucher, Gailland

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

 

Mit "Liideschaft" zum Sieg

Die Rapperswil-Jona Lakers beenden ihre Durststrecke und fahren endlich einen hochverdienten Sieg ein. Dem unglücklichen 1:2 in Bern folgte am Samstag zum Abschluss eines bemerkenswerten Wochenendes ein 4:2-Sieg.

Sieg ber_AmbriFür ein Highlight sorgten die treuen Fans von Rapperswil-Jona, die am Samstag während einer Trainingseinheit der Lakers Zusammenhalt und Treue bekundeten. Nicht nur Marco Maurer, der sich in einem RadioInterview für diese originelle Unterstützung bedankte, sondern allen Cracks der Lakers tat die "Mental-Spritze" gut.

Am Vorabend hatten sich die Lakers beim SC Bern vor 14'637 Zuschauern in der Postfinance Arena achtbar aus der Affäre gezogen, aber erneut verloren.

 

Kein Punktelieferant

Die Lakers starteten furios in die Partie am Freitag, erarbeiteten sich drei gute Torchancen, profitierten vom Überraschungsmoment. Womöglich hatte der SC Bern mit einem schwächeren Auftritt der Lakers gerechnet. Doch trotz der vielen Rückschläge traten sie mutig auf, agierten viel besser als ein "gewöhnliches" Tabellenschlusslicht.

Den (zu diesem Zeitpunkt überraschenden) Führungstreffer des SCB durch Etienne Froidevaux beantwortete Antonio Rizzello nur 107 Sekunden später. Nach toller Vorabeit von Welti und Berger bezwang er Marco Bührer im SCB-Tor und erzielte das 1:1.

Im Mitteldrittel lieferten sich die Teams ein eher taktisches Kräftemessen ohne offensive Durchschlagskraft. Im Schlussabschnitt lief den Hausherren die Zeit davon. Für die tapfer kämpfenden Lakers lag wieder ein Punktgewinn in Reichweite, da packte der SC Bern einen genialen Moment aus und entschied die Partie für sich. Nur fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit erzielte Nationalstürmer Thomas Deruns den 2:1-Siegtreffer. Es war der Abschluss einer spektakulären Kombination über Scalzo und Gardner.

 

"Wir stehen morgen wieder auf"

Den erneuten Rückschlag beantwortete Harry Rogenmoser auf "seine Art": "Morgen stehen wir wieder auf. Und dann spielen wir gutes Eishockey, und zwar 60 Minuten lang. Irgendwann wird das kippen, davon bin ich überzeugt." Seit Wochen weiss er und vermittelt diesen Glauben authentisch, dass die Lakers für den Aufwand, den sie betreiben, belohnt werden.

Tatsächlich gelang am Samstag der herbeigesehnte und hochverdiente 4:2-Sieg über den HC Ambri-Piotta. Es war ein denkwürdiger Eishockeytag - die Trainingseinheit am Vormittag besuchten viele Fans und bekundeten damit ihren Glauben an dieses Team. Nicht nur Marco Maurer, der sich am Abend im RadioInterview für diesen Support bedankte, sondern auch seine Mannschaftskollegen, Coaching Staff und Lakersmitarbeiter zeigten sich erfreut über die Motivationsspritze der Fans.

Im Bewusstsein dieses Rückhalts boten die Lakers am Abend gegen Ambri eine starke Leistung - über 60 Minuten. Zwar waren die Gäste mit einem kuriosen Treffer durch Bianchi in Führung gegangen, doch trotz dem 0:1 spürten die Fans auf den Rängen der Diners Club Arena den unbedingten Willen der Lakers, diese Partie zu gewinnen. Brandon Reid mit Filigrantechnik bei höchstem Tempo und Nils Berger, der seine starke Form der letzten Spiele erneut unterstrich, kehrten den Match und sorgten für die hochverdiente 2:1-Führung.

In der 55. und 56. Minuten entschieden Marco Maurer mit einem Slapshot und Lukas Grauwiler mit seinem Tor zum 4:1 die Partie. Ambri's Julian Walker gelang kurz vor Schluss nur noch Ergebniskosmetik.

 

Rapperswil-Jona Lakers - HC Ambri Piotta 4:2

Zuschauer Diners Club Arena: 4'103

Tore für die Lakers: Reid, Berger, Maurer, Grauwiler

Strafen: 5 x 2 Min für die Lakers, 6 x 2 Min für Ambri-Piotta

 

SC Bern - Rapperswil-Jona Lakers 2:1

Zuschauer Postfinance Arena: 14'637

Tor für die Lakers: Rizzello

Strafen: 3 x 2 Min für Bern, 4 x 2 Min für die Lakers

 

Foto: Thomas Oswald, hockeypics (c)

Wie gross ist der Unterschied?

Die Rapperswil-Jona Lakers verlieren ihr Heimspiel gegen Kloten mit 0:3. Erst sechs Minuten vor dem Ende kann der Tabellenzweite die Partie für sich entscheiden. Bis dahin war Rapperswil-Jona eben-bürtig. Klotens Captain Victor Stancescu bescheinigt den Lakers im Interview eine "gute Leistung". Sein Team habe nur gewonnen, "weil wir oben stehen und Selbstvertrauen haben und die Lakers nach der Niederlagenserie eben nicht. Sonst gab es heute keinen Unterschied."

lakers vs_KlotenEs ist wie verhext. Unserem Trainer Harry Rogenmoser wird vorgeworfen, die Mannschaft zu arg in Schutz zu nehmen. Unsere Matchberichte seien "Schönfärberei" und die bisherigen Auftritte würden belegen, dass die Lakers wie in den letzten Jahren nichts im Rennen um Playoff-Plätze zu bestellen hätten. Nichts von all dem trifft zu.

Dass sich der Lakerscoach hinter seine Schützlinge stellt, ist ehrenhaft. Die heutige Reaktion des Teams (im Matchblatt-Vorwort: "Man zwingt uns zu allem, doch nie in die Knie!") auf die unbestritten schlechteren Spiele gegen Biel belegt, dass Rogenmosers Strategie auch die richtige ist. In anderen Partien wurde sein Team mehrmals unter Wert geschlagen; auch heute im Duell mit den Kloten Flyers.

Nur den ersten Schuss hatten die Klotener abgegeben (Polak nach 55 Sekunden), ansonsten spielten die Lakers den Gegner mit druckvollem Spiel an die Wand. Grauwiler (der das Geschenk eines Flyers-Verteidigers nicht zum Torerfolg nutzen konnte), Reid (mit einem Solo über die ganze Eisfläche), Suri (zwei Mal von Büsser in Szene gesetzt) und Gailland hätten mit etwas mehr Abschlussglück die hochverdiente Lakersführung besorgen können. Die Verunsicherung der Klotener bestätigte Kellenberger mit einem Rückpass ins Leere (übers ganze Eis) und Romano Lemm, der selbst im Lakers-Drittel gegen Grauwiler im Zweikampf nichts zu bestellen hatte.

Dass sich Kloten mit fortlaufender Spielzeit  (da war das erste Drittel aber bereits zur Hälfte um) effektiver zu wehren vermochte, darf man von einem Spitzenteam erwarten. So kamen die Flieger durch Walser, Santala und Jacquemet Mitte des ersten Abschnitts zu guten Aktionen, doch Lakersgoalie Müller hielt bravourös. In der 14. Minute packte er den ersten von drei BigSaves des Abends aus und brillierte mit der Fanghand gegen Romano Lemm.

Auch in Unterzahl hielten die Lakers mit einem starken Penalty-Killing dagegen (16', 2 Min gg Derrick Walser). Zwar hätte kurz darauf Jenni in der 19. Minute sein Break mit einem Tor abschliessen müssen, doch der starke Jonas Müller war nicht zu bezwingen.

 

Weniger Tempo, aber weiter hohe Intensität

Nach der Drittelpause blieben die Lakers hellwach. Roest spielte Derrick Walser in den Lauf, der verzögerte - zu lang, weil es so wieder "dicht" wurde vorm Goal. Zwei Mal parierte Müller gegen Blum, der starke Rückhalt sorgte für mehr Risikobereitschaft im Offensivspiel. Nils Berger und Reto Suri (mit einem Solo hinters Tor und einem Backhand-Pass in die Gefahrenzone), in der 29. Minute auch McDonell (bei dessen Schuss Ronnie Rüeger im Kasten der Flyers danaben griff, aber gerade noch abfälschte) und Gmür mit einem Distanschuss von links - die Lakers hätten längst führen müssen. Marc Welti schoss aus dem Hinterhalt (30'). Klotens Kellenberger fing sich eine Strafe ein und in Überzahl schloss Geyer mit einem harten Schuss die Kombination über fünf Stationen ab - leider ohne Torerfolg. 36 Sekunden agierten die Lakers gar im 5-gegen-3. Doch von zwei Schlenzern Richtung Tor (Roest und Geyer) und dichtem Gedränge vor Rüeger profitierten die Hausherren nicht.

Aurelio Lemm gelang der dritte "Steal" des Abends (Puckabnahme) im Kloten-Drittel (38') und Camenzind überlief Winkler, doch sein Pass in die Mitte auf Rizzello kam nicht an, weil Antonio von Stancescu zu Fall gebracht wurde.

 

Der Unterschied

Auch die ersten Chancen im Schlussabschnitt gehörten den Lakers: Geyer zwang Rüeger mit einem Schuss aus der neutralen Zone (!) zu einem Spagat, Lemm sorgte mit zwei starken "Moves" hinter dem Flyers-Tor für Gefahr. Riesen legte für Suri auf - das 1:0 wollte einfach nicht fallen.

Natürlich hatten die Klotener hin und wieder gefährliche Szenen (wie Jacquemet bei seinem Konter oder Jenni völlig freistehend nach einem unglücklichen Wechsel der Lakers, 45'/46').

Das klassische Pech klebte Antonio Rizzello am Schläger, der - nachdem Vojciech Polak ausgerutscht war und den Puck an ihn verlor - die Scheibe nur an den linken Pfosten schoss.

Als sich sechs Minuten vorm Ende Reto Suri eine Strafe einfing, gelang dem Klotener Micki Dupont mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie, vorbei an Gmür und Bieber, das 0:1 - unhaltbar für Müller. Einen Konter schloss Stancescu auf Pass von Liniger zum 0:2 ab und Jenni hatte beim 0:3 mit einem Schuss ins leere Tor leichtes Spiel.

 

(Faires) Fazit

Wie gross ist der Unterschied zwischen dem Tabellenletzten und dem -zweiten? Wie kann es sein, dass am Ende des Abends ein 0:3 zu Buche steht, der Spielverlauf diesem Ergebnis aber in keiner Weise entspricht? Der siegreiche Victor Stancescu weiss es und sprach es ins Reporter-Mikrofon: "Wer unten steht, hat das Pech, wer oben steht, gewinnt auch solche Spiele."

Allzu gern hätten sich der Grossteil der 3'601 Zuschauer einen Punkterfolg gewünscht. Und einer hätte sich über ein Geburtstagsgeschenk in Form eines Lakerssieges besonders gefreut ... Happy Birthday Reto Spörri! Auf "seinem Sender" (er überträgt live unsere Auswärtsspiele auf Radio Zürisee) lief kurz nach Spielende das Lied "Stand Up - We are too good to give up". Was für ein Motto für die Lakers, die an diesem Abend für eine tolle Leistung nicht belohnt wurden ... aber ganz sicher nicht aufgeben werden!

Anmerkung: Nach den Wochenendspielen am FR (in Bern) und am SA (gegen Ambri) folgen Spielberichte ausnahmsweise erst im Laufe des Sonntags.

 

Rapperswil-Jona Lakers - Kloten Flyers 0:3

Zuschauer Diners Club Arena: 3'601

Strafen: 2 x 2 Min für die Lakers, 2 x 2 Min für die Kloten Flyers

Lakers vs Biel, Part Two

 

Das Glück kehrt nicht zurück - nicht einmal das des Tüchtigen. Rapperswil-Jona gelingt keine Revanche für die gestrige Niederlage in Biel und verliert auch das Heimspiel gegen die Seeländer.

Gailland gg_Biel

Die 3'230 Zuschauer werden den Lakers nicht den erkennbaren Willen abstreiten, endlich Siege einzufahren. Das Team wehrt sich nach Kräften. Doch auch im heutigen Match konnte der Gegner die Lakers in entscheidenden Momenten verwunden, das "Drumherum" tat sein Übriges.
 
Rapperswil-Jona startete gut in die Partie, profitierte auch von der schnellen Strafe gegen Biels Gossweiler (1'). Die neuformierten Sturmreihen erspielten sich bis zur 10. Minute drei gute Torchancen. McDonell war mit dem ersten Versuch noch hängengeblieben, doch Gmür zog von der blauen Linie ab (5'). Suri brachte Riesen gut in Szene, dessen Schuss jedoch geblockt wurde (7') und Maurer, der aus kurzer Distanz direkt abzog, hatte ebenso wenig Abschlussglück. Auf der anderen Seite blitzte zwei Mal Torgefahr auf: Spylo mit einem Pfostenschuss (5') und Tschantré, der den Stock in einen Schuss hielt (11') hätten Biel in Front bringen können. Harmloser agierten die Bieler in Überzahl - während Walser auf der Strafbank sass, brachten die Seeländer keinen einzigen Schuss auf das Tor der Lakers.
 
 
Eiskalt zugeschlagen
 
In der 14. Minute kam Biels Ahren Spylo zu einem Break, der aufmerksame Alain Mieville nutzte den Abpraller zur Führung für die Gäste. Der Treffer "hinterliess Spuren". Emanuel Peter vergab freistehend die riesige Chance zum 0:2 und Manzato packte einen spektakulären BigSave aus: mit der Kelle stoppte er nur wenige Zentimeter vor der Linie den Puck und verdarb damit Gaëtan Haas die mögliche Torfreude. Für die Moral der Lakers spricht, dass sie - profitiert von einer Strafe gegen Biels Topskorer - kurz vor der ersten Pause ins Spiel zurückfanden. Roest, der mit Tempo über die blaue Linie kam, steckte auf Riesen durch, der die Chance jedoch vergab. Und Burkhalters Schuss in der allerletzten Sekunde klatschte an die Torlatte.
 
Auch im zweiten Drittel erkämpften sich die Lakers mehrere Chancen zum Ausgleich. Reid holte den Puck nach hartem Kampf aus der Bande und spielte auf Geyer, der aus kurzer Distanz an Berra scheiterte, genauso wie Welti, der von Suri bedient wurde (21'/23'). Leider stoppte eine Strafe den Sturmlauf.
 
Gegentore in Unterzahl
 
Kent McDonell musste nur gut eine Minute seiner Strafe absitzen. Denn nach einer vielversprechenden "shorthanded"-Aktion von Suri und Roest fiel im Gegenzug das 0:2 durch Bordeleau. Trocken hatte die Nr. 71 der Bieler abgezogen und Manzato mit dem Slapshot bezwungen.
 
Eine Minute später fing sich auch Thibaudeau eine Strafe ein. Manzato verhinderte mit mirakulöser Fanghand einen weiteren Treffer von Bordeleau, der - wie auch Spylo - nahezu jede sich bietende Chance zum Torschuss nutzte.
 
Nach 34 Minuten zog Schiedsrichter Andreas Koch erstmals den Unmut der Zuschauer auf sich. Burkhalter hatte Berra verladen, wurde aber just beim Abschlussversuch von den Beinen geholt. Das Foul wurde nicht geahndet, die Torchance war dahin. Im Gegenzug bestrafte er Maurers Aktion mit einer Matchstrafe. In Unterzahl holte McDonell eine Strafe gegen Biel heraus und im Spiel Vier-gegen-Vier gelang dem "Spieler des Abends" Marc Welti mit einem satten Flachschuss das 1:2. Kurz darauf, als Biel wieder komplett und die Lakers noch wegen der 5-Minuten-Strafe dezimiert waren, traf Beaudoin "aus dem Nichts" zum 1:3. Sekunden später wurde Burkhalter (heute Stürmer neben Reid und Lemm) bei einem Break noch einmal regelwidrig gestoppt, doch Koch liess wieder weiterspielen. Kopfschüttelnd nahm das Rappi's Nummer 80 zur Kenntnis, die Zuschauer aber quittierten die Entscheide mit einem Pfeifkonzert.
 
Erst nach dem zweiten Treffer erwacht
 
Zwar verpassten Lemm und Roest die ersten Gelegenheiten im Schlussabschnitt. Auch die Gäste blieben gefährlich: Fröhlicher prüfte Manzato (47') und eine 2-auf-1-Situation vergab Mieville. Dennoch war die Partie von der 40. bis zur 52. Minute verflacht. Dann aber fiel das 2:3 durch Reto Suri, der am rechten Pfosten cool verzögert  und den Puck im Tor versenkt hatte. Die Lakers tankten Selbstvertrauen. In der nächsten Aktion fälschte Rizzello im Slot geschickt ab - leider blieb ihm der Ausgleichstreffer verwehrt. Erst schwor Kevin Schläpfer seine Bieler in einem TimeOut auf die letzten Minuten ein, später auch Harry Rogenmoser. Ex-Laker Marco Truttmann traf zum Endstand ins leere Tor.
 
 
 
Rapperswil-Jona Lakers - EHC Biel 2:4
 
Tore für die Lakers: Marc Welti (37', Brandon Reid, Niki Siren) und Reto Suri (52', Michel Riesen, Stacy Roest)
 
Strafen:
3 x 2 Min für die Lakers plus Matchstrafe gegen Maurer; 3 x 2 Min für den EHC Biel
 
Zuschauer Diners Club Arena: 3'230
 
Bild: hockeypics, Thomas Oswald (c)

Biel vs Lakers, Part One

 

Die Rapperswil-Jona Lakers entführen leider keine Punkte aus dem Seeland. Beim EHC Biel verliert unsere Mannschaft mit 0:4. Das Endergebnis täuscht, es entspricht nicht den Spielanteilen. Biel präsentierte sich disziplinierter. 

Biel

24 Mal trafen der EHC Biel und Lakers aufeinander, beide hatten je 12 Mal gewonnen. Allzu verlockend war die Ausgangslage vor dem heutigen Match für die Lakers: Siegen die Spieler von Coach Rogenmoser, so würde man im Direktvergleich vorlegen, vor allem aber auch in der Tabelle aufschliessen. Biel hatte nämlich gerade mal drei Zähler mehr auf dem Konto.
 
0:1 in Unterzahl
 
Biel trat ohne Tom Preissing an, der an den Folgen einer Gehirnerschütterung leidet. Und auch ohne Mike Scalzo, der vor wenigen Tagen nach einem Zerwürfnis mit Trainer Schläpfer freigestellt und heute beim SC Bern als Neuzugang vorgestellt wurde.
 
Die 4'000 Zuschauer - so sie Anhänger der Heimmannschaft sind - setzten zum Torschrei an, als Mieville in der 5. Minute allein auf Daniel Manzato zulief. Doch der Bieler Stürmer schoss den Puck übers Gehäuse. Auch Roest besass eine Chance (in Unterzahl nach 15 Minuten), aber beiden Teams fehlte im ersten Abschnitt Kreativität und Spielfreude. Zu gross schien der Druck, dieses "Kellerduell" gewinnen zu müssen. Als Rizzello die zweite Strafe der Lakers kassierte, traf Sébastien Bordeleau zum 1:0. Es war ein typisches Bully-Goal. Da kurz darauf auch McDonell in die Coolbox musste, konnten die Lakers vor dem ersten Pausentee nicht mehr zurückschlagen.
 
 
Kampf und Wille stimmten
 
Der zweite Abschnitt gehörte den Lakers. Hatte Biel im ersten Abschnitt noch mit 20:10 Schüssen diese Statistik für sich entschieden, so drängten die Lakers nun mehr in die Offensive. Der Wille war spürbar, die Einsatzbereitschaft vorhanden. Und endlich, als mit Emanuel Peter ein Bieler auf der Strafbank sass, fanden die Lakers ins Spiel. Suri, der nach Vorarbeit von McDonell den Puck leider nicht voll erwischte und Burkhalter von der blauen Linie blieben aber ebenso erfolglos wie später Andreas Camenzind. Zweieinhalb Minuten vor der zweiten Sirene hatte Gaëtan Haas zwar das 2:0 auf dem Stock, doch ein solcher Zwischenstand wäre nicht verdient gewesen.
 
 
„Brutales 4:0“ - Biel nicht um vier Tore besser
 
Zuerst sass Grauwiler wegen einer Strafe draussen, aber auch danach setzten die Lakers zu keiner Aufholjagd an. Trotz aller Bemühungen blieb vieles Stückwerk. Hoffnung machte sich unter den Lakers-Anhängern breit, als Schiedsrichter Mandioni nach 51 Minuten Biels Fröhlicher mit zwei Strafminuten bedachte. Doch statt einem zwingenden Powerplay, erwischte es binnen zweieinhalb Minuten zuerst Walser, dann Reid und auch Roest - alle drei Ausländer holten sich eine 2-Minuten-Strafe ab. Tschantré, der Vorjahres-Laker Truttmann und Spylo sagten "Dankeschön" und netzten drei Mal für den EHC Biel ein. So sorgten drei Strafen und drei Tore innert zweieinhalb Minuten für ein "brutales 4:0".
 
Morgen Abend besteht für die Lakers Gelegenheit, Revanche zu nehmen. Sie treffen in der heimischen DinersClub Arena erneut auf Biel.
 
EHC Biel - Rapperswil-Jona Lakers 4:0
 
Tore für die Lakers: keine
 
Strafen:
7 x 2 Min für die Lakers, 3 x 2 Min für Biel
Zuschauer im Bieler Eisstadion: 4'052
 
 

8. Niederlage im 10. Spiel

 

Die Rapperswil-Jona Lakers verlieren mit 3:5 gegen den HC Lugano. Die Zuschauer fiebern und "leiden" mit. Denn erneut lag mindestens ein Punktgewinn im Bereich des Möglichen. 

LakersLugano

Die Fakten schmerzen: In den ersten zehn Saisonspielen gingen die Lakers acht Mal als Verlierer vom Eis, nur zwei Siege gelangen, einer davon in der heimischen Diners Club Arena – am letzten Freitag gegen Genf.
 
Im Vorfeld der Partie gegen den HC Lugano, einem Team gespickt mit Stars wie Nummelin, Domenichelli, Bednar und Rintanen, waren sich die Lakers ihrer Underdog-Rolle bewusst. Dennoch erschien – zu Recht – eine Punkteausbeute im Bereich des Möglichen.
 
Verunsicherung nach Rückschlag
 
Doch schon das frühe 0:1 durch Oliver Kamber (2‘), der sich im Zweikampf behauptete, einen Schuss „backhanded“ aufs Tor brachte und dann den Abpraller ins „leere Tor“ schob, löste Verunsicherung aus. Ein Schuss aus der neutralen Zone von Reid und gleich mehrere Missgeschicke seiner Teamkollegen im Stickhandling unterstreichen diesen Eindruck. Erst Einzelaktionen wie die von Benjamin Neukom, der drei Luganesi umspielt und dann aufs Tor schiesst oder Riesen, der aus 10 Metern abfeuert, brachten ein wenig Entlastung. Dennoch blieben die Tessiner brandgefährlich. Profico feuerte einen verdeckten Schuss auf Manzato ab (12‘). Nach einem Puckverlust an der gegnerischen blauen Linie nutzten die Gäste die 3-auf-1-Situation zum Glück nicht, obwohl allein Bednar in dieser Szene drei Mal nacheinander aufs Tor schiessen durfte.
 
Eine Einzelaktion von Reto Suri, der sich ein Herz gefasst und über rechts durchgebrochen war, brachte das 1:1. Sandro Gmür verwertete nämlich den Abpraller vor Conz (16‘). „Losgelöst“ gelang den Lakers wenig später ein gutes Powerplay (mit Slapshots von Geyer und Suri) und beim Direktpassspiel über vier Stationen, das Nils Berger leider nicht mit einem Tor krönte (knapp am rechten Toreck vorbei), kam die Spielfreude zurück.
 
 
Mit Selbstbewusstsein zur Führung
 
Derartige „kleine Erfolge“ müssen doch Auftrieb geben für einen weiteren positiven Spielverlauf. Und tatsächlich: Zwar entschärfte Manzato zu Beginn des 2. Abschnitts einen Schuss vom heranstürmenden und von Rintanen glänzend in Szene gebrachten Bednar, doch die Aktionen der Lakers waren gefälliger. Roest (mit einer Direktabnahme), Camenzind (bedient von Lemm, der sich hinterm Tor frech und wendig durchgesetzt hatte) und ein Überzahlspiel (weil sich Nodari bei Grauwiler eingehakt hatte) weckten „Lust auf mehr“.
 
Und als Burkhalter den Puck auf der linken Seite über die gesamte Eisfläche getragen und einen Doppelpass mit Roest aus kurzer Distanz zum 2:1 abgeschlossen hatte, drei Minuten später der Ex-Laker Florian Blatter alleinstehend vor Manzato kläglich vergeben hatte, lagen alle Vorteile auf Rapperswiler Seite.
 
Es folgten Aktionen, die zu denken geben: Erst trifft ein Schuss von McDonell Luganos Torhüter an der Maske –  die Gäste bleiben präsent, spielen mit langem Pass Hnat Domenichelli an, der gekonnt zum 2:2 einschiesst. Keine zwei Minuten später befördert Domenichelli bei seinem nächsten Turn den Puck aus dem eigenen Drittel über die Bande Richtung Spielerbank Rapperswil. Während spekuliert wird, ob es sich um eine zu ahnende Spielverzögerung handelt, sind die Luganesi „parat“, gewinnen das Bully und schicken den Verursacher gleich ein weiteres Mal „auf die Reise“ – Domenichelli vollstreckt auch zum 2:3. Unglaublich!
 
3‘525 Zuschauer wurden Zeugen spektakulärer Anfangsminuten im Schlussabschnitt. Hirschi kann in Unterzahl um Manzato’s Tor kurven – und trifft shorthanded zum 2:4.
 
Noch im gleichen Powerplay gelingt Captain Geyer das 3:4, doch wenig später macht Lugano mit dem 3:5 den „Sack zu“. Mauro Jörg kann den Puck an der Bande behaupten, er sucht und findet an der blauen Linie Nummelin. Luganos Topskorer hämmert den Puck in den Torwinkel und feiert seinen Sonntagsschuss mit einem Luftsprung.
 
„Schwer zu verdauen“
 
Diese Szenen kratzen am Selbstbewusstsein. Es ist bitteres Lehrgeld, das die Lakers bezahlen. In den beiden Partien am Wochenende gegen den EHC Biel (Freitag in Biel, Samstag in Rapperswil) muss das Team von Coach Rogenmoser selbstbewusst auftreten, kleine Erfolge in sich aufsaugen und mögliche Rückschläge schnell abhaken. Mit Konzentration und unbändigem Willen werden die Lakers die Punkte holen, die sie nun dringend benötigen.
 
Rapperswil-Jona Lakers - HC Lugano 3:5
 
Tore für die Lakers:
Sandro Gmür (16', Reto Suri, Stacy Roest), Loic Burkhalter (32', Stacy Roest, Nicolas Thibaudeau), Cyrill Geyer (42', Derrick Walser, Stacy Roest)
 
Strafen: 
1 x 2 Min für die Lakers, 3 x 2 Min plus 5 plus Spieldauer (Blatter, 5 Sek vor dem Ende) für Lugano
Zuschauer Diners Club Arena: 3'525
 
Bild: hockeypics, Thomas Oswald (c)

"Unnötige" 1:2-Niederlage im Emmental

Rapperswil-Jona kassiert bei den SCL Tigers eine unnötige 1:2-Niederlage. Eine turbulente Phase im Mittelabschnitt mit zahlreichen Strafen gegen die Lakers brachte die Langnauer zurück ins Spiel - und auf die Siegerstrasse.

tigeraugen

Im selbsternannten "Hockey Country" Langnau herrschte trübe Stimmung nach der 3:7-Niederlage am Vorabend gegen Bern. Ein Kolumnist sprach von der "bittersten Niederlage der Ära Fust" und einem beendeten Langnauer "Hockeymärchen". Im Vorjahr hatten die Tigers ausgerechnet mit einem Sieg in Rapperswil den Einzug in die Playoffs perfekt gemacht.

In die heutige Partie stiegen Tigers und Lakers mit hohem Tempo ein. Rappi schlug zwar nicht gleich im ersten Powerplay zu, doch nur wenige Sekunden später: Camenzind drosch den Puck von der blauen Linie ins Tor. Auch Assistgeber Aurelio Lemm trug sich im ersten Duell mit seinem letztjährigen Club in die Scorerliste ein. Robert Esche, US-Goalie im Tigersdress, hatte zuvor noch mit einem BigSave Burkhalters Schuss entschärft, blieb bei Camenzinds Slapshot aber ohne Abwehrchance.

Im unterhaltsamen ersten Drittel kam Langnau vereinzelt zu guten Abschlussmöglichkeiten, Zählbares sprang aber auch in zwei Überzahlsituationen nicht heraus. Lukus Haas, zwei Mal Simon Moser und Kurtis McLean überwanden den sicheren Daniel Manzato nicht. Die Lakers gingen mit einer knappen Führung in die Pause, die sie sich wie schon gestern dank der besseren taktischen Disziplin verdient hatten - trotz des (nur wegen der beiden Strafen täuschenden) Schussverhältnisses von 19:11 für Langnau.

 

32 Strafminuten im Mitteldrittel, davon 2 gegen Langnau - das Heimteam siegt

Stacy Roest hatte zu Beginn des Mittelabschnitts den zweiten Lakerstreffer "auf der Kelle". In weiteren abwechslungsreichen Minuten hatten die Tigers jedoch mehr vom Spiel, erneut bedingt durch Lakers-Strafen: Als Aurelio Lemm bereits in der Coolbox sass und sich auch Sandro Gmür dazu gesellen musste, hatten Roggenmosers Spieler eine 3-5-Unterzahl zu überstehen. Das Vorhaben gelang, aber zu viert kassierte Niki Siren eine 5-Minuten-(plus Spieldauerdisziplinar-)Strafe, während (!) der es auch noch Derrick Walser "erwischte" (2 plus 2 Minuten wegen unsportlichem Verhalten und hohem Stock). Im erneuten "3-gegen-5" ging Brandon Reid von einem Puck getroffen verletzt zu Boden, doch die Tigers spielten weiter und Schiedsrichter Reiber liess sie (regelkonform) gewähren. Die Lakers kämpften, doch derartige Dezimierungen zu überstehen, kommt einem Eishockeywunder gleich. Es blieb aus. Simon Moser erzielte das Ausgleichstor zum 1:1 (30'), mehr gelang den Tigers zum Glück nicht. 

Erst in dieser Phase "erwachte" das Publikum. Lukas Haas schloss einen Alleingang mit einem Schuss weit über das Tor von Manzato ab. Brandon Reid biss auf die Zähne und konnte weiter eingesetzt werden. Mit dem 1:1 ging's in die zweite Pause.

Die Emmentaler stiegen frischer und mutiger in das Schlussdrittel ein - wohlwissend, dass ihr Gegner im mittleren Abschnitt viel Kraft gelassen hatte. Nach zwei Minuten scheiterte Perrault an Manzato, nach vier traf Simon Moser auf Pass von Kurtis McLean zum 2:1. Rizzellos Reklamation "beantwortete" Schiedsrichter Reiber mit weiteren zehn Minuten Disziplinarstrafe. In der 47. Minute scheiterte Stacy Roest mit einer tollen Aktion am TigersGoalie Esche (PS: 211 NHL-Spiele). Die Lakers agierten für 58 Sekunden in doppelter Überzahl, weil  mit  Lüthi und Stettler zwei Tigers auf der Strafbank sassen. Doch auch hier rettete Esche gegen Walser, McDonell und Dauer-Aktiv-Posten Suri - der Puck wollte einfach nicht über die Linie. LakersCoach Roggenmoser hatte zuvor noch ein TimeOut genommen.

In den Schlussminuten kämpften die Lakers mit dem Mut der Verzweiflung, Riesen vergab eine "Hundertprozentige", allerdings verhinderte auch Manzato das 1:3 (gegen Haas). Die Lakers kehren ohne Punkte aus dem Emmental heim, obwohl sie (erneut) nicht das schlechtere Team waren - was am Ende auch durch die 39:35-Schussstatistik belegt werden kann. Rückblickend müssen wohl die Strafen als Begründung für die Niederlage herhalten.

Schon am Dienstag, 19.45 Uhr empfangen die Lakers daheim in der Diners Club Arena den HC Lugano. 

 

SCL Langnau Tigers - Rapperswil-Jona Lakers 2:1
Tor für die Lakers: Andreas Camenzind (10'; Aurelio Lemm, Michel Riesen)
Strafen: 5 x 2 Minuten für SCL Tigers, 7 x 2 plus 10 Minuten (Rizzello) plus Spieldauer (Siren) für die Lakers
Zuschauer Ilfishalle: 5'004

 

 

 

Taktische Meisterleistung - Sieg!

 

Die Rapperswil-Jona Lakers zwingen den HC Genf Servette mit 3:0 in die Knie und "überreichen" Mc Sorleys Truppe damit die "rote Laterne". Dank einer taktischen Meisterleistung bejubeln die Rosenstädter endlich wieder einen Sieg. Und wie!

Jubel gg_Genf

Denn am heutigen Abend feierten die Lakers-Cracks ihre Treffer besonders euphorisch, fast symbolträchtig. Als Postfinance Topscorer Reto Suri in der 51. Minute zum 2:0 eingenetzt hatte, entlud sich die ganze Last der letzten Wochen, aber auch der vorangegangenen Spielminuten. Im "Rausch" fuhr der Publikumsliebling über die gesamte Eisfläche, an der Spielerbank entlang und bis zu Manzato zurück - dem Goalie galt der Dank für starke Paraden während der soeben überstandenen fünfminütigen Unterzahlsituation. Und Loic Burkhalter, der in der letzten Spielminute ins leere Tor traf, jubelte gestikulierend vor der Genfer Fankurve. Auch der "80er" saugte den Moment in sich auf, kurz zuvor war ihm noch ein Tor aberkannt worden. Nun krönte er doch seine starke Leistung. Einzig der erste Torschütze, Brandon Reid, bejubelte sein Erfolgserlebnis nicht so überschwänglich (18'), weil die Zuschauer Stacy Roest feierten.

Aber der Reihe nach.

 

Taktische Meisterleistung 

Die Lakers konzentrierten sich zunächst darauf, die Spielkontrolle zu übernehmen und ja nicht ins "offene Messer" zu laufen. Sonst hätte man dem angeschlagenen Gegner unfreiwillig Aufbauhilfe geleistet wie schon im Heimspiel gegen Zürich. Rapperswil und Genf tasteten sich fünf Minuten lang ab, ausser bei Schüssen von Reid und auf der Gegenseite Bezina hatten die Torhüter Stephan und Manzato (noch) wenig Arbeit. Lukas Grauwiler, der sich stark im Slot behauptete, aber knapp am Tor vorbeischoss (6') und eine Minute später nach Derrick Walsers "Hammer" mit dem Nachschuss ebenso wenig Erfolg hatte, setzte die ersten Ausrufezeichen. Reid musste auf die Strafbank, die Genfer Überzahlgelegenheit verdient die Bezeichnung "Powerplay" nicht. Postwendend schlugen die Lakers zu: Walser holte sich den Puck auf der linken Seite und passte in den Lauf von Brandon Reid, der technisch perfekt und überlegt ins obere rechte Toreck einschoss - 1:0 für Rapperswil (18').

 

Verunsicherte Genfer und fünf Minuten für "eine letzte Chance"

Gut, dass Rico Fata Sekunden vor der ersten Pause einen Konter nicht erfolgreich abschloss. Manzato unterstrich (nicht nur) in dieser Szene seine Klasse. Was die Genfer in der Kabine auch immer besprochen hatten (dazu nutzten sie ohnehin nur die letzten dreieinhalb Minuten der Pause) - Servette erwischte einen rabenschwarzen Start ins Mitteldrittel. Statt fokussiert zurückzukehren, liefen und spielten sie verunsichert übers Eis. Die Lakers drehten auf und kamen innert sieben Minuten zu sechs hochkarätigen Chancen. So brachte Camenzind seinen Sturmpartner Lemm in gute Position (26'), Geyer probierte es mit einem Slapshot (28'), Burkhalter tanzte Goalie Tobias Stephan aus. Die turbulente Druckphase der Lakers unterbrachen einzig Stephan, indem er das Tor verschob (geahndet mit zwei Minuten Strafe) und Trainer Chris McSorley mit einem TimeOut - ohne Erfolg. Roest glänzte mit einem Laserpass auf Grauwiler, der verzog. Und Genf's Torhüter entschärfte mit der Stockhand auch Camenzinds Schuss (33') sowie den von Benjamin Neukom (der zuvor zwei Verteidiger vernascht hatte; 38'). Ausser zwei (!) Schüssen von Juraj Simek hatte der HC Genf Servette in dieser Phase nichts zu bieten.

 

Im Schlussdrittel setzte zunächst Thibaudeau zu einem Topspeed-Solo an, scheiterte trotz einem "Trickli" an Stephan (der später als bester Genfer Spieler ausgezeichnet wurde). "Quick Nic" musste kurz danach einen heftigen Bandencheck einstecken, den das Schiedsrichtergespann nicht ahndete. Als in der 45. Minute Lukas Grauwiler zum Duschen geschickt wurde (5 Min plus Spieldauer), schien die letzte - aber sehr gute - Chance der Gäste gekommen, die Partie auf den Kopf zu stellen. Zwei Mal rettete Manzato und ein Mal traf Walsky den Pfosten. Riesen, Burkhalter (der sogar zu einem Abschluss kam), McDonell (mit tollem Check an der blauen Linie), zwei Mal Rizzello und Suri brachten die Scheibe jeweils aus der Gefahrenzone. Die Kampfkraft der Lakers demütigte Genf, erst Recht der Treffer von Reto Suri, der sieben Sekunden nach Ablauf der 5-Minuten-Strafe fiel. In der 53. Minute erzielte Burkhalter (aus dem Torraum-Abseits) seinen "ersten Treffer des Abends". Der zweite wurde dann auch gewertet (60', Empty-Net-Goal).

Die Lakers freuen sich über drei wertvolle Punkte und den verdienten Lohn für eine Partie, in der das mental schwächere Team den Kürzeren gezogen hat. Morgen reisen Cyrill Geyer & Co nach Langnau und treffen dort auf die SCL Tigers.

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Rapperswil-Jona Lakers - HC Genf Servette 3:0

Strafen: 3 x 2 plus Spieldauer-Disziplinarstrafe (Grauwiler) für Rapperswil-Jona, 2 x 2 Min für Genf

Zuschauer in der Diners Club Arena: 3'304

 

Der Eishockeygott ist kein Laker

 

Tüüf duureschnufe. Die Rapperswil-Jona Lakers kassieren die fünfte Niederlage in Folge, eine schmerzhafte noch dazu. Sie unterliegen bei den Kloten Flyers denkbar knapp mit 3:4. Harry Roggenmosers Equipe kämpfte sich nach einem unglücklichen 1:3-Rückstand in die Partie zurück. In der 58. Minute erzielte Klotens Liniger den Siegtreffer, in der 60. traf Rappi's Niki Siren nur den Pfosten.

roest liegend

Erstes Powerplay, erste Grosschance, erstes Tor. Die Partie der Lakers bei den Kloten Flyers begann vielversprechend. Aurelio Lemm überwand Ronnie Rüeger schon nach zwei Minuten. Mit gutem Boxplay überstanden Geyer & Co. die gegen Benjamin Neukom ausgesprochene erste Lakers-Strafe und setzten im zweiten Powerplay erneut Akzente: Riesen, Reid, Camenzind und noch einmal Aurelio Lemm hatten das zweite Tor auf dem Schläger.

Harry Roggenmoser bot im Vergleich zum Vortag völlig neu formierte Blöcke auf. Mit Suri und Roest stürmte Lukas Grauwiler; Lemm-Camenzind-Riesen, Rizzello-Reid-Neukom, McDonell-Hürlimann-Thibaudeau bildeten die weiteren Angriffslinien. Alle spielten frech und unbeschwert nach vorne, Kloten zeigte sich überrascht.

Erst in der 14. Minute erweckte Klotens Roman Wick die heimischen Zuschauer. Er traf "aus dem Nichts" zum 1:1 und profitierte dabei von einem Abstimmungsfehler in der Lakers-Defensive. Eine  Minute später verband Schiedsrichter Markus Kämpfer Reto Suri in die "Coolbox". Kurz darauf durfte aber auch Klotens Eric Blum "zuschauen". Zwei Sekunden bevor Suri Strafe ablief, traf Marcel Jenni im Vier-gegen-Vier zum 2:1 für die Hausherren. "Nahezu alles läuft schicksalshaft gegen die Lakers. Ihr macht das 2:0 nicht und Kloten packt den mentalen Hammer aus", analysierte ein älterer Herr auf der Tribüne, wohlgemerkt ein neutraler Zuschauer.

 

Wieder ein guter Start

Auch ins zweite Drittel starteten die Lakers druckvoll und übernahmen das Spieldiktat. Erst passte McDonell vors Tor, die Scheibe lag einen Moment frei. Siren verpasste das 2:2. Auch Maurer mit einem Distanzschuss und Riesen, der sich über links durchgetankt hatte, konnten Rüeger nicht überwinden. Bei Suri's Schuss nach 27 Minuten rettete Blum gar mit der Hand, nachdem der Puck von Rüegers Schulter Richtung Tor flog. Nach 36 Minuten versuchte FlyersCoach Anders Eldebrink sein Team mit einem TimeOut wachzurütteln, die Führung entsprach längst nicht mehr dem Spielverlauf. Die "Standpauke" zeigte Wirkung. Die Klotener bemühten sich, Tempo aufzunehmen, vor allem im Passspiel. Thibaudeau und Geyer kassierten kurz hintereinander je zwei Strafminuten. So verstrich die Schlussphase des zweiten Abschnitts ohne zwingende Offensivaktionen der Lakers - allerdings auch ohne Gegentor.

 

Dem verdienten Punktgewinn so nah

Die Bemühungen der Lakers, das ausgeglichene Spiel an sich zu reissen, wurden zum Auftakt ins letzte Drittel gleich durch eine Strafe gehemmt. Brandon Reid bekam zwei Minuten wegen Haltens aufgebrummt. Kloten nutzte nach zuvor vier erfolglosen Powerplay-Versuchen diese Strafe zum 3:1 durch Polak und wenig später hätte Stancescu beinahe den Match entschieden, verpasste aber das 4:1. "Endlich" schlugen auch mal die Lakers zurück. Ein Doppelpack von Grauwiler und Walser (Eigentor Sven Berger, der von Nic Thibaudeau schlitzohrig bedrängt seinen eigenen Torhüter überwand) brachte das ersehnte und inzwischen verdiente 3:3. 

Trotzdem gewann Kloten. In doppelter Unterzahl (Burkhalter und Camenzind sassen auf der Strafbank) kassierten die Lakers das 3:4 durch Liniger. Im Gegenzug traf Niki Siren im Sechs-gegen-Vier (Strafe Blum und Herausnahme Manzato) nur den Pfosten. 

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Kloten Flyers - Rapperswil-Jona Lakers 4:3

Strafen: 5 x 2 Min für Kloten, 8 x 2 plus 10 Min (Camenzind) für Rapperswil-Jona

Zuschauer in der Kolping Arena: 5'247

 

Zürich gewinnt in der DCA

 

Die ZSC Lions gewinnen mit 4:2 in der Diners Club Arena. Die Gäste profitieren dabei von einem effizienten Startdrittel, das sie mit 3:0 für sich entscheiden. Vierzig Minuten lang erweisen sich die Lakers als ebenbürtiger Gegner, gehen nach sechs Runden dennoch zum fünften Mal als Verlierer vom Eis. 

23092011 mcdonell

Vieles sprach an diesem Freitag Abend dafür, dass jenes Team, das zuerst in Führung geht, die Partie für sich entscheiden wird. Rapperswil-Jona kam am Dienstag in Zug unter die Räder, Zürich wurde gar vom Derbygegner Kloten Flyers mit 0:5 gedemütigt. Solche Rückschläge sind mental schwer zu verkraften; Erfolgserlebnisse müssen her, von Drittel zu Drittel denken, das Glück erarbeiten - oder besser noch - "erzwingen".

Genau das gelang Bob Hartley's Team. Zürich lauerte auf "Big Points" und nutzte das erste Überzahlspiel zur Führung (5'). Severin Blindenbacher hatte im ersten Versuch den Puck an Manzato's Lakerstor vorbeigeschossen, mit einem Slapshot von links aber Erfolg - 0:1. Die Lakers wehrten sich nach Kräften, doch die Verunsicherung war gross. Michel Riesen eroberte sich energisch den Puck (8'), doch sein Schuss aus spitzem Winkel fand den Weg nicht ins Tor. Mit vereinten Kräften verhinderte die Zürcher Abwehr auch beim Gestochere in der 9. Minute (und einem Schuss von Thibaudeau) den Ausgleich und schlugen postwendend wieder zu: Das zweite Powerplay (Burkhalter hatte seinen Gegenspieler an der gegnerischen blauen Linie regelwidrig aufgehalten) führte zum zweiten Treffer. Blaine Down schlenzte den Puck von halbrechts ins lange Eck. Lakerscoach Harry Roggenmoser sah sich wieder frühzeitig genötigt, ein TimeOut zu nehmen.  

Bastls' Tor schon der GameWinner?

Die Lakers versuchten, sich ins Spiel zu fighten. Nachdem eine weitere Strafe überstanden war, kam zuerst Derrick Walser (Sulander parierte den Schlagschuss), später auch der schön freigespielte Niki Siren zu Torchancen. Doch zu allem Übel traf kurz vor der ersten Pause Zürichs Bastl mit einem abgefälschten Schuss ins Lakerstor.

Für gute Laune auf den Rängen sorgte einzig unsere Nummer 45 - Leyki, das Maskottchen zauberte bei den Kindern ein Lächeln ins Gesicht, die meisten Zuschauer aber drückten ihre Enttäuschung über den Match mit Pfiffen aus.

40 ausgeglichene Minuten

Früh im zweiten Drittel deutete sich an, dass die Lakers die Partie nicht kampflos abgeben. Sie gingen aggressiver zu Werke. ZSC-Goalie Sulander vertendelte leichtsinnig einen Puck hinterm Gehäuse, fast wäre Riesen der Nutzniesser geworden. Eine Minute später passte Reto Suri von links mustergültig auf Kent McDonell, der das offene Tor nicht traf und den Puck an den rechten Pfosten setzte. Doch der Kanadier fightete weiter und traf fünf Sekunden später dann doch - 1:3.

Wenig später fing Marco Maurer den Puck mit der Hand und wurde just in diesem Moment angefahren. Schiedsrichter Reiber befand "Spielverzögerung" und schickte den Verteidiger auf die Strafbank. In Unterzahl kamen die Lakers zu einer Chance, doch Blindenbacher checkte Walser an den rechten Torpfosten. Keine Strafe, nur Bully, Tor verschoben. Es begannen die besten Lakers-Minuten der Partie. Roest (27', in Überzahl) und Reid (30', sein Solo stoppte Gobbi mit einer Notbremse), im folgenden Powerplay zwei Mal Maurer, Camenzind und Geyer, danach Siren (33') und McDonell im Nachsetzen - der zweite Treffer wollte einfach nicht fallen. In der 37. Minute "sündigte" Domenico Pittis und vergab mit missratenem Trickli eine Top-Torchance, dennoch war die 2-Tore-Führung der Gäste nun schmeichelhaft.

Im Schlussdrittel sprachen die Schiedsrichter früh die sechste Strafe (von insgesamt acht) gegen die Lakers aus. Mit wirklich letzter Kraft überstand Brandon Reid mit seinen drei Kollegen und Goalie Manzato die Unterzahlsituation. Der Kanadier mit der Rückennummer 55 musste früh einen Schlagschuss ans Bein einstecken, kämpfte mit Schmerzen um jeden Meter Eis - insgesamt eine Minute und 40 Sekunden lang. Ein Wahnsinns-Turn in Unterzahl, es gab keine Wechselmöglichkeit. Kaum war die Strafe vermeintlich überstanden, da brach Monnet durch, Manzato lenkte seinen Schuss an den Pfosten, doch der Nachschuss von Schäppi führte zum 1:4 - wieder ein mentaler Hammer. Bärtschi, Pittis und Tambellini versuchten, die Partie nun endgültig zu entscheiden, vergaben aber ihre Torchancen. Den Zorn der Zuschauer zog das Schiedsrichtergespann mit weiteren Hinausstellungen (gegen Camenzind) auf sich. Ausser den ungefährlichen Schüssen von Murphy, Pittis und Geering hatten die Zürcher aber nichts mehr zu bieten. In der 54. Minute traf Stacy Roest mit seiner Abgeklärtheit aus spitzem Winkel, aufgelegt von Kent McDonell. In seinem zweiten Einsatz für die Lakers zeigte McDonell Standfestigkeit im Slot. Während er im ersten Drittel an der Seite von Reid und Thibaudeau stürmte, sorgte er im weiteren Verlauf der Partie neben Suri und Roest für mehr Gefahr.

Zürich gewann die Partie ohne zu glänzen. Die Effizienz im ersten Drittel war matchentscheidend.

Die Lakers messen sich morgen mit Kloten. Die Flyers siegten in Bern, 4:1 während Ambri zeitgleich den EV Zug vom Thron stürzte (5:1).

 

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Rapperswil-Jona Lakers - ZSC Lions 2:4

Strafen: 8 x 2 Min für die Lakers, 3 x 2 Min für die Lions

Zuschauer in der Diners Club Arena: 4'015

Bild: Thomas Oswald, hockeypics (c)

Zug überrollt die Lakers

 

Die Rapperswil-Jona Lakers verlieren beim EV Zug mit 0:7. Die Hausherren powerten von der ersten bis zu letzten Minute mit brutaler Offensivgewalt und liessen den Lakers keine Chance.

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Camichel, Brunner, Erni, Rüfenacht, Metropolit und Pirnes - sechs Zuger prüften innert acht sturmgewalten Auftaktminuten Rapperswils Goalie Daniel Manzato. Nur einer davon nutzte seine Chance: Samuel Erni verwertete freistehend einen Abpraller, nachdem Metropolit in der Zone der Lakers Gegenspieler auf sich gezogen und einen Schuss abgefeuert hatte.

Der EV Zug zelebrierte Eishockey, liess sich auch nicht von Brandon Reids Break (in Unterzahl) oder den nicht zwingenden Abschlussversuchen von Rizzello und Roest beeindrucken. Im Gegenteil. Zum Abschluss eines blitzschnellen Konters in der 15. Minute bediente Schnyder seinen finnischen Stürmerkollegen Esa Pirnes. Zug's Holden-Ersatz versenkte den Puck zum 2:0 im Tor der Lakers. 32 Sekunden vor der ersten Pause traf Damien Brunner gar zum 3:0. Er hatte Antonio Rizzello "angeschossen", von dessen Fuss der Puck ins Tor abgelenkt wurde. Unwiderstehliche Zuger dominierten das erste Drittel.

 

Schwere Hypothek für's Mitteldrittel

Gegen die torgefährlichste Mannschaft der NLA gingen die Lakers mit der schweren 0:3-Hypothek ins Mitteldrittel. Und Zug setzte den Sturmlauf gnadenlos fort. Fabian Schnyder prüfte nach wenigen Sekunden Manzato, den aufspickenden Puck konnte Rizzello aus der Gefahrenzone befördern. Zug's Topformation Schnyder-Pirnes-Brunner wirbelte und schoss aus allen Lagen. Rizzello und Helbling lieferten sich eine Keilerei (24'), dabei hatte Camichel Rapperswil's Stürmer einen Stockschlag verpasst. In Überzahl erarbeiteten sich die Lakers durch Reto Suri eine exzellente Chance, die Jussi Markkanen im Goal der Zuger mirakulös abwehrte.

Lakers-Neuzugang Kent McDonell, am Vormittag aus Toronto eingeflogen, vergab eine Chance nach guter Vorarbeit von Cyrill Geyer, wurde wenig später aber wegen Beinstellens auf die Strafbank geschickt . Das Zuger Powerplay dauerte eine Minute, da schlug Andy Wozniewski's Slapshot im Kreuzeck des Lakerstors ein. In der 33. Minute traf Esa Pirnes zum 5:0 (sein fünftes Tor im dritten Spiel). Und kamen die Lakers vereinzelt zu Chancen, vereitelte Markkanen (gegen Neukom, 24') oder es rettete die Latte (für Suri, 25'). Rüfenacht schnappte den Puck an der eigenen blauen Linie auf, scheiterte mit seinem Alleingang aber an Manzato. Standing Ovations spendeten die Zuschauer nach 40 Minuten, das Heimteam hatte eine Gala-Vorstellung geboten.

 

Zug powert weiter

Im Schlussabschnitt schaltete der EV Zug keinen Gang zurück: Metropolit erhöhte auf 6:0. Damien Brunner demütigte die Lakers mit dem 7:0 und machte die höchste Niederlage der Lakers in Zug (1996 verlor Rappi einst mit 2:8) perfekt.


EV Zug - Rapperswil-Jona Lakers 7:0

Strafen: 5 x 2 Min für EV Zug, 5 x 2 Min für Lakers

Zuschauer in der Bossard Arena: 5'796

Bild: Thomas Schönholzer

 

Definitiv "andere" Lakers

3:6 gegen den Schweizer Meister HC Davos. Dritte Niederlage im vierten Spiel. Die Lakers rutschen auf Tabellenrang 11 ab. So stehts auf dem Papier. Aber nur dort.

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Denn was die Rapperswil-Jona Lakers in der Diners Club Arena aufs Eis zauberten, lässt eine solch nüchterne, am heutigen Abend auch ungerechte knallharte Analyse nicht zu. 

5380 Zuschauer sahen grandios aufspielende und kämpfende Lakers, die dem grossen HC Davos Paroli boten. Ein Heimsieg lag durchaus im Bereich des Möglichen.

Wer nicht in der Arena war, wird das bereuen. Rapperswil bekam die mit Abstand beste und unterhaltsamste Heimpartie seit Monaten zu sehen.

Schon nach wenigen Minuten spendete das Publikum Szenenapplaus. Die Lakers hatten soeben eine Unterzahlsituation mit Bravour überstanden, der Spirit des bedingungslosen Kampfes übertrug sich auf die Zuschauerränge. Dass die Gäste durch Marc Geiger und Petr Sykora die ersten Chancen erspielt hatten, durfte nicht verwundern - hier spielte immerhin ein letztjähriges Playout-Team gegen den Meister! Dieser Favoritenrolle wurde der HC Davos zunächst auch gerecht. Zwar scheiterten Taticek und von Arx in der 11. Minute kläglich, doch bei den Abschlussversuchen von Marha (nach einem Bullygewinn direkt abgezogen, 12') und Sejna (14') hätte gut und gerne das erste Tor fallen können. Es kam anders. Sejna hatte kurz darauf auf der Strafbank Platz genommen, da hämmerte Marco Maurer einen Gewaltschuss platziert ins Tor von Leonardi Genoni. Noch während der Speaker die Assistgeber nannte (Roest und Suri), fiel schon das 1:1. Reto von Arx überwand Manzato mit einem Schuss ins lange Eck (17').

Die Partie gewann im zweiten Drittel an Unterhaltungswert und Dramatik. Erst  hatte Jordy Murray mit einem Handgelenkschuss Pech (22'), dann traf Michel Riesen die Torlatte (23'), Siren zog allein auf Genoni zu (24'), scheiterte jedoch. Erst nach dieser Szene erhielten die Davoser Gelegenheit, einen Konter zu fahren, zu gross war der Druck der Lakers. Und als Loic Burkhalter in Minute 25 schon wieder nur die Torumrandung traf, war Davos nicht nur gewarnt, sondern sichtlich gereizt. Thibaudeau und Grossmann waren gerade erst auf die Strafbank beordert worden, auch Wieser und Geyer wurden (für viele unverständlich) "im Doppelpack" in die Coolbox geschickt. In der 26. Minute entlud sich dann jede Menge Frust: Nach Keilereien wurden Sciaroni (2+2+10 Minuten) sowie Rizzi (2) und Forster (2) auf Seiten des HCD bestraft, allerdings auch Marco Maurer und Jordy Murray (wegen Stockschlags, dabei wurde er niedergestreckt und trug eine Knöchelverletzung davon - nach Hartigan, der mit Innenbandverletzung wohl mehrere Wochen ausser Gefecht gesetzt ist, der zweite schmerzliche Verlust auf Seiten der Lakers). Völlig unnötig heizte Forster das Publikum mit seinen Gesten weiter an. Die Partie schien aus dem Ruder zu laufen, wenig später heimsten auch noch die Brüder von Arx (beide nach Aktionen gegen Reto Suri) und Niki Siren Strafpunkte ein. Ein Davoser kam verfrüht von der Strafbank zurück aufs Eis - unglaublich, was sich der Meister im zweiten Drittel leistete.

In der 5-gegen-3-Überzahlsituation trafen weder Reid noch Walser aus aussichtsreicher Position. Auch Thibaudeau  verpasste im fulminanten Spielabschnitt eine "Hundertprozentige" nachdem Brandon Reid mustergültig aufgelegt hatte. Rizzello und Siren hatten auch noch die Führung auf dem Schläger, Burkhalter hatte sich durchgetankt und für Camenzind aufgelegt, Stacy Roest ein "Geschenk" der Davoser Verteidigung nicht angeommen, Brandon Reid den Torschrei im Block B und C 4 schon ausgelöst ... doch es folgte die kalte Dusche: Davos schockte die Lakers mit einem Doppelschlag (36'/37') von Sykora und Untersander. Es waren die einzigen und ersten Aktionen des Meisters nach über 10 Minuten Spielzeit.

"Es gibt keine Gerechtigkeit im Sport", resümierten die Zuschauer während der Drittelpause. Fast wäre dies widerlegt worden. Denn in unnachahmlicher Manier fighteten sich die Lakers in die Partie zurück. Jan von Arx hebelte (na wen schon?) Suri aus und wanderte wieder in die Kühlbox. Camenzind erzielte das 2:3 im Powerplay (Assistenten Suri und Roest) und wenig später, als Reto von Arx nicht mitwirken durfte, fiel das 3:3. Stacy Roest traf, jubelte und die Arena bebte. Das Unentschieden war der Lohn harter Arbeit, einer intakten Moral. Dass Dino Wieser in der 53. Minute Manzato mit einem Aufsetzer überrascht und zum 4:3 trifft und dass die Davoser zwei Mal ins leere Tor (Manzato war zugunsten eines 6. Feldspielers gewichen) treffen und in den morgigen Zeitungen steht: "3:6", ist hart. Die Lakers haben sich bravourös verkauft und werden sich mit solchen Leistungen die Punkte woanders "zurückholen".

 

 

Tore für Rapperswil-Jona Lakers: Maurer (16', Roest, Suri); Camenzind (43', Suri, Roest); Roest (45', Suri);

Strafen: 9 x 2 Min plus 10 gg Rapperswil-Jona Lakers, 12 x 2 Min plus 10 gg HC Davos

Zuschauer: 5'380

Bild: Thomas Oswald; hockeypics (c)

Fribourg zündet den Turbo ... und siegt

Die Lakers verlieren das dritte Saisonspiel mit 1:4. In Fribourg gelingt trotz eines Blitzstarts kein Punktgewinn.

camenzind manzato_riesenFirst shot, first goal. Nach nur 47 Sekunden fand Derrick Walsers Schuss von der blauen Linie den Weg in die Tormaschen hinter Simon Rytz. Dabei hatte die Topreihe der Gastgeber Gamache-Dubé-Rosa gerade erst seine Klasse aufblitzen lassen. Gotterons "drei Musketiere" blieben in der Folgezeit Alleinunterhalter, denn der Rest ihres Teams zeigte sich geschockt vom frühen Gegentor.

Ganz anders präsentierten sich die Lakers: Schnelles Spiel, Zug zum Tor, Schüsse von Nils Berger (der abgewehrte Puck trudelte knapp am Tor vorbei) und Andreas Camenzind (aus spitzem Winkel), eine Strafe gegen Birbaum - Indizien für einen engagierten Start in die schwere Auswärtspartie.

Erst nach zehn Minuten zündeten die Freiburger ihren gefürchteten Turbo, Daniel Manzato zog wieder einmal alle Register bei den Abschlussversuchen von Dubé, Cadieux, Plüss, Gamache und Sprunger. In Überzahl gelang Fribourg dann doch der verdiente Ausgleich. "Manza" hatte den Schuss von Heins noch parieren können, gegen den Nachschuss vom reaktionsschnellen Knöpfli war er aber machtlos.

Das zweite Drittel begann wie das erste endete. Fribourg hatte mehr vom Spiel und die Lakers "durchschaut". Entlastung brachten gelegentliche Vorstösse wie der von Lukas Grauwiler (22'), doch das Heimteam nahm Manzatos Tor gehörig unter Beschuss. Folgerichtig fiel das 2:1. Wieder hatte Heins abgezogen, den Abpraller nutzte Pavel Rosa, der unbedrängt einschiessen konnte. Wie im ersten Drittel die Lakers nach ihrer Führung "gleich noch einen draufsetzen" wollten, so intensivierte nun Fribourg die Bemühungen um einen Zwei-Tore-Vorsprung. Zunächst scheiterten Gamache und Sprunger kläglich (26'). Die Lakers vergaben aber auch eine Grosschance, aus kurzer Distanz schoss Grauwiler den Puck ganz knapp am Tor vorbei. Wenige Sekunden nach Ende eines Powerplays der Lakers zog Rosa auf und davon, konnte von Camenzind nur auf Kosten einer Strafe (wegen Hakens) gebremst werden. Fribourg nutzte die Überzahl nach wenigen Sekunden brutal zum 3:1 (Knöpfli fälschte einen Distanzschuss gekonnt ab). Rapperswil tat sich im zweiten Drittel auf Grund des gegnerischen Drucks  enorm schwer, ein geordnetes Aufbauspiel zu zeigen. Die Torschuss-Statistik: 24:13 für Gotteron.

Kurz vor Drittelende schickte Schiedsrichter Brent Reiber Benjamin Plüss auf die Strafbank, die Lakers konnten mit einem Powerplay in den Schlussabschnitt gehen. Jordy Murray versuchte, Rytz zu überlisten, was leider nicht gelang. Kurz darauf verpasste auch Riesen aus dem Slot eine gute Torchance. Zuerst mussten Aplanalp und Jordy Murray auf die Strafbank, später auch Plüss und Barinka. Vor diesem Powerplay (zunächst für 23 Sekunden im 5 gegen 3) nahm LakersCoach Rogenmoser ein Timeout, um seine Jungs noch einmal zu instruieren. Rappi kämpfte, gab alles (so wie Michel Riesen, der sich fünf Minuten vorm Ende noch einmal bis zum Gehäuse von Rytz "durchtankte"), hatte aber nicht mehr viel zu bestellen gegen ein starkes Fribourg-Gotteron. Nach turbulenten Szenen auf dem Eis wurden Walser und Maurer sowie Sprunger in die Coolbox verbannt und kurz vor Schluss eine Bankstrafe gegen Fribourg und eine 2-Minuten-Strafe gegen Sandro Gmür ausgesprochen ... Rappi fing sich in der letzten Unterzahlsituation noch ein Tor ein (4:1, Sprunger).

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Morgen Abend treffen die Lakers in der Diners Club Arena auf den heute ebenfalls sieglosen HC Davos (1:2 gegen Zug).

 

Tore für Rapperswil-Jona Lakers: Walser (1'; Roest)

Strafen: 8 x 2 Min gg HC Fribourg Gotteron, 6 x 2 Min gg Rapperswil-Jona Lakers

Zuschauer in der BCF-Arena: 6'020

Bild: Thomas Oswald; hockeypics (c)

Erster Saisonsieg für die Lakers!

 

Die Lakers holen im zweiten Saison-spiel den ersten Sieg und drei wichtige Punkte. In einer turbulenten Partie beim HC Ambri-Piotta siegten Cyrill Geyer & Co. dank einer für den Gegner beängstigenden, für Rappi-Fans erfreulichen Effizienz im Torabschluss.

20110909-OSW 1463Am Vortag legten die  Rapperswil-Jona Lakers los wie die Feuerwehr, wurden später jedoch vom SC Bern kalt erwischt. Im zweiten Saisonspiel beim HC Ambri-Piotta starteten die Lakers denkbar schlecht in die Partie. Coach Rogenmoser nahm nach nur fünf Minuten ein Time-Out. Die Leventiner erspielten sich Chance um Chance, Trunz, Kariya, Pestoni, später auch Raffainer - "alle durften mal". Einzig Daniel Manzato brillierte mit BigSaves, den allergrössten, als Kariya und Pestoni in einer 2-1-Situation am LakersGoalie scheiterten (10'). Dann aber schlugen die Rapperswiler eiskalt zu.

Bern hatte es vorgemacht: Chancen nutzen, sich Respekt verschaffen. Genau das gelang den Lakers heute. Als Brandon Reid in der 13. Minute mustergültig für Thibaudeau aufgelegt hatte und dieser nur den Pfosten traf, markierte Reid reaktionsschnell und kurzerhand den Führungstreffer einfach selbst. Nur wenige Sekunden später versenkte der ohnehin für seine Nervenstärke geschätzte Lukas Grauwiler den Puck im oberen rechten Torwinkel zum 0:2.

Während im 1. Drittel Tim Bucher zwei Mal auf der Strafbank Platz nehmen musste, war es zu Beginn des 2. Abschnitts Ambris Angreifer Roman Botta, der wegen Stockschlags zum "Abkühlen" geschickt wurde. In Überzahl gelang den Lakers wenig, doch wenig später erzielten sie mit dem siebten Torschuss das dritte Tor - was für eine Effizienz! Heimkehrer Andreas Camenzind traf zum 0:3. Ambri-Torhüter Bäumle konnte einem leid tun, er wurde aus spitzem Winkel "erwischt".

Die Lakers überstanden eine Unterzahlsituation (Suri) schadlos, dann erkämpften sich die Tessiner aber doch den hochverdienten ersten Treffer. Die Videoanalyse brachte Gewissheit: Schiedsrichter Markus Kaempfer bestätigte, dass Julian Walker den Puck ins Tor befördert hatte. Schon mit dem nächsten Spielzug (vom Bully weg) besorgte Inti Pestoni das 2:3. Angetrieben von nun frenetischen Ambri-Fans schossen die HCAP-Cracks aus allen Lagen. Gut, dass eine (Bank-)Strafe gegen Ambri den Lakers etwas Luft verschaffte, denn in dieser Überzahlsituation erzielte Reto Suri überlegt und clever das 2:4. Er hatte verzögert und Bäumle "aussteigen" lassen.

Daniel Manzato rettete Sekunden vorm zweiten Drittelende bravourös den Zwei-Tore-Vorsprung, als Ambri im 4 gegen 3 (Bucher, Burkhalter & Ambris Raffainer sassen auf der Strafbank) den Anschlusstreffer erzwingen wollte.

Im Schlussabschnitt leisteten sich beide Teams Puckverluste, Spielfluss kam wegen zahlreicher Unterbrechungen nicht auf. Ambri-Piotta nutzte auch die sechste Hinausstellung eines Lakers nicht. Spektakuläre Abschlussversuche gab es keine mehr. Ambris Coach Constantine nahm kurzzeitig schon vier Minuten vor Schluss Bäumle zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Schiedsrichter Kaempfer verhängte gegen Andreas Camenzind eine 2-Minuten-Strafe ... und Bäumle wurde wieder ins Tor beordert, der Respekt vor der konterstarken Unterzahlformation der Lakers war wohl zu gross. Rapperswil-Jona kämpfte beherzt und brachte den Vorsprung über die Zeit. 

 

Tore für Rapperswil-Jona Lakers: Reid (13', Thibaudeau); Grauwiler (15', Siren, Berger); Camenzind (25', Suri); Suri (36', Walser)

Strafen: 3 x 2 Min gg Ambri-Piotta, 8 x 2 Min gg Rapperswil-Jona Lakers

 

Bild: Thomas Oswald; hockeypics (c)

Bern gewinnt in der Diners Club Arena

 

Die Lakers verlieren den Auftakt in die Saison 2011/2012 vor eigenem Publikum in der Diners Club Arena mit 1:3. Nicht nur Michel Riesens Tor zum 1:0 veranlasste die Zuschauer, den frisch aufspielenden Lakers zu applaudieren. Das Heimteam zeigte eine ansprechende Leistung, leider aber ohne zählbaren Erfolg.

20110909-OSW 1277In den ersten 14 Spielminuten eroberten die Lakers die Herzen der Zuschauer. Schon in der 3. Minute war das Gästetor in höchster Not verschoben. Marco Maurers Aktionen in Minute 5 und 6 - zuerst ein Schuss, den Bührer aus dem Kreuzeck fischte und dann einer aufs kurze Eck, dass der Goalie aber sicher abgedeckt hatte - animierten die Zuschauer zu Sprechchören und rhythmischem Klatschen. Zwar hatten Morant und der junge Vermin für die Berner auch erste Chancen zu verzeichnen, doch die der Lakers waren bei weitem gefährlicher. Brandon Reids Querpass drei Meter vorm Tor konnte Thibaudeau nicht aufnehmen (7'), Sekunden später traf Rappis Wirbelwind mit der Nummer 55 gar den linken Torpfosten. Auch Hartigan mit einem Slapshot (9') und Jordy Murray, der einem Berner Verteidiger vor dessem Tor den Puck abgenommen hatte, aber verzog, konnten kein Tor bejubeln.

Brandon Reid legte in der 12. Minute zum dritten Mal quer auf mitgelaufene Stürmerkollegen, doch auch dieser Pass fand keinen Abnehmer. Bern zeigte sich überrascht vom Tempo und Spielwitz, mit denen die Lakers in die Partie starteten. So werten wir auch Kwiatkowskis Strafe (12') eher als Frustreaktion.

Rapperswil nutzte die Überzahlgelegenheit. Den vielumjubelten ersten Saisontreffer der Lakers erzielte Michel Riesen, der Mitte vorm Tor abzog und Marco Bührer endlich überwand. Assisten waren Brandon Reid und Loic Burkhalter. Kaum war der SCB wieder komplett, hatten Roest und Berger die nächsten Torchancen. So stellte der Ausgleichstreffer in der 15. Minute den Spielverlauf bis dahin auf den Kopf. Thomas Deruns nutzte den von der Bande links neben Manzatos Tor abprallenden Puck und schob zum 1:1 ein.

Spätestens nach den Abschlussversuchen von Travis Roche, den die Lakers praktisch nie wirklich in den Griff bekamen und Joel Vermin (17'/18') fanden die Berner in die Partie. Nach der ersten Pause erhöhten die Gäste den Druck, gingen engagierter zu Werke. Daniel Manzato rettete zwei Mal in höchster Not. In der 31. Minute verband Schiedsrichter Mandioni Mark Hartigan wegen Haltens in die "Kühlbox". Da Marco Maurer (wegen Crosschecks) nicht einmal eine Minute später das gleiche Schicksal ereilte, stemmten sich die Lakers zunächst doppelt dezimiert gegen eine mögliche Berner Führung. Kaum war Hartigan wieder da und auf Bührers Tor zugestürmt, lösten die Gäste einen schnellen Gegenangriff aus; Pascal Berger war allen entwischt und erzielte das wichtige 1:2 für Bern. Die Führung hatte sich abgezeichnet. Kurz zuvor traf Ivo Rüthemann nur den Pfosten.

Als im letzten Abschnitt Caryl Neuenschwander auf 1:3 erhöhte (er konnte vor dem Torraum den Puck behaupten und einschiessen), war die Partie gelaufen - was das Score betrifft. Denn die Lakers versuchten weiter, mit Kombinationsspiel zu einem zweiten Torerfolg zu kommen. Allein die Zuspiele von Hartigan auf Camenzind oder von Walser auf Suri, dessen Schuss ins linke Kreuzeck Bührer mirakulös abwehrte, begeisterten die Zuschauer. Vieles war irgendwie "anders" an diesem Abend. Nur eines nicht. Marco Bührer war wie (fast) immer ein starker Rückhalt eines SC Bern, der in entscheidenden Spielphasen eben meisterlich konsequent ist.

Die Lakers fahren morgen nach Ambri-Piotta und nehmen dort einen zweiten Anlauf auf den ersten Saisonsieg.

Bild: Thomas Oswald; hockeypics (c)

 

 

 

 

Same procedure as yesterday

Lakers verlieren erneut denkbar knapp – 3:4 n.P. gegen den ZSC

 

Die Rapperswil-Jona Lakers verlieren auch die zweite Partie beim Team Cup in Küsnacht. Gegen die ZSC Lions reichte eine zwischenzeitliche 3:1-Führung nicht. Patrick Schommer bewahrte die Zürcher mit zwei Treffern im Schlussabschnitt und einem im Penaltyschiessen vor der Schmach, beim Heimturnier sieglos zu bleiben.

roest liegend

(LAK/oi); Wie sich die Bilder gleichen ... Am Vortag verloren die Lakers nach grossem Kampf und gutem Spiel knapp gegen die Kloten Flyers, gaben das Spiel erst in den Schlussminuten aus der Hand. Auch heute, im kleinen Finale um den 3. Platz beim Team Cup in Küsnacht, spielten sich die Cracks von Trainer Rogenmoser in die Herzen der Fans, hielten die Partie lange offen und sahen zeitweise wie der Sieger aus. Eine Strafenflut im Schlussdrittel raubte den Lakers jedoch den möglichen Sieg.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Jordy Murray erzielte im ersten „Turn" und nach nur 42 Sekunden das 1:0 für Rappi. Der Treffer wurde herrlich vorbereitet von Stacy Roest, der rechts Suri bediente. Unsere Nummer 21 vernaschte den Zürcher Verteidiger geschickt und passte an den langen Pfosten, wo Murray gekonnt einschob.

Da Michel Riesen in der vierten Minute die nächste Chance des Spiels hatte, Zürich jedoch im ersten Überzahlspiel ausser den Schlagschüssen von Murphy nichts zu bieten hatte, erzielte Rizzello nicht unverdient und schon in der sechsten Minute das 2:0 - und das auch noch "shorthanded", also in Unterzahl. Er erwischte Goalie Flüeler mit einem Schuss von der linken Bande kalt. Keine Frage, die Anfangsminuten gehörten den Lakers.

Im weiteren Verlauf des ersten Drittels kam der ZSC aber besser in Fahrt. Jonas Müller hielt seinen Kasten zunächst mit zwei BigSaves sauber, doch der junge Luca Conti schaffte es wenig später (12'), den gut aufgelegten BackUp der Lakers zu bezwingen. Das Spiel „kippte" mit diesem Anschlusstor, Rapperswil kassierte zum Teil unnötige Strafen (Hartigan, 17', im gegnerischen Drittel) und gab dem „Z" die Möglichkeit, die Partie an sich zu reissen.

Die Drittelpause kam gerade recht, die Lakers hielten wieder dagegen, vier Minuten nach dem Start ins 2. Drittel schloss Camenzind einen schnellen Konter zum 3:1 ab. Dieser Treffer zeigte Wirkung und hemmte den ZSC für einige Minuten. So konnte Derrick Walser in der 28. Minute einen Schuss abfeuern, den Flüeler an der Maske traf, Stoffel und Ambühl (gleich zwei Mal) wussten sich nur mit Behinderung, unerlaubtem Körperangriff und Crosscheck zu helfen.

Die Lakers befanden sich zu Beginn des Schlussabschnitts auf der Siegerstrasse. Doch schon in der 44. Minute überwand Patrick Schoffel Jonas Müller aus kurzer Distanz und schaffte für die Zürcher den so wichtigen Anschlusstreffer. Da sich die Lakers in der Folgezeit vier 2-Minuten-Strafen sowie eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Derrick Walser einfingen, zwar 58 Sekunden auch im Drei-gegen-Fünf überstanden, aber dem hohen Kraftaufwand Tribut zollten, kippte die Partie erneut. Der ZSC baute enormen Druck auf, Schommer traf knapp drei Minuten vorm Ende zum 3:3.

Im Penaltyschiessen trafen die ersten Schützen für Zürich (Down und Schommer), während Nils Berger, Jordy Murray, Andreas Camenzind und Nicolas Thibaudeau für Rappi und Thibeault Monnet für Zürich vergaben.

Die Lakers fiebern nun dem Liga-Auftakt am kommenden Wochenende entgegen. Zu Gast in der Diners Club Arena ist am Freitag der SC Bern; am Samstag fahren die Lakers nach Ambri-Piotta.

 

(Bild: ©Thomas Oswald/hockeypics)

Lakers verlieren beim TeamCup gegen Kloten

Im Kräftemessen mit dem Vizemeister Kloten Flyers unterliegen die Lakers mit 2:3. Damit trifft das Team von Coach Rogenmoser am Samstag im "kleinen Finale" auf die ZSC Lions. Spielbeginn in Küsnacht ist 17.00 Uhr.

camenzind manzato riesen(LAK/oi); Auf dem Papier steht eine Niederlage, im Rapperswiler Eishockeyherz ein Sieg. Erstens verloren die Lakers denkbar knapp und gaben die Partie erst in den letzten fünf Spielminuten aus der Hand. Kloten profitierte dabei von zwei Hinausstellungen gegen Murray und Rizzello. Zweitens verbuchten die Rapperswiler ein deutliches Chancenplus, hatten auch in der Bully- und Torschuss-Statistik die Nase vorn. Und drittens verdienten sie sich mit schnellem und passgenauem Spiel den Respekt des Gegners und die Anerkennung vom Publikum: Zwei Mal gab's Standing Ovation auf den Rängen für brillante Aktionen eines Lakers-Akteurs.

"Jeden Tag ein bisschen besser". Wie oft wir diesen Satz von Coach Rogenmoser noch zitieren, steht in den Sternen. Fakt ist: Sein Team hält Wort. Die Lakers verlangten dem Vizemeister alles ab. Die Pässe werden im Vergleich zum guten Vitkovice-Spiel noch härter, noch genauer, noch frühzeitiger gespielt. In den Specialteams (Über- und Unterzahl) finden sich Formationen, es ergeben sich Automatismen.

Schon im ersten Drittel begeisterten Rizzello und Büsser mit vollstem Einsatz und gelungenen Aktionen. In Überzahl vergaben Reid (9'), Camenzind (10') und Hartigan (13.), während für die Flyers einzig Walser (Rückennummer 94) bei einem Break und eine Minute vor der Pause zwei Mal DuPont wirklich gute Einschusschancen hatten. In der 15. Minute hätte - wenn es in Küsnacht verwertbare Aufzeichnungen gäbe - der Videobeweis herhalten müssen: nach einem Doppelpass mit Suri sahen viele Zuschauer den Schuss von Murray im Tor.

Im zweiten Drittel fiel zunächst Mark Hartigan mit dem fünften (!) abgefangenen Pass auf (23'), ehe die Klotener "fast aus dem Nichts" in Überzahl zum 1:0 einnetzten. Viktor Stancescu versenkte den Puck über Manzatos Stockhand im Netz.

Es folgten Minuten, in denen die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen: Reid verlud zwei Gegenspieler, passt quer auf Thibaudeau, der knapp scheiterte. Suri und Murray erspielten sich eine ebenso brillante Chance, in der 31. und 33. Minute zeigt Reid Kabinettstückchen, die ihn einst (und wohl jetzt wieder) zum Publikumsliebling machten. In Überzahl schickte Harry Rogenmoser mit Roest-Suri-Murray-Burkhalter-Hartigan (praktisch) fünf Stürmer (vier und einen ehemaligen) aufs Eis - "Selbstbewusstsein" ist der neue Spirit der Lakers.

Tribünengast Igor Pawlow, vor wenigen Monaten noch Trainer in Rapperswil, dürfte seinen Augen nicht getraut haben. Denn die Lakers spielten auch im letzten Drittel präzis und schnell. Als Westcott und Murray auf der Strafbank sassen, nutzte Jacquemet einen Abpraller nicht, anschliessend gerieten Marco Maurer und der ehemalige "Kollege" Sven Berger aneinander. Im Vier gegen Vier setzte Reid wieder zu einem Solo an, leider konnte Riesen den finalen Pass nicht verwerten. Dies blieb Reto Suri vorbehalten, der eine Kombination über Roest und Walser mit einem Schuss ins rechte Eck zum längst verdienten 1:1 abschloss.

Zwei Minuten später gab's Szenenapplaus für Derrick Walser, der bei seinem Lauf die Gegenspieler gekonnt verladen und zu Slalomstangen degradiert hatte. Als Thibaudeau in der 52. Minute das 2:1 erzielte (Abpraller nach Schuss Reid), deutete vieles auf eine faustdicke Überraschung hin. Doch in den letzten fünf Minuten dezimierte Schiedsrichter Prugger die Lakers zwei Mal, Romano Lemm und Arnaud Jacquemet schlugen in diesen letzten Druckphasen eiskalt zu und schossen die Flyers ins Finale.

Die Lakes treffen morgen um 17.00 Uhr auf die ZSC Lions, die am Vortag gegen den SC Bern (der am 9. September Auftaktgegner der Lakers in der Meisterschaft ist) mit 1:3 den Kürzeren gezogen hatten.

 

(Bild: ©Thomas Oswald/hockeypics)

 

Rappi zwingt tschechischen Vizemeister in die Knie

Vielversprechender 5:2-Testspielsieg gegen den HC Vitkovice

Mit Spielfreude, intuitiven Überraschungsmomenten, Laufbereitschaft und Kaltschnäuzigkeit besiegen die Rapperswil-Jona Lakers vor eigenem Publikum den HC Vitkovice Steel verdient mit 5:2.

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27.08.2011 (LAK/oi) Harry Rogenmoser und sein Team leisten hervorragende Überzeugungsarbeit. Der Ankündigung, "jeden Tag ein bisschen besser" zu werden, lassen der Trainer und die Cracks auf dem Eis Taten folgen. Über 1'300 Zuschauer der Testspielpartie am Samstag Abend fühlten den Spirit einer jungen, motivierten Mannschaft, die den vermeintlich einzigen und richtigen Weg eingeschlagen hat.

Schon beim vorangegangenen Testspiel in Engelberg gegen den KHL-Club Novokuznetsk zeigten die Lakers eine engagierte Offensivleistung. Heute setzten sie in Sachen Effizienz und Zielstrebigkeit noch einen drauf. Im ausgeglichenen Startdrittel dominierten die Lakers die neutrale Zone, unter Druck gesetzt leisteten sich die Tschechen hier einige Puckverluste. Richtig torgefährlich zeigten sich die Lakers aber nur in der 4. Minute, als Brandon Reid im Zentrum auf die Reise geschickt worden war, sein Break aber nicht zur Führung nutzen konnte. Alle anderen Bemühungen liessen Kaltschnäuzigkeit und Präzision noch vermissen.

Im zweiten Abschnitt zogen die Gäste das Tempo an; in der "Not" holten sich Spieler auf beiden Seiten Strafzeiten ab. Die Gäste nutzten eine Überzahlgelegenheit wenige Sekunden vor Ablauf des Powerplays, initiiert von Marek Malik, der sich einige Male mit grosser Übersicht in Szene setzen konnte. Doch Rapperswil-Jona antwortete prompt. Mit einem fulminanten Schuss ins Toreck bezwang Mark Hartigan den Goalie der Tschechen, Sindelar.

Aurelio Lemm schoss wenige Minuten nach der zweiten Drittelpause die Lakers in Führung, das Team liess sich fortan nicht mehr von der Siegerstrasse abdrängen. Im Gegenteil, die Lakers fighteten um eine vorzeitige Entscheidung. Kurz nachdem sich Mark Hartigan mit Juraj Sykora einen Fight geliefert hatte (2+2 Min für Hartigan, 5+Spieldauerdisziplinarstrafe für Sykora), deutete Walser im Spiel Vier gegen Vier an, dass die Minuten der Entscheidung laufen. Sein Schuss von halblinks zischte knapp am Tor vorbei. Als dann auch noch Karol Sloboda in die "Kühlbox" musste, sorgten Walser, Suri und Torschütze Murray für das spielerische Glanzlicht des Abends. Der 21jährige Wirbelwind mit der Rückennummer 28 schloss die Traumkombination - ein Direktpassspiel - zum vielumjubelten 3:1 ab.

Die Tschechen nahmen das Geschenk zum 3:2-Anschlusstor, ein Diagonalpass vorm eigenen Tor der Lakers, dankbar an, doch für eine erfolgreiche Aufholjagd fehlte die Kraft. Wenig später schnappte sich Nicolas Thibaudeau den Puck in der linken Bandenkurve, zog Richtung Tor, verlud Sindelar und netzte am zweiten Pfosten ein. Der Match war entschieden. Beim 5:2 bewies Neuzugang Mark Hartigan ein zweites Mal seine Scorerqualität, vorangegangen war aber ein "great move" von Benjamin Neukom hinterm Gästetor.

Was der HC Davos (der am Dienstag gegen Vitkovice 1:3 verlor) und die SCL Tigers (am Vortag 3:4) nicht schafften, gelang den Rapperswil-Jona Lakers. Sie bezwangen den wahrlich guten HC Vitkovice Steel mit 5:2. "Der Weg ist noch weit, wir gehen Schritt für Schritt", befand Lakers-Geschäftsführer Roger Sigg nach Spielende, "aber wir freuen uns, denn viele erkennen schon heute: Diese Mannschaft kann begeisterndes Eishockey spielen."

Gute Stimmung herrschte auch vor und nach dem 5:2-Sieg. Die Fanclubs organisierten ein gemeinsames Fussball-Grümpi und unterstreichen eindrucksvoll: "Nur zäme gahts". Im Festzelt zwischen Fussballfeld und Diners Club Arena wurde gefeiert bis in die Nacht; als Highlight der Veranstaltung wurden die Lakers-Cracks offiziell vorgestellt. Die Lakers Sport AG gratuliert dem Organisationskomitee und allen Helferinnen und Helfern zum gelungenen Anlass.

Nächste Woche nehmen die Lakers am alljährlichen Turnier in Küssnacht teil und treffen am Freitag auf die Kloten Flyers. Details zum Spiel und eine kleine Vorschau auf dieses Turnier folgen am Mittwoch, hier auf www.lakers.ch.

 

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